Karin Alvtegen - Scham

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Karin Alvtegen: Scham

Beitragvon Valentine » 06.11.2006, 13:52

Monika ist erfolgreiche Chefärztin und hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann - nur mit Beziehungen tut sie sich schwer wegen der Schuldgefühle, die sie quälen, seit ihr Bruder mit 17 bei einem Brand ums Leben kam, den sie verschuldet zu haben glaubt. Doch seit einiger Zeit ist sie zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich verliebt.


An Maj-Britt ziehen die Tage gleichförmig vorbei. Unsäglich übergewichtig hockt sie in der Wohnung, voller Hass und Bitterkeit auf ihre Umwelt, und erträgt die Besuche der Krisenhilfe-Mitarbeiter nur, weil sie ohne fremde Hilfe ihren Alltag nicht mehr bewältigen kann. Was niemand weiß: tief drinnen quälen sie immer noch schreckliche Erinnerungen an Scham, Demütigung und Schuldgefühle aus ihrer Jugend und der Zeit ihrer Ehe.


Dann werfen zwei Ereignisse die beiden Frauen, die sich nie gesehen haben, völlig aus der Bahn und führen sie letztendlich zusammen: Maj-Britt erhält einen Brief von einer Freundin aus alten Zeiten, der sie wider Willen mitten ins Herz trifft und sie zwingt, über die schlimmen Erinnerungen nachzudenken. Monika entgeht durch Zufall einem tödlichen Autounfall, plagt sich deshalb erneut mit Schuldgefühlen und glaubt, um jeden Preis etwas wieder gutmachen zu müssen.


Das Buch ist kein Thriller, wie es meine Bibliothek etikettiert hat. Es ist auch kein Krimi, wie man es von Frau Alvtegen gewohnt ist. Vielmehr erinnert der Roman an die spannenden psychologischen Studien von Barbara Vine. Auch hier blickt man in die Seelenabgründe der Protagonistinnen, die in ihren Erinnerungen und daraus resultierenden negativen Gefühlen so gefangen sind, dass man sie manchmal schütteln möchte, erlebt ihre Obsessionen und Abneigungen hautnah mit, bis sich die Lebenswege der beiden schließlich kreuzen und sich ihrer beider Leben unwiderruflich dadurch verändert.


Die Auflösung des Buches hat mich nicht völlig überzeugt, doch davon abgesehen ist es eine lesenswerte Charakterstudie zweier Frauen, die völlig verschieden sind und sich doch in ihrem tiefsten Innern ähneln.


LG
Valentine

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Re: Karin Alvtegen: Scham

Beitragvon Danni » 07.11.2006, 14:39


>Monika ist erfolgreiche Chefärztin und hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann - nur mit Beziehungen tut sie sich schwer wegen der Schuldgefühle, die sie quälen, seit ihr Bruder mit 17 bei einem Brand ums Leben kam, den sie verschuldet zu haben glaubt. Doch seit einiger Zeit ist sie zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich verliebt.
>An Maj-Britt ziehen die Tage gleichförmig vorbei. Unsäglich übergewichtig hockt sie in der Wohnung, voller Hass und Bitterkeit auf ihre Umwelt, und erträgt die Besuche der Krisenhilfe-Mitarbeiter nur, weil sie ohne fremde Hilfe ihren Alltag nicht mehr bewältigen kann. Was niemand weiß: tief drinnen quälen sie immer noch schreckliche Erinnerungen an Scham, Demütigung und Schuldgefühle aus ihrer Jugend und der Zeit ihrer Ehe.
>Dann werfen zwei Ereignisse die beiden Frauen, die sich nie gesehen haben, völlig aus der Bahn und führen sie letztendlich zusammen: Maj-Britt erhält einen Brief von einer Freundin aus alten Zeiten, der sie wider Willen mitten ins Herz trifft und sie zwingt, über die schlimmen Erinnerungen nachzudenken. Monika entgeht durch Zufall einem tödlichen Autounfall, plagt sich deshalb erneut mit Schuldgefühlen und glaubt, um jeden Preis etwas wieder gutmachen zu müssen.
>Das Buch ist kein Thriller, wie es meine Bibliothek etikettiert hat. Es ist auch kein Krimi, wie man es von Frau Alvtegen gewohnt ist. Vielmehr erinnert der Roman an die spannenden psychologischen Studien von Barbara Vine. Auch hier blickt man in die Seelenabgründe der Protagonistinnen, die in ihren Erinnerungen und daraus resultierenden negativen Gefühlen so gefangen sind, dass man sie manchmal schütteln möchte, erlebt ihre Obsessionen und Abneigungen hautnah mit, bis sich die Lebenswege der beiden schließlich kreuzen und sich ihrer beider Leben unwiderruflich dadurch verändert.
>Die Auflösung des Buches hat mich nicht völlig überzeugt, doch davon abgesehen ist es eine lesenswerte Charakterstudie zweier Frauen, die völlig verschieden sind und sich doch in ihrem tiefsten Innern ähneln.
>LG
>Valentine


Hallo Valentine,
welche Bücher von Barbara Vine meinst du denn?
SCHAM habe ich geradezu verschlungen... ich mag sie eigentlich alle von Karin Alvtegen!
LG von Danni!

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Re: Karin Alvtegen: Scham

Beitragvon Valentine » 07.11.2006, 16:04


Huhu Danni!


Ich hatte kein bestimmtes Buch von der Vine im Hinterkopf, mich hat Alvtegens Erzählweise in diesem Buch generell an Vines Bücher erinnert, weil auch sie ohne Brutalitäten und Blutvergießen eine unglaubliche Spannung erzeugt, indem sie den Leser tief in die Seelen ihrer Figuren hineinschauen lässt.


Von Barbara Vine mochte ich besonders "Der Schwarze Falter", "Heuschrecken", "Die königliche Krankheit" und "Liebesbeweise".


Hast Du schon mal was von ihr gelesen? Könnte Dir, schätze ich, auch gefallen...


LG
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Re: @Danni: Barbara Vine

Beitragvon Valentine » 08.11.2006, 15:57


[i]Als kleine "Einschränkung" sollte man vielleicht mal vorschicken, dass ihre Bücher keine rasante Spannung verbreiten, man könnte manchmal auch von etwas langatmig sprechen... aber bei ihr stört mich das nicht![/i]


Ich dachte mir, wenn Danni "Scham" mochte, wird sie auch mit Frau Vine zurechtkommen ;-)


LG
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Re: @Danni: Barbara Vine

Beitragvon Danni » 08.11.2006, 18:56


>>Huhu Danni!
>>Ich hatte kein bestimmtes Buch von der Vine im Hinterkopf, mich hat Alvtegens Erzählweise in diesem Buch generell an Vines Bücher erinnert, weil auch sie ohne Brutalitäten und Blutvergießen eine unglaubliche Spannung erzeugt, indem sie den Leser tief in die Seelen ihrer Figuren hineinschauen lässt.
>>Von Barbara Vine mochte ich besonders "Der Schwarze Falter", "Heuschrecken", "Die königliche Krankheit" und "Liebesbeweise".
>>Hast Du schon mal was von ihr gelesen? Könnte Dir, schätze ich, auch gefallen...
>>LG
>>Valentine
>
>der Empfehlung schließe ich mich einfach mal an ;-)
>Als kleine "Einschränkung" sollte man vielleicht mal vorschicken, dass ihre Bücher keine rasante Spannung verbreiten, man könnte manchmal auch von etwas langatmig sprechen... aber bei ihr stört mich das nicht!


Hallo Valentine!
Nein, ich habe noch nichts von ihr gelesen! Hab eben schon mal gestöbert bei amazon nach Deinen Vorschlägen...kann mich gerad so gar nicht entscheiden! Erinnert mich auch irgentwie an Martin Suter?! Kam mir so spontan SMALL WORLD in Sinn...
Mal sehen für welches Vine-Buch ich mich entscheide...vielen Dank!
LG von Danni!

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Re: @Danni: Barbara Vine

Beitragvon Valentine » 09.11.2006, 10:37


Hmmm ... Suter hat vielleicht ein etwas höheres Erzähltempo, aber ja, auch er versteht es, ohne Blutvergießen durch Psychologie und zwischenmenschliche Verstrickungen Spannung zu erzeugen.


Berichte mal, wofür Du Dich entschieden hast :-) Meine "Einstiegsdroge" war "Der schwarze Falter".


LG
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