Harry Mulisch - Die Entdeckung des Himmels

Hier ist Raum für alles rund um Bücher: Eindrücke nach dem Lesen, Rezensionen, Fragen, Austausch...

die entdeckung des himmels

Beitragvon Frank » 01.12.1999, 14:10


von harry mulisch, ist zwar nicht unbedingt das neues buch ;-) , aber das letzte das ich gelesen habe.
ich muß sagen, da hat sich jemand alle mühe gemacht! und das mit erfolg. zugegeben das buch schwächelt gegen ende und hat auch seine zähen seiten, aber im ganzen ist es absolut stimmig, toll geschrieben, mit figuren die man nicht so schnell vergisst.
die details dieser geschichte und mit welcher absolutheit sie sich fügen ist schon verblüffend. mehr als einmal bin ich aufgesprungen und mußte etwas nachschlagen - stimmt das wirklich?? - ein buch dem man in seiner tiefe anmerkt, dass mulisch an seinem text gearbeitet hat und phantasie nicht zuletzt auf wissen gründet.
wer es nicht gelesen hat dem sei es empfohlen - wer es gelesen hat, der fühle sich aufgefordert hier einen kommentar zu hinterlassen.


gruss
frank

Übernahme-User aus dem alten Forum
Frank
Leser
 
Beiträge: 65
Registriert: 08.08.2009, 10:39

die entdeckung des himmels

Beitragvon krimiblogger » 02.12.1999, 13:36

Hallo Frank, Hallo Daniela,
bei mir ist es schon einige Zeit her, dass ich "Die Entdeckung des Himmels" gelesen habe - und ich habe das Buch in sehr guter Erinnerung. Sehr phantasiereich, besonders die "Himmelsgestalten", die einen Plan aushecken. Und ein sehr schöner Roman über die Freundschaft. Zwar ist das Ende tatsächlich ziemlich turbulent, aber mir hat gerade das Ende recht gut gefallen, zumal man da ja mehr über diesen "himmlischen" Plan erfuhr (uff, wie sag' ich das jetzt, ohne zu viel zu verraten?). Durch das Buch bin ich auch auf das Musikstück von Leos Janacek "Märchen" gestossen, welches Ada vorträgt. Jedesmal, wenn ich nun dieses Stück höre, muß ich an das Buch denken...
Viele Grüße
Ludger
krimiblog.de- Fundstücke eines Krimilesers
Benutzeravatar
krimiblogger
 
Beiträge: 44
Registriert: 13.03.2008, 15:07
Wohnort: Hamburg

die entdeckung des himmels

Beitragvon Frank » 02.12.1999, 14:28


... aber mir hat gerade das Ende recht gut gefallen, zumal man da ja mehr über diesen "himmlischen" Plan erfuhr (uff, wie sag' ich das jetzt, ohne zu viel zu verraten?). Durch das Buch bin ich auch auf das Musikstück von Leos Janacek "Märchen" gestossen, welches Ada vorträgt. Jedesmal, wenn ich nun dieses Stück höre, muß ich an das Buch denken...


hi ludger,
ich denke die schwierigkeit des buches ist die verküpfung dieser beiden ebenen und die kommt ja dann im letzten teil - nur ist mir der weg den mulisch hier wählt etwas zu abgefahren, wenn ich auch zugeben muß sehr stimmig und gut vorbereitet. was allerdings nicht stimmig ist, ist die art, das übersinnliche. das buch in den irdischen passagen ist ja unglaublich genau - man findet nicht nur das musikstück, sondern so ziemlich alles andere auch wieder - und von daher ist mir das ende zu phantastisch. geschmacksache eben ;-)


gruss
frank

Übernahme-User aus dem alten Forum
Frank
Leser
 
Beiträge: 65
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Die Entdeckung des Himmels / Harry Mulisch

Beitragvon Daniela » 02.11.2000, 00:04

Hallo meine Lieben!
Ich habe gerade dieses wunderbare Buch zu Ende gelesen - und bin noch völlig erschlagen.
Wir sprechen ja nun ohnehin morgen in unserer Lesegruppe drüber, aber ich weiß ja, dass es auch hier einige gelesen haben.

a) manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, richtig dumm zu sein. Mich würde interessieren, wieviel von dem, was Mulisch da gerade über Astronomie, physikalische Grundgesetze etc. sagt, auch fundiert ist.

b) würde mich interessieren, ob es ausser mir noch jemanden gibt, der sich irgendwie an das Foucault´sche Pendel erinnert gefühlt hat? Mir gings vor allem deswegen so, weil auch dort Unmengen an Informationen versteckt waren - die zum Teil ja auch wieder auftauchen (wenn auch nur ganz am Rande) wie die Rosenkreuzer etc.

c) finde ich immer noch einige der Formulierungen zum niedernien: wenn die Engel im Himmel zum Beispiel davon sprechen, dass dieser und jener "ohne jede Absicht" geboren wird. Die eingestreuten Dialoge im Himmel waren ohnehin grandios.

d) sind das wirklich erst ganz unsortierte, erste Eindrücke... und ich bin mal gespannt, was mir bis morgen abend noch alles einfällt (und den anderen natürlich auch!)

e) ist die Aussage, die zum Schluss getroffen wird, ja nicht unbedingt sehr positiv... dass uns das Versprechen aufgelöst wird, dass wir sozusagen jetzt völlig Luzifer ausgeliefert sind, weil es als sinnlos erachtet wird, sich noch länger mit uns abzugeben... jetzt, da das Testimonial (im Fremdwörterbuch steht dafür: Zeugenaussage, Bürgschaft) wieder zum Ursprung zurückgebracht wurde.

Dieses Wort habe ich übrigens auch in einem anderen Buch kürzlich erst gelesen: "Der König David Bericht"

Ja, Gesamteindruck: Daniela, du weißt eigentlich gar nichts. Deine Bibelkenntnisse lassen zu wünschen übrig, du hast keine Ahnung von Malerei und Musik... und trotzdem hat das Buch großen Spaß gemacht! Und ich hoffe, dass ich, wenn ich es in ein bis zwei Jahren wieder lese, mir noch vieeel mehr Sachen dazu einfallen. Ist auf jeden Fall eines der Bücher, bei denen ich sofort den Eindruck hatte, dass ein Wiederlesen sich auf alle Fälle lohnen wird, und das somit auch auf die Insel mitdürfte ;-)
Jetzt bin ich schon neugierig auf eure Kommentare!
Liebe Grüße,
Daniela
Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Zuletzt vorgestellt:
Bernhard Schlink - Sommerlügen
Benutzeravatar
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 4581
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin

Die Entdeckung des Himmels / Harry Mulisch

Beitragvon Ruth » 02.11.2000, 14:55


Hallo Daniela,
ich habe sehr gehofft, daß Dich dieses Buch begeistern wird. Ich habe es vor etlichen Jahren gelesen und ich erinnere mich gut an das Gefühl "dumm" zu sein.
Ich konnte nur auf einem Gebiet, der Kunst, einigermaßen mithalten - auf den anderen dafür gar nicht. Und an das Pendel mußt ich auch oft denken, aber ich habe mich getröstet: Diese Bücher sind doch geradezu dafür gemacht sich für irgendeines der Themen zu interessieren, diesen Faden in die Hand zu nehmen, zu verfolgen (Sekundärliteratur, themenverwandte Belletristik) und beim nächsten Mal sieht der Knoten nicht mehr ganz so kompakt aus. Wenn die Lektüre gut ist interessiere ich mich oft für die Dinge dahinter und so sammelt sich vielleicht doch noch einiges an Wissen an - immerhin sind wir noch nicht ganz so alt (und damit auch weise) wie Harry Mulisch.
Übernahme-User aus dem alten Forum
Ruth
 
Beiträge: 8
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Die Entdeckung des Himmels / Harry Mulisch

Beitragvon Luca » 04.11.2000, 19:42


Liebe Daniela,


zwar habe ich das Buch nicht zusammen mit Euch gelesen und kann es leider auch nicht zusammen mit Euch besprechen, aber das es sich um einen meiner absoluten Lieblinge handelt, mußte ich Dir doch antworten. Das Gefühl, nichts zu wissen, war natürlich ganz stark, aber irgendwann habe ich das außen vor gelassen und diese herrlichen, aberwitzigen Dialoge zwischen Onno und Max genossen. Mir hat dieser "Prolog im Himmel" auch gut gefallen und natürlich hat mich alles ein bißchen an den Faust erinnert von wegen prästabilierte Harmonie und so.
Die Erinnerung an das Pendel hatte ich beim Lesen nicht, aber ich weiß, was Du damit meinst. Das Gefühl, absolut nichts zu wissen, tauchte beim Pendel auch bei mir auf. Mir ist es beim Mulisch aber leichter gefallen, den Handlungssträngen zu folgen als beim Pendel (was mich aber auch begeistert hat). Inzwischen habe ich den Mulisch auch ein weiteres Mal gewesen und das hat meinem Eindruck von dem Buch nicht geschadte; ganz im Gegenteil. Ich freue mich, daß es Dir gefallen hat. Nachdem ich es das erste Mal gelesen habe, habe ich meinen halben Freundeskreis damit beglückt; leider nicht immer bekehrt *g*.
Vielleicht kannst Du die wichtigsten Punkte aus Eurem Lesekreis mal hier abstellen (wenn das nicht zuviel Arbeit ist).


Herzlichen Gruß


Luca

Übernahme-User aus dem alten Forum
Luca
 
Beiträge: 10
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Die Entdeckung des Himmels / Harry Mulisch

Beitragvon Frank » 06.11.2000, 13:57


hi daniela,


glaube mich dunkel erinnern zu können, dass ich hier im forum schon mal eine plädoyer für dieses buch gehalten habe.
nun in physik und astronomie bin ich nicht sonderlich bewandert, jedoch habe ich einiges über die malerei und architektur nachgeschlagen. er hat sich nur die geschichte ausgedacht, der rest ist recherchiert. ich gehe davon aus, dass das auch auf die astronomie zutrifft. zumindest bis auf den teil mit dem stern hinter dem stern und der damit verbundenen bedeutung *lach*.
für mich war das buch ein highlight, manchmal gingen mir die gespräche zwischen den engeln ein wenig auf den geist, weil es mir schwer fiel die beiden immer wieder zuzuordnen, aber vielleicht lag das an meiner mangelnden konzentration, da ich da buch kaum noch weglegen konnte.


gruss

Übernahme-User aus dem alten Forum
Frank
Leser
 
Beiträge: 65
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Die Entdeckung des Himmels / Harry Mulisch

Beitragvon Teresa (NN) » 08.11.2000, 12:26


Hallo Daniela!



Schön wenn jetzt wieder mal eine Diskussion über "Die Entdeckung..." vorliegt,weil es meiner Meinung nach tatsächlich zu den gewissen Büchern zählt,die man immer wieder lesen kann ohne das Gefühl zu bekommen schon alles entdeckt zu haben was der Autor einem zu bieten hat.
Wie Luca haben auch mir besonders die Dialoge von Onno und Max am besten gefallen,es war das reinste Vergnügen ihnen zu folgen.
Für sie ist Wissenschaft so leicht,so spannend,so uberschaubar,man hat einfach den Eindruck beide würden sich mit einem Spiel beschäftigen anstatt mit ernsthafter Forschung.
Aber auch abgesehen von dem inhaltlichen Reichtum finde ich Mulisch hat eine sehr gute Geschichte erzählt,die auch von der ganzen Konstelation her anspricht ,weshalb man "Die Entdeckung..." sowohl Leuten mit Wissensdurst empfehlen kann,als auch Leuten die einfach wieder niveauvoll unterhalten werden möchten.


Liebe Grüße,
Teresa

Übernahme-User aus dem alten Forum
Teresa (NN)
 
Beiträge: 11
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon summer00 » 25.07.2001, 20:26


Hallo!
Erst einmal DANKE Daniela für den super Tipp!!
Das Buch ist echt klasse und Ich werde es bestimmt noch mal lesen (naja, aber natürlich erst nach einiger Zeit).
Also ehrlich gesagt kommt das Buch gar nicht gegen "Gottes Werk & Teufels Beitrag" an, aber das ist ja auch eine ganz ganz andere Geschichte.
Ich hab noch 1 Link gefunden zu dem Buch, was intressant sein dürfte, naja aber man muss ja nicht die selbe MEinung haben wie der Webmaster aber die Bilder fand ich gut.
ICh werde wohl erst einmal " Armee der Superhelden" lesen und würde mich dann aber über weitere supi dupi Tipps freuen.
Tschüssi



ach ja der Link: http://www.stauff.de/himmel.htm

Übernahme-User aus dem alten Forum
summer00
 
Beiträge: 11
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Verfilmung: Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Daniela » 11.12.2002, 18:38

Wahrscheinlich wussten es alle immer schon, nur ich nicht... aber als ich gerade im Bücherforum gelesen hatte, dass "Die Entdeckung des Himmels" schon im Kino gesehen wurde, musste ich dann doch mal wieder Google bemühen *g*
Zeitgleich mit dem Herrn der Ringe startet also auch diese Verfilmung mit Stephen Fry, und sie dürfte ziemlich gelungen sein, wenn man der Kritik glauben darf.
Liebe Grüße,
Daniela
Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Zuletzt vorgestellt:
Bernhard Schlink - Sommerlügen
Benutzeravatar
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 4581
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin

Verfilmung: Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Tomke » 12.12.2002, 09:51


Liebe Daniela,


also, ich wusste es jedenfalls noch nicht ;-)


Ich mag ja Harry Mulisch so gar nicht, aber wenn Stephen Fry mitspielt, nehme ich natürlich ALLE sonstigen negativen Begleiterscheinungen in Kauf ... und wenn ich den Film bei minus 18 Grad auf einem Bein stehend ansehen müsste ;-) (naja, vorausgesetzt, ich dürfte das Bein mal wechseln ...)


LG
Tomke

Benutzeravatar
Tomke
Turboleser
 
Beiträge: 838
Registriert: 04.02.2008, 23:51
Wohnort: London

Verfilmung: Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Daniela » 16.12.2002, 01:01


Lieber Tomke,
es beruhigt mich ja, dass ich nicht die einzige bin, die nix mitkriegt *g*


Und, gehen wir zusammen ins Kino? Gleich am Freitag? *lach* und erzählen uns dann davon?


Liebe Grüße,
Daniela

Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Zuletzt vorgestellt:
Bernhard Schlink - Sommerlügen
Benutzeravatar
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 4581
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin

Verfilmung: Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Daniela » 23.12.2002, 02:31


Hallo Tomke,
ich habe mir den Film heute angesehen (und nachher noch in einer Kneipe durchbesprochen, die sich netterweise *State O´Maine* nennt ... und einen motorradfahrenden Bären im Logo enthält...)


Willste wissen, wie er war?


Kennst du den "http://www.die-leselust.de/buch/mulisch_harry_entdeckung.htmInhalt des Buches? Die Verfilmung hält sich in der Dramaturgie sehr stark daran, was für den Kenner des Buches den Vorteil hat, dass er die Lücken problemlos füllen kann, aber für Nicht-Buchkundige doch oft Verwirrung erzeugt (meine beiden Begleiter kannten das Buch nicht). Für mich waren dadurch zwar alle Schlüsselszenen drin, aber es hat trotzdem das Wesentliche gefehlt. Mulisch hat zwischen den Szenen immer den Boden bereitet, auf dem die einzelnen Passagen dann erst richtig gewirkt haben, er hat das Verständnis des Lesers aufgebaut - das fehlte im Film völlig.


Dazu kommt, dass das Buch wesentlich witziger und *leichter* ist; dem Film (vielleicht auch nur der Synchronisation, ich weiß es nicht) ist leider die Ironie und der Charme verloren gegangen. Zwar gibt es durchaus noch witzige Szenen, hin und wieder auch wirklich gute Dialoge, aber sie bleiben in der Minderzahl.


Aufgehangen ist das alles ja an der Aufgabe der Engel, die Bundeslade zurückzuschaffen. Während ich mich im Buch (zumindest bis kurz vor Schluss) über die Engel-Einschübe sehr gut amüsiert habe, fand ich alleine schon diese Darstellung von *Himmel* im Film sehr unpassend und irritierend.


Stephen Fry als Onno Quint war eine ausgezeichnete Besetzung (auch wenn er mir im letzten Teil als Gammler nicht mehr überzeugend vorkam), auch Max Delius war mit (?) gut besetzt und entsprach meinen Vorstellungen. Ada hingegen war einfach nur ... blond. Dieses hübsche Gesicht hatte für mich viel zu wenig Ausstrahlung, eine völlig blasse Figur, nicht zu vergleichen mit der literarischen Vorlage.


Schon im Buch war ich mit dem letzten Drittel nicht mehr wirklich glücklich; im Film wirds dann richtig schnulzig.


Nein, ganz so schlimm war es nicht, über eine weite Strecke war der Film durchaus unterhaltsam, aber insgesamt (trotz der inhaltlichen Kürzungen) zu lang, und zum Schlus... wie schon erwähnt.


Gut gefallen haben mir die Aufnahmen von Amsterdam und Rom, ich mag es ja, wenn auch die Stadt entsprechend *mitspielt*.


Ich bin ja mal gespannt, ob du trotzdem noch ins Kino gehst, um dir den Film anzugucen *G*


Liebe Grüße,
Daniela

Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Zuletzt vorgestellt:
Bernhard Schlink - Sommerlügen
Benutzeravatar
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 4581
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin

Verfilmung: Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Tomke » 23.12.2002, 15:44


Liebe Daniela,


ja, dankeschön für die detailierte Information. Das Buch kenne ich (leider??) nicht - eigentlich müsste mich das Thema schon interessieren, aber ich kann den Mulisch nicht leiden und habe deshalb noch einen Bogen drum gemacht ...


Den Film gucke ich mir aber in jedem Fall an (18 Grad Frost und ein Bein - you remember ;-))) Gestern wäre es schon fast dazu gekommen, aber dann konnten wir nicht rausfinden, ob und wo er in Stuttgart läuft, und dann haben wir uns "Besessen" angeguckt und ebenfalls anschließend in der Kneipe (schon wieder im "Planie" *winke zu Dana und Uli*) durchgeschnackt. Dazu an anderer STelle mehr...


Ich lasse dich wissen, wie mir der Film als Nichtbuchkenneraberstephenfryliebhaber gefallen hat ;-)


LG
Tomke

Benutzeravatar
Tomke
Turboleser
 
Beiträge: 838
Registriert: 04.02.2008, 23:51
Wohnort: London

Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Tomke » 05.01.2003, 15:22


Liebe Daniela,


Gepriesen sei Stephen Fry!


Gestern abend war's dann auch in Stuttgart so weit ... Mein erster und übergeordneter Eindruck: Habe den Film sehr genossen. Durch deine eher verhaltene Rezension habe ich nicht so viel erwartet, aber insgesamt bin ich nicht enttäuscht worden. Das Buch kenne ich ja bisher nicht, hatte aber nicht den Eindruck, daher im Film nicht mitzukommen. In der Tat erschien mir einiges etwas gerafft und kurz abgehandelt, hier hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, aber insgesamt kam ich ganz gut mit (glaube ich jedenfalls, vielleicht würde ich bei einer näheren Prüfung glatt durchfallen *gggg*). Einzig die Frage, warum Ada jetzt ins Koma fallen musste, war irgendwie unklar, aber das ist auch nur meiner Begleitung aufgefallen ...
Insgesamt gefiel mir die Mischung aus ernsthaften Themen und sarkastischem Humor ganz ausgezeichnet. Aber auch bei diesem Film ging es mir so wie auch schon bei "Besessen": Die Schauspieler haben's gemacht - besonders allerdings Stephen Fry. Er war als Onno einfach wunderbar und hat schon durch seinen Sarkasmus dem Film die nötige Würze gegeben. Die Besetzung von Max hingegen fand ich ehrlich gesagt verfehlt. Am Anfang war ich völlig verunsichert, weil ich dieses Gesicht so gut kannte, bis mir dann einfiel, dass es der "Willoughby" aus "Sense & Sensibility" mit Emma Thompson war. Von da an konnte ich ihn eigentlich schon kaum mehr ernst nehmen - und der immerfort offen stehende Mund mit seinen fischartigen Bewegungen hat auch nicht dazu beigetragen, seine Intelligenz im Auge des Zuschauers zu erhöhen ... ;-)


Insgesamt also: ich habe viel gelacht, fand es spannend und auch anregend. Aber das Hauptfazit heißt: Gepriesen sei Stephen Fry!


Bleibt nur noch die Frage, ob ich das Buch doch noch lesen sollte ....????


LG
Tomke

Benutzeravatar
Tomke
Turboleser
 
Beiträge: 838
Registriert: 04.02.2008, 23:51
Wohnort: London

Die Entdeckung des Himmels

Beitragvon Tomke » 07.01.2003, 09:18



Liebe Daniela,


ja, ich glaube, in meinen Augen war das Maß der Gnade größer. Die Ada war jetzt nicht der Kracher, aber soooo blaß und farblos fand ich sie auch nicht, zumal sie ja auch von der Dramaturgie her eher ein "Werkzeug" sein sollte. Gegen S. Fry fiel sie natürlich ab, aber wen hätte man da schon auffahren sollen *lach* ...


LG
Tomke

Benutzeravatar
Tomke
Turboleser
 
Beiträge: 838
Registriert: 04.02.2008, 23:51
Wohnort: London

Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Bruna » 20.05.2003, 14:38

DANIELA, ich habe eben gesehen, dass du von HARRY MULISCH *die entdeckung des himmels* sehr angetan bist. nun habe ich im LITERATURCAFE gesehen, dass dieses buch bzw. der autor mit LEON DE WINTER verglichen wird. findest du auch, dass ihr stil ähnlich ist?
ich hatte diesen roman von MULISCH schon so oft in der hand, aber irgendwie hat mich das thema nie angesprochen (ob das so wäre wie jetzt bei *middlesex*? *ggg*)
werde wohl dochmal in der BH hinein lesen


lg bruna

servus aus wien,
bruna

derzeitige lektüre: "eine jugend* von patrick modiano

[b]zuletzt beendet:
"madalyn" von michael köhlmeier
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 536
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Valentine » 20.05.2003, 15:51


Hallo Bruna,


"Die Entdeckung des Himmels" ist ein MUSS! Unbedingt lesen! Harry Mulisch packt in diesen Wälzer so viel Wissenswertes hinein, dazu eine packende Geschichte mit höchst originellen Charakteren, daß das Buch ein einziges Lesevergnügen ist. Ich hatte das Buch ursprünglich nur aus der Bibliothek ausgeliehen und mußte es mir dann kaufen, damit ich es jederzeit noch mal in die Hand nehmen kann. Eines der Bücher, die man am Ende atemlos zuklappt, tief Luft holt und nur noch staunt, wie sich ein Mensch so was ausdenken kann. Eines meiner "Besonderen Bücher".


LG
Valentine

Medicine, law, banking - these are necessary to sustain life.
But poetry, romance, love, beauty - these are what we stay alive for.

(Dead Poets Society)
Benutzeravatar
Valentine
Turboleser
 
Beiträge: 1445
Registriert: 29.01.2008, 08:25
Wohnort: arse-ape-castle

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Bruna » 20.05.2003, 17:20


.... auch wenn man MULISCH ansonsten nicht mag??? *gggg*



>Hallo Bruna,
>"Die Entdeckung des Himmels" ist ein MUSS! Unbedingt lesen! Harry Mulisch packt in diesen Wälzer so viel Wissenswertes hinein, dazu eine packende Geschichte mit höchst originellen Charakteren, daß das Buch ein einziges Lesevergnügen ist. Ich hatte das Buch ursprünglich nur aus der Bibliothek ausgeliehen und mußte es mir dann kaufen, damit ich es jederzeit noch mal in die Hand nehmen kann. Eines der Bücher, die man am Ende atemlos zuklappt, tief Luft holt und nur noch staunt, wie sich ein Mensch so was ausdenken kann. Eines meiner "Besonderen Bücher".
>LG
>Valentine

servus aus wien,
bruna

derzeitige lektüre: "eine jugend* von patrick modiano

[b]zuletzt beendet:
"madalyn" von michael köhlmeier
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 536
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Daniela » 21.05.2003, 00:14

Hallo Bruna,
ja, meiner Meinung nach sollte man "Die Entdeckung des Himmels" auch dann lesen, wenn man sonst nicht unbedingt ein Mulisch-Fan ist. Mich hat auch keines der Bücher, die ich sonst von ihm gelesen habe, richtig vom Hocker gerissen, aber das waren auch nicht besonders viele ;-)
In diesem Buch hier hat er aber gezeigt, dass er einfach großartig erzählen kann, und wie bei de Winter auch lässt man sich einfach auf eine Reise mitnehmen.
Lies doch einfach mal rein - alleine schon der Prolog der beiden Engel ist einfach genial ;-)) (also einfach den ganzen Prolog lesen...)
Liebe Grüße,
Daniela
Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Zuletzt vorgestellt:
Bernhard Schlink - Sommerlügen
Benutzeravatar
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 4581
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Bruna » 21.05.2003, 08:24


mich schreckt aber alleine die tatsache, dass engel *mitspielen* und sich unterhalten schon ab *g*.
ich bin wohl einfach zu realistisch ;-))


schönen tag
bruna



>Hallo Bruna,
>ja, meiner Meinung nach sollte man "Die Entdeckung des Himmels" auch dann lesen, wenn man sonst nicht unbedingt ein Mulisch-Fan ist. Mich hat auch keines der Bücher, die ich sonst von ihm gefallen habe, richtig vom Hocker gerissen, aber das waren auch nicht besonders viele ;-)
>In diesem Buch hier hat er aber gezeigt, dass er einfach großartig erzählen kann, und wie bei de Winter auch lässt man sich einfach auf eine Reise mitnehmen.
>Lies doch einfach mal rein - alleine schon der Prolog der beiden Engel ist einfach genial ;-)) (also einfach den ganzen Prolog lesen...)
>Liebe Grüße,
>Daniela

servus aus wien,
bruna

derzeitige lektüre: "eine jugend* von patrick modiano

[b]zuletzt beendet:
"madalyn" von michael köhlmeier
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 536
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Nele » 21.05.2003, 08:51


Hallo Bruna,
ich glaube, das war mein Vergleich, oder? *ggg*
Lass Dich von den Engeln nicht abschrecken - das Ganze ist sehr realistisch aufgezogen, so dass Mulischs Version vom Himmel Deiner wahrscheinlich eher gleich kommt!
Liebe Grüsse,
Nele
Nele
Vielleser
 
Beiträge: 293
Registriert: 31.01.2008, 08:39

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Valentine » 21.05.2003, 09:47


Hallo Bruna,


die Rolle der Engel tritt nach dem Prolog zunächst mal in den Hintergrund, und wenn sie Dich so kolossal stören, kannst Du ihre Szenen auch notfalls querlesen. Das Buch hat mich ganz einfach vom Hocker gehauen. Danach habe ich noch zwei Bücher von Mulisch gelesen bzw. angefangen, von denen mir eins überhaupt nicht gefallen hat und das andere auch ziemlich suspekt war. Man muß also Mulisch im allgemeinen nicht mögen, um diesen Mulisch im besonderen zu lieben.


LG
Valentine

Medicine, law, banking - these are necessary to sustain life.
But poetry, romance, love, beauty - these are what we stay alive for.

(Dead Poets Society)
Benutzeravatar
Valentine
Turboleser
 
Beiträge: 1445
Registriert: 29.01.2008, 08:25
Wohnort: arse-ape-castle

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Annie » 22.05.2003, 08:26

Liebe Daniela,
ich fand den Prolog ja eher unverständlich, langatmig und dadurch ein bißchen nervig. Da hätte ich das Buch am liebsten weggelegt. Es wurde dann aber besser und realistischer, obwohl der Schlußteil dann wieder ziemlich abgehoben ist. Ich finde, kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muß. Erstaunlicherweise erinnere ich aber einige Szenen noch immer gut.
Viele Grüße
Annie
Übernahme-User aus dem alten Forum
Annie
Vielleser
 
Beiträge: 330
Registriert: 08.08.2009, 10:39

Re: Mulisch --- De Winter???

Beitragvon Bruna » 22.05.2003, 11:09

hallo annie
nachdem ich mich etwas näher mit der geschichte befasst habe - und die interessiert mich einfach nicht - habe ich nun beschlossen das buch nicht zu lesen. - selbst wenn das buch sensationell geschrieben ist/wäre *g* ... es gibt doch so vieles, das ich wirklich lesen mag!!
lg bruna
servus aus wien,
bruna

derzeitige lektüre: "eine jugend* von patrick modiano

[b]zuletzt beendet:
"madalyn" von michael köhlmeier
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 536
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Nächste

Zurück zu Literaturgespräche – Leseerlebnisse, Austausch und Rezensionen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot], MSN [Bot], Yahoo [Bot] und 6 Gäste

cron