Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

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Roman

Beitragvon AllgemeinerUser » 08.01.2001, 19:05


Dieser Roman ist der beste den ich überhaupt gelesen habe! Weil er mir so gut gefallen hat, halte ich Referat über das Buch "Lügen in Zeiten des Krieges"!Diese Webside ist sehr informativ!Ich hoffe das noch viele andere dieses Buch lesen werden!
Bye Dani
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Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Nele » 31.07.2002, 10:51


Hallo zusammen,
das war also mein erster Begley, nachdem ich hier im Forum schon Einige habe schwärmen sehen. Meine Mutter hatte ihn sich gekauft, aber ich hab ihn mir gleich unter den Nagel gerissen. Wie wohl die meisten dieser Dokumentationen oder Erzählungen, die sich während des Dritten Reiches abspielen, war auch diese sehr bedrückend und traurig. Ich finde, Begley hat einen sehr leichten Erzählstil und es gelingt ihm sehr gut, die tragischen und furchtbaren Erlebnisse so in den Hintergrund zu stellen, dass sie ob ihres Schreckens trotzdem sehr einprägsam sind und tief berühren, aber der eigentliche Titel des Buches, nämlich die Lügen, die der kleine Maciek und seine Familie leben, sehr gut herausgestellt wird. Und das ist ja auch ein ganz grosses Thema, dass viele Leute sich eben so verstellen mussten, um zu überleben, ihre eigenen Überzeugungen und ihre Herkunft, ihren Glauben leugnen mussten, damit sie überlebten. Und schliesslich damit leben mussten. Auch dieser Aspekt wird am Schluss ganz kurz von Begley herausgehoben - ein sehr schönes, natürlich auch sehr trauriges Buch. Ausserdem hatte ich noch nicht so viel über die Juden während des Dritten Reiches in Polen gelesen- das erste war eigentlich "Mein Leben" von MRR. Von daher fand ich auch die historischen Aspekte sehr interessant.
Daniela, Du hast doch jede Menge von ihm gelesen-welches empfiehlst Du mir jetzt?
Viele Grüsse, Nele
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Re: Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Daniela » 01.08.2002, 15:15


Hallo Nele,
es freut mich sehr, dass Louis Begley dein Gefallen gefunden hat!


Mir ging es ja ähnlich: ich war auch erstaunt, wie leicht und trotzdem tief Begley zu schreiben versteht. Vielleicht rührt seine sprachliche Präzision auch aus der Tatsache, dass er sich mit Sprachgenauigkeit ja sein Leben lang auseinandersetzen musste: als Jurist (und er war wohl ein ausgesprochen erfolgreicher Anwalt) kommt es ja auch darauf an, sehr exakt zu formulieren.


Speziell bei den *Lügen* hat mich eben der Aspekt so besonders berührt, den ich bislang in der ganzen Thematik noch nie bedacht hatte: dass ja durch die vielen Notlügen auch eine Veränderung der Identität erfolgt...


Welches Buch ich dir als nächstes von ihm empfehlen würde?
"Der Mann, der zu spät kam"


Es ist von der Thematik her allerdings ganz ganz anders - auf seine Kindheit und Jugend hat sich Begley nur in einem einzigen Buch bezogen ;-)


Liebe Grüße, und hoffentlich viel Spaß dabei!
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Re: Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Nele » 01.08.2002, 15:22


Siehste- wieder was gelernt! Dass Begley Jurist war, stand vorne im Büchlein, dass er noch dazu ausgesprochen erfolgreich war, ist ja auch toll. Das hängt dann ja wirklich bestimmt mit seinen sprachlichen Fähigkeiten und seiner präzision dahingehend zusammen.
"Der Mann, der zu spät kam" ist bereits notiert.
Ich lese übrigens gerade von John von Düffel "Zeit des Verschwindens". Das hast Du ja auch schon gelesen, bis jetzt lässt es sich ganz gut an. Bei dem Link zu "Vom Wasser" von Düffel erscheint bei mir übrigens ein weisses Blatt - liegt das an meinem PC oder stimmt da was nicht?
Ich werde dann mal berichten, wie ich´s fand.
Viele Grüsse - Nele
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Lügen in Zeiten des Krieges -brauche hilfe

Beitragvon AllgemeinerUser » 12.03.2003, 17:25

Ich habe probleme mit dem letzten Kapitel,wie ist dieses zu deuten?
Die Erzählerperspektive wechselt.
Ist das der selbe Mann der das Vorwort spricht? (Ein Mann von fünfzigjahren könnte er sein).
Und was soll die Geschichte mit dem Hund aussagen?(Nur dasMaciekverstört istkanndoch nicht alles sein oder?
Zu guter letzt,ich kann kein Latein:Was bedeutet derLateinische Schlussatz?
Ich wäre für Antworten und Anregungen sehr dankbar.
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Re: Lügen in Zeiten des Krieges -brauche hilfe

Beitragvon Daniela » 14.03.2003, 13:50

Ja, die Person, die am Ende erzählt, ist der erwachsen gewordene Junge, der bis zum Schluss ein Problem mit Identität hat, weil er sie mehrmals gewechselt hat.
Was das lateinische Zitat zu bedeuten hat, weiß ich allerdings nicht mehr, ich hab auch das Buch gerade nicht zur Hand, vielleicht kannst du es ja nochmals hier abtippen? dann kann dir vielleicht jemand weiterhelfen...
LG, Daniela
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Lügen in zeiten des Krieges

Beitragvon Lars » 25.06.2003, 16:57

hallo leute.
ich hab das buch vom louis begley schon gelesen. ganz interessant.
nun muss ich das ding vorstellen in form einer schriftlichen buchvorstellung.
der knackpunkt: ich brauch passende bilder zu diesem buch oder zu dem gesamten thema was dort erwähnt wird. habt ihr irgend ne idee wo ich solches bildmaterial finden kann, was dazu passt?
ihr würdet mir sehr helfen

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Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Peter (NN) » 07.04.2005, 18:50


Ja, Die schöne Frau Seidenman empfehle ich dringend!
Eine Frage hätte ich noch...zum Titel "Lügen in Zeiten des Krieges"...und zwar, falls ihr es gelesen habt ist euch bestimmt schon die kursiv gedruckte Erzählung am Anfang und in der Mitte aufgefallen, oder? Ich würde gern wissen, wer das geschrieben haben soll, bzw. was sich Louis Begley, der Aztor, dabei gedacht hat, denn ich komme einfach nicht dahinter, wer das sein könnte :( ich hoffe ihr könntet mir ein wenig helfen ;)


MfG Peter K.

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Re: Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Valentine » 09.09.2005, 13:40


Bekanntes Thema: Juden in Polen während des 2. Weltkrieges.


Hier geht es konkret um den Jungen Maciek, der mit seinem Vater, seiner Tante Tanja, der Schwester seiner verstorbenen Mutter, und seinen Großeltern in einer kleinen Stadt lebt.


Als der Krieg beginnt, wird der Vater eingezogen, und schon bald beginnt die Hetze auf Juden. Die kluge Tanja lernt einen Deutschen kennen, der die Familie bei sich versteckt, doch auch das wird zu gefährlich, eines Tages ist Reinhard, der deutsche Helfer, tot, ebenso die Großmutter.


Man beschließt, sich zu trennen, um nicht aufzufallen. Tanja und Maciek schlagen sich mit falschen Pässen quer durch Polen, und Maciek lernt zu lügen, was das Zeug hält, um zu überleben.


Ein ziemlich deprimierendes Buch. Zwar haben Tanja und Maciek letztendlich ein ums andere Mal Glück, aber die ständige Bedrohung bringt Begley sehr gut rüber, die erzwungene Rastlosigkeit, die nie endende Unsicherheit.


Besonders beeindruckt hat mich die Passage über Macieks Erstkommunion. Um nicht aufzufallen, weil er ja laut Pass katholisch ist, geht Maciek mit seinen Altersgenossen zur Kommunion und lernt im Kommunionunterricht den Katechismus. Dort steht, dass Lügen eine Todsünde ist - doch damit niemand etwas merkt, kann er sich nicht als Jude bekennen, kann nicht vor der Kommunion getauft werden, was eigentlich Voraussetzung ist. Kurz, er muss lernen, sich mit einem Haufen von Lügen zu arrangieren.


Insgesamt hat mich das Buch aber auch beim Lesen recht runtergezogen und war überdies an manchen Stellen ein bisschen verwirrend. Manchmal kam ich bei den vielen Ortswechseln nicht mehr ganz mit, und aus dem Ende wurde ich teilweise nicht so ganz schlau. Dass Maciek auch nach dem Krieg unter seiner falschen Identität weitergelebt hat, überraschte mich - vielleicht aber auch unter anderem eine Art Verdrängungsmechanismus?


LG
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Re: Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Daniela » 11.09.2005, 20:38


Hallo Valentine,
für mich ist es in letzter Hinsicht irgendwie konsequent, dass er unter dem neuen Namen weiterlebt; denn wirklich zurück zu seinem alten Ich kann er nicht mehr, dazu hat er zu viel erlebt, zu viel auch gemacht, auch diese Rückkehr wäre eine erneute Lüge. So zumindest hatte ich mir das zurechtgedacht...


LG, Daniela

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Re: Louis Begley - Lügen in Zeiten des Krieges

Beitragvon Valentine » 14.09.2005, 11:00


Konsequent ist es auch, mich hat es nur überrascht, weil das für mich ein völlig neuer Aspekt war, an den ich noch nie gedacht hatte, höchstens auf seiten der "Täter", wenn man es mal so ausdrücken will, die ihren Lebensabend unter falschem Namen irgendwo in Südamerika verbrachten.


LG
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