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Ich habe [i]Das Spiel ist aus[/i] gelesen und bin sehr beeindruckt von dem Buch. Ein Inhaltangabe lasse ich hier mal weg. Daniela hat auf ihren Seiten eine stehen, wer nachschlagen möchte. Ich versuche mal die Gedanken etwas zu systematisieren, die ich beim Lesen des Buches (und auch angeregt durch Danielas Kommentar) hatte:
1. Determiniertheit des Lebens
Das Leben von Eve und Pierre ist vorherbestimmt. Alles ist schon festgelegt: Das sie füreinander bestimmt sind, das sie sich erst im Totenreich treffen, das ist sogar schon im Buch registriert und wenn man den Gedaken des determinierten Lebens konsequent weiterfolgt, müsste man in dem Buch blättern können und dann dort finden, dass sie sich im Totenreich treffen, zurück zu den Lebenden kehren und auch, dass sie nach 24 Stunden wieder sterben. Selbst wenn es (eingeplante) Umwege im Leben gibt, es kommt am Ende auf das gleiche aus: Pierre wird wieder von Lucien erschossen, wie beim ersten Mal. Eve stirbt wieder im Hause und unter den Augen ihres Mannes.
Ich sehe diese Vorherbestimmtheit aber nicht als absolut, in dem Sinne, dass man sagen kann: mein Leben ist also auch genauso vorherbestimmt. Ich kann also aufgeben mich zu entscheiden, es ist ja eh alles klar.
Sondern ich sehe die Determiniertheit in dem Buch als Provokation: Ist mein Leben vorherbestimmt? ist das wirklich so, dass ich nicht entscheide, was ich tue, sondern "nur" irgendeiner Art von Direktion folge? Gibt es eine Direktion? Oder entscheide ich doch "wirklich" selbst? Gibt es nicht LÜcken in denen "ich" entscheide?
Letztendlich wirft das Buch (oder vielmehr Sartre) damit die alte philosophische Frage auf: Führen wir ein freies, selbstbestimmtes Leben oder ist alles vorherbestimmt?
2.Liebe allein reicht, oder reicht nicht?
Die Beiden sind füreinander bestimmt, sie haben also die besten Voraussetzungen für ihre Liebe, und trotzdem schaffen sie es nicht. warum schaffen sie es nicht? Sie schaffen es nicht, weil sie so tun als könnte man die Vergangenheit vernachlässigen. Bei ihrer Freude auf das gemeinsame Leben vergessen sie wichtige Sachen: a) Sie stammen aus unterschiedlichen sozialen Milieus b)Sie müssen auf Freundschaften und Familie verzichten c)Man kann die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Man "nimmt sie mit" ins weitere Leben.
Alles drei Punkte bereiten ihnen Schwierigkeiten, während sie sich bewähren sollen. Sie haben diese Sachen unterschätzt oder gar nicht drüber nachgedacht. Mein Fazit darus ist nicht, dass man nur die Liebe leben soll und alles andere vergessen soll, sondern genau andersherum: Wenn man meint, die Liebe allein reicht zum Leben, dann täuscht man sich. Die Liebe ist wichtig und sollte im Vordergrund stehen, aber wenn man die oben genannten Sachen ignoriert, kann es trotzdem schief gehen. Man kann seine Vergangenheit nicht wegwerfen. Sie holt einen wieder ein, wie bei eve und Pierre. Man kann sie nur integrieren, nicht ignorieren.
3. Vertrauen
Die Bedingung, dass die beiden wieder unter die Lebenden kehren dürfen ist folgende: [i]"Falls es ihnen innerhalb von 24 Stunden gelingt, sich in vollem Vertrauen und mit allen Kräften zu lieben, haben sie ein Anrecht auf ein vollstäniges menschliches Leben."[/i]
Wenn man eine Betonung auf "volles Vertrauen" legt, wird klar, warum sie am Ende sterben. Sie schaffen es nicht sich vollständig zu vertrauen. (Wie soll man das auch in 24 Stunden schaffen können?)Meiner Meinung nach sterben sie nicht, weil sie am Zeitpunkt nicht zusammen sind, sondern weil sie sich nicht genug Vertrauen. Sie vertrauen sich auch schon vorher nicht immer, zum Beispiel vertaru er nicht darauf, dass sie sich in seinem Lebensstandard wohl fühlt, aber auch Ende, als es drauf an kommt, zweifeln sie aneinander. Sie sagt es bei dem Telefonat sogar deutlich .[i]"Nein, Pierre.. Tu's nicht ...Du hast mich belogen...Du läßt mich im Stich...Du hast mich nie geliebt..."[/i] Sie hat kein Vertrauen in seine Liebe. Zum Leben und Lieben braucht man Vertrauen.
so, ich hoffe das es jemand geschafft hat bis hierher zu lesen *g* und bin gespannt auf Antworten.
Meike
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