Eher ein bisschen skeptisch hatte ich das Buch aus der Bibliothek entliehen - ich wollte halt mal einen Walser zumindest angefangen haben.
Faszinierenderweise zog mich das Buch schon auf den ersten zwanzig Seiten in seinen Bann. Wie lebendig Walser die Dorfgemeinschaft mit all ihren Charakterköpfen, den verschiedenen Lebenseinstellungen und natürlich den unterschiedlichen Dialekt- bzw. Sprachgewohnheiten darstellt!
Es ist ein "anderes" Buch über die Nazizeit, eher hintergründig und doch sehr eindringlich und deutlich kommt der braune Zeitgeist zur Sprache. Im Vordergrund steht die persönliche Entwicklung des Jungen Johann, der schon von Kindheit an ein Wortfanatiker ist und vom Vater in seiner "Tintenschlecker"-Neigung, wie man es im Dorf verächtlich nennt, immer bestärkt worden ist.
Auch wenn Walser mit seinen jüngsten Romanen nicht gerade Hits gelandet zu haben scheint, werde ich mich mit Sicherheit noch stärker mit seinem Werk beschäftigen.
LG
Valentine

