die Meldung habe ich gerade bei Spiegel Online entdeckt.
Leider kenne ich weder den Autor, noch habe ich ein Werk von ihm gelesen.
Kenn ihn jemand von Euch?
Schönen Sonntag,
Claudia
die Meldung habe ich gerade bei Spiegel Online entdeckt.
Leider kenne ich weder den Autor, noch habe ich ein Werk von ihm gelesen.
Kenn ihn jemand von Euch?
Schönen Sonntag,
Claudia
LG
Tom
>Hallo,
>die Meldung habe ich gerade bei Spiegel Online entdeckt.
>Leider kenne ich weder den Autor, noch habe ich ein Werk von ihm gelesen.
>Kenn ihn jemand von Euch?
>Schönen Sonntag,
>Claudia
Sie reisten zu den Stätten ehemaliger Lager und suchten nach Spuren der damaligen Deportationen von Angehörigen der deutschen Minderheit. Oskar Pastior wurde mit siebzehn Jahren deportiert und konnte erst nach fünf Jahren Zwangsarbeit auf Kohlehalden in seine Geburtsstadt zurückkehren. Herta Müllers Mutter und Ernest Wichners Vater waren ebenfalls fünf Jahre in Arbeitslagern in der ehemaligen Sowjetunion. Oskar Pastior, Herta Müller und Ernest Wichner sind nach mehr als 50 Jahren im Frühjahr 2004 gemeinsam auf
Spurensuche gegangen. Das Autorentrio präsentiert Eindrücke der Reise und liest aus den entstandenen Texten.[/b]
@TOM: ich muss dich enttäuschen, ich habe in diesem Jahr nicht mal die Zeit gehabt, mir darüber Gedanken zu machen *gggg* (Wobei wenn man bedenkt, dass nun wieder ein Lyriker fällig war ... ich hätte allerdings auf Robert Gernhardt getippt)
LG,
Dana
LG,
Dana
Traurige Grüße
Dana
Und am 1.11. war eine Lesung in der Stadtbibliothek Bielefeld geplant- er war auch schonmal hier im Rahmen des Bielefelder Colloquiums "Neue Poesie".
[i]Der Sprachakrobat und einzigartige Lyriker Oskar Pastior wurde in Siebenbürgen, Rumänien, geboren, studierte Deutsch in Bukarest und schreibt seit 1969 („Vom Sichersten ins Tausendste“) in Berlin. Er ist uns auch als Mitglied des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie wohl bekannt. Nun wird er mit dem wichtigsten Literaturpreis der Bundesrepublik, dem Büchner- Preis, am 12. Oktober 2006 ausgezeichnet.
Oskar Pastiors unnachahmliche Interpretation seiner eigenen sinnlich-mehrsinnigen Texte trifft auf Gabriele Haslers aberwitzige Stimmkunst und Roger Hanschels sensibles Saxophonspiel: Klangpoesie in reinster Form. In dieser Besetzung entstand — unter anderem nach neuen, bislang unveröffentlichten Texten — die im Herbst 2006 erscheinende Lyrik-CD „frösche und teebeutel“. [/i]
Klappentext
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.
Tomke hat geschrieben:Gestern las ich in der ZEIT eine interessante Doppelrezension des Buche.
Ein Vorwurf, den Radisch der Autorin macht, trifft m. E. ins Leere: Herta Müller fehle die eigene Gulag-Erfahrung, ihr Text produziere damit einen poetisch aufgeblasenen Kunstschnee. Nun stützt sich die Autorin jedoch auf Gespräche mit und Aufzeichnungen von Oskar Pastior - vieles dessen, was Radisch als unauthentisch kritisiert, dürfte doch von Pastior stammen und daher durchaus authentisch sein?
Was meint Ihr?
LG
Tom
Tomke hat geschrieben:Ich habe jetzt etwas über 100 Seiten gelesen.
Bisher kann ich sagen:
Das ist ein bedeutendes, großartiges Buch.
Ich würde mich freuen, wenn es den Preis gewinnt.
Es kommt sicher auf meine Top 2009-Liste.
Dieses Buch kann und will keine Dokumentation, kein historischer Roman sein und ist schon gar nicht einem naiven Abbildrealismus verpflichtet. Mit seinem dichten Motivnetz schafft der Roman eine Intensität und Präsenz, die ihresgleichen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur nicht hat.
„Atemschaukel“ ist mit Herzblut geschrieben. Es ist ein Manifest der Erinnerung und der Sprache, deren komplexes Verhältnis es auf ergreifende Weise bezeugt. Ein Meisterwerk.
In seiner Stimme hallte ein Echo. Einige fingen an zu weinen, die Luft stand glasig. Sein Gesicht war in den Wahn getaucht. Der Speichel auf seinem Jackett war glasiert. Da sah ich das Brustabzeichen, es war der Mann mit den Albatrosknöpfen. Er stand ganz allein und schluchzte mit einer Kinderstimme. Bei ihm geblieben war nur der versaute Schnee. und hinter ihm die gefrorene Welt mit dem Mond wie ein Röntgenbild.
Die Lokomotive tutete einen einzigen dumpfen Ton. Das tiefste UUUH, das ich je gehört habe. Jeder drängte sich zu seiner Tür. Wir stiegen ein und fuhren weiter.
Den Mann hätte ich auch ohne Brustabzeichen erkannt. Ich habe ihn im Lager nie gesehen. (S.21f.)
Stellen, die mir die Gedanken sofort dorthin ziehen, wo sich keine Worte aufhalten können.Je dichter diese Stellen im Text sind, umso rigoroser ist er,
je schütterer sie stehen, umso flacher ist der Text.
Nele hat geschrieben:... übrigens ist Herta Müller lt. NZZ eine der ganz heissen Anwärterinnen auf den Literaturnobelpreis. Das ist ja sehr spannend, wenn man Eure Kommentare liest und dazu die Rezensionen zur "Atemschaukel"!
LG Nele
Tomke hat geschrieben:Aber eine schöne (!!!) Überraschung wäre es.
Ralf hat geschrieben:Tomke hat geschrieben:Aber eine schöne (!!!) Überraschung wäre es.
...und sie hat es gemacht: da kannst du dich freuen Tomke...
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