Stephan Thome - Fliehkräfte

Hier ist Raum für alles rund um Bücher: Eindrücke nach dem Lesen, Rezensionen, Fragen, Austausch...

Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon gretel1203 » 16.09.2012, 16:44

Geschafft!
Ich habe das Buch gerne gelesen, auch die vielen küchenphilosophischen Sprüche haben mir gefallen und ich musste zum Teil laut lachen.
Eigentlich will Hartmut Hainbach eine Entscheidung treffen und macht sich dafür auf den Weg - durch seine persönliche Geschichte und halb Europa.
Am Ende ist er wohl mehr weggelaufen oder - geschwommen, was mir nicht zugesagt hat.

Wie ist es euch ergangen?
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Atalante » 18.09.2012, 08:50

Ich lese noch, habe aber bisher noch nicht gelacht.
Ich finde Thomes Stil gut und flüssig, das Thema fasziniert mich bisher allerdings nicht. Mir fehlt das etwas. Diese Beziehungsbiographie mit gelegentlichen Seitenhieben auf den Wissenschaftsbetrieb ist aber sicherlich massentauglich und daher ein Anwärter auf den Preis.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon gretel1203 » 18.09.2012, 14:41

Atalante hat geschrieben:Ich lese noch, habe aber bisher noch nicht gelacht.


Vielleicht lachen wir auch sonst über andere Dinge??
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Atalante » 18.09.2012, 15:16

Das wäre durchaus möglich, gretel. ;)

Aber bevor wir uns jetzt hier unsere Lieblingswitze erzählen, könntest Du ja etwas Küchenphilosophisches von Thome zitieren.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon gretel1203 » 18.09.2012, 19:31

Stephan Thome nennt es in Fliehkräfte selbst Küchenphilosophie, aber treffend finde ich es allemal:

"Manchmal ist es sogar besser, den falschen Schritt zu machen, statt grübelnd auf der Stelle zu treten."

Das hatte ich schon mal als 7. Satz von Seite 66 verkauft ;)

Die Stellen zum Lachen finde ich eh nicht wieder :(
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Kioki » 18.09.2012, 20:47

Das bezieht sich nicht auf das Buch, aber ich muß es einfach loswerden:
Neulich habe ich erfahren, daß Stephan Thome in Biedenkopf (das ist in Oberhessen) geboren wurde.
:twisted: Hoffentlich kommt er nicht demnächst auf die Idee, einen langen Roman über das Dorf seiner Kindheit zu schreiben. :twisted:
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Daniela » 19.09.2012, 04:47

Liebe Kioki,
Das ist längst passiert ;-)

Das Buch heißt Grenzgang und hat mir ziemlich gut gefallen. Kennst du Biedenkopf? Bin neugierig! Lg, Daniela
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Salini » 19.09.2012, 10:11

Bei mir hat das Buch keinen großen Eindruck hinterlassen- sprachlich gut, schreiben kann er, aber inhaltlich fand ich es auch nicht besonders gewinnbringend. Das Thema-alternder Prof bereist Stationen seines Lebens, an denen er auch andere Abbiegungen hätte nehmen können- ist nicht meins. Aber Thome schafft es schon -und ich meine das gelingt ihm im Wesentlichen durch seinen klaren Schreibstil- das Ganze nachvollziehbar und einigermaßen niveauvoll zu gestalten.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon gretel1203 » 19.09.2012, 17:06

Salini, das könnte ich so unterschreiben.

Und Grenzgang war tiefste hessische Provinz :lol:
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Kioki » 19.09.2012, 19:55

Daniela hat geschrieben:Liebe Kioki,
Das ist längst passiert ;-)

Das Buch heißt Grenzgang und hat mir ziemlich gut gefallen. Kennst du Biedenkopf? Bin neugierig! Lg, Daniela

Ach natürlich! Ich kenne sowohl Grenzgang als auch Biedenkopf (Letzteres allerdings nur vom Durchfahren).
gretel1203 hat geschrieben:Und Grenzgang war tiefste hessische Provinz :lol:

Ihr habt recht! Grenzgang ist bei mir nur nicht in die "Ich beschreibe meine Kindheit"-Schublade (à la Maier und Kurzeck) gerutscht. Aber stimmt, spielt ja sowas von in Biedenkopf. :?
Ist mir echt durch die Lappen gegangen, hatte ich einfach verdrängt. Peinlich, peinlich. :o
Einzige Entschuldigung: Grenzgang ist schon eher ein Roman als eine Kindheitsbeschreibung.

Ich bin total gespannt auf Fliehkräfte, kann´s mir morgen abholen!

Liebe Grüße
Kioki
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Atalante » 19.09.2012, 20:43

Salini hat geschrieben:Bei mir hat das Buch keinen großen Eindruck hinterlassen- sprachlich gut, schreiben kann er, aber inhaltlich fand ich es auch nicht besonders gewinnbringend. Das Thema-alternder Prof bereist Stationen seines Lebens, an denen er auch andere Abbiegungen hätte nehmen können- ist nicht meins. Aber Thome schafft es schon -und ich meine das gelingt ihm im Wesentlichen durch seinen klaren Schreibstil- das Ganze nachvollziehbar und einigermaßen niveauvoll zu gestalten.


Sehr treffend formuliert, Salini. Ich sehe das ähnlich. Als Figuren gefallen mir bisher, ich bin ja erst in der französischen Strandbar, der amerikanische Prof und die französische Geliebte. Jetzt, während ich es so aufschreibe, fällt mir eine gewisse Klischeelastigkeit auf, zu der auch die dralle portugiesische Ehefrau zählt mit schwarzen Haaren und sexy Stimme, versteht sich. :roll:
Och na ja, vielleicht ein Roman für Männer in den besten Jahren? Aber das hörte man auch oft über die Genazinogeschichten, die allerdings für mich sprachlich über Thome liegen. Womit ich diesen Autor und den Roman nicht abwerten möchte.
Ich bin gespannt, wer den Preis gewinnt. Bei dradio habe ich unlängst eine interessante Kritikerrunde zu Setz' Indigo gehört.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Jules » 21.09.2012, 09:58

Hallo,

ich bin ähnlicher Ansicht wie Salini und Atalante: Das Buch ist nicht schlecht, hat interessante Aspekte, aber so richtig mitreißen will es nicht. Ich finde eindeutig "Grenzgang" das bessere Buch von ihm. Sowohl der Wechsel zwischen den verschiedenen Grenzgang-Jahren, der Bezug der Personen untereinanander, die verschiedenen Perspektiven erzeugen ein Spannungsfeld in der die Entwicklung der Protagonisten gut zum tragen kommt. Das passiert in den Fliehkräften nicht, es ist irgendwie zu zentrifugal (Titel ist aber gut gewählt), obwohl ich allen Respekt vor den vielen psychologisch-stimmungsmäßigen Beobachtungen im zwischenmenschlichen Bereich habe. Das macht die Geschichte denn doch lesenswert.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Atalante » 25.09.2012, 16:11

Lesenswert ist sie auf jeden Fall, Jules, das finde ich auch.
Natürlich gibt es viele viel schlechtere Romane.
Ich glaube auch, daß er gute Chancen auf den Buchpreis hat, denn die Inhalte dieses Romans sprechen viele an. Er wird sich deshalb gut verkaufen und es stehen keine großen Hürden im Wege, damit er auch tatsächlich gelesen wird. In ein paar Jahren könnte er dann auch verfilmt werden. Auch das ist bei dieser Art von handlungslastiger Literatur ohne Weiteres möglich. ;)

Abschließend möchte ich noch sagen, daß mich das Buch gut unterhalten hat, hauptsächlich in schlaflosen Nachtstunden. Es war nicht langweilig, so daß ich sofort wieder eingeschlafen wäre, aber die ganze Geschichte ließ mich unbeteiligt.
Ein wenig überfrachtet wirkt sie mit all ihren Themen, 2. WK., Bolognareform, transnationale Familienbande, Homosexualität, und mit Klischees, gelangweilte Professorengattin, lustige, aber kindische portugiesische Zahnärzte, Jakobsweg, lockere Holländerinnen, spießige Provinzbevölkerung.

Das Frauenbild Hainbachs lässt mich allerdings stark an dieser Figur zweifeln.

Wie fandet ihr eigentlich den Bezug zum "Nachtzug"?
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Tomke » 23.10.2012, 06:59

Ich habe das Buch gestern beendet.

Eine grundsätzlich andere Meinung als Ihr habe ich nicht.

Ich halte es für einen guten bis sehr guten Roman, gekonnt geschrieben, sprachlich ausgereift, besonders stark in den Dialogen. Die Charaktere erschienen mir alle glaubwürdig, auch nicht klischeehaft. Gut gefallen hat mir, wie Thome hier sozusagen die Inventur eines Mannes an der Schwelle zum Alter schafft und dabei die Motive aufruft, die dessen Leben bisher geprägt haben - die Zeit in den USA, die erste große Liebe, die Familie usw. Dabei bringt er auch glaubhaft ein, wie Hartmut Hainbach schmerzvoll neue Erkenntnisse über sich selbst gewinnt. Die großen Themen (Unireform, Homosexualität) könnten klischeebeladen sein, so habe ich sie hier aber nicht empfunden, sondern einfach als etwas, mit dem die Hauptfigur umgehen muss, das ihr Leben berührt. Und der Humor hat mich - wie die liebe Gretel - auch erwischt: Ich habe häufig laut aufgelacht.

Das alles, wie gesagt, macht das Buch zu einem guten Roman. Woran er allerdings aus meiner Sicht etwas leidet, ist das fehlende Schwergewicht der Handlung. Am Ende sind es eben doch fast 500 Seiten vor allem rund um die Frage, ob Hartmut Hainbach nach Berlin zieht, um damit seine Ehe zu retten. Das ist zwar für ihn in diesem Augenblick eine existenziell bedrohliche Fragestellung, aber für den Leser doch nur bedingt. An diesem Punkt fand ich Grenzgang fesselnder, obwohl er nur im hessischen Biedenkopf spielt. Bei den Fliehkräften habe ich mich gefragt, ob ich Hartmut Hainbach wirklich noch an den nächsten Ort seiner Reise begleiten möchte, an dem er die nämlichen Fragen ventiliert, die er auch in Bonn schon nicht zu beantworten wußte. Natürlich habe ich dann weitergelesen, was auch Thomes sehr flüssig zu lesender Erzählweise zu verdanken war.

Insofern wären es von mir nur vier Sterne statt fünf, wie ich sie für den Grenzgang vergeben hätte. Dem Autor wünsche ich, dass er sich mit dem nächsten Buch auf ein etwas gewichtigeres Thema einlässt. Womit übrigens für mich auch erklärt wäre, warum Frau Krechel von der Jury dann bevorzugt wurde.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Tomke » 23.10.2012, 13:56

Atalante hat geschrieben:Das Frauenbild Hainbachs lässt mich allerdings stark an dieser Figur zweifeln.


Kannst Du das ein wenig ausführen?
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon penguin » 02.03.2013, 10:44

Ich bin mit "Fliehkräfte" jetzt etwa halb durch und finde es nach wie vor stark, vor allem die sehr natürlich wirkenden Dialoge und die teils sehr komischen Familienszenen.

Ich habe die Rezensionen aus ZEIT (verrissen: klischeebeladen), Süddeutscher und FAZ (beide sehr gut besprochen) gelesen und kann nicht nachvollziehen, was den ZEIT-Rezensenten so gestört hat. Aber vielleicht finde ich es noch heraus.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon penguin » 15.01.2015, 14:58

Tomke hat geschrieben:Dem Autor wünsche ich, dass er sich mit dem nächsten Buch auf ein etwas gewichtigeres Thema einlässt.


Und jetzt hat er ein Buch aus der Sicht von Hainbachs Frau zum gleichen Thema geschrieben. Hat das schon jemand von euch gelesen?
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon penguin » 05.04.2015, 08:02

Ich habe mittlerweile auch "Gegenspiel" gelesen und fand es das bessere Buch. Jetzt werde ich auch "Fliehkräfte" noch einmal lesen (oder zumindest überfliegen) und schauen, ob ich dann meine Meinung ändere.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Dana » 17.04.2015, 09:52

Hallo zusammen,

ich hinke euch hinterher und komme erst jetzt dazu, "Fliehkräfte" zu lesen. Ich tue das, wie ihr alle, sehr gern, kann auch Thomes Talente erkennen und trotzdem habe ich mir dieselbe Frage wie Tom gestellt:

Tomke hat geschrieben:Bei den Fliehkräften habe ich mich gefragt, ob ich Hartmut Hainbach wirklich noch an den nächsten Ort seiner Reise begleiten möchte, an dem er die nämlichen Fragen ventiliert, die er auch in Bonn schon nicht zu beantworten wußte. Natürlich habe ich dann weitergelesen, was auch Thomes sehr flüssig zu lesender Erzählweise zu verdanken war.


Ich habe noch etwa 50 Seiten vor mir und dann stellt sich die nächste wichtige Frage: Soll ich mit "Gegenspiel" weiter machen? Gibt das Buch mehr her? Was meint ihr?

LG,
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon penguin » 17.04.2015, 17:35

Dana, das würde ich auf jeden Fall, ich fand 'Gegenspiel' besser.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Tomke » 18.04.2015, 20:06

Dana hat geschrieben:Ich habe noch etwa 50 Seiten vor mir und dann stellt sich die nächste wichtige Frage: Soll ich mit "Gegenspiel" weiter machen? Gibt das Buch mehr her? Was meint ihr?

LG,
Dana


Ja, liebe Dana - ich fand 'Gegenspiel' auch noch einmal eine ganze Stufe besser. Allerdings lagen bei mir drei Jahre zwischen den beiden Bänden. Trotzdem: Im 'Gegenspiel' werden noch einmal ganz andere Themenkreise berührt, das Buch ist breiter angelegt, es geht um Portugal, um Berlin, um die Theaterszene, um die Hausbesetzer und so weiter. Und dazu kommt: Man erfährt eine Menge über die Sicht der Dinge aus der Perspektive von Maria, und allein das macht das Buch noch einmal spannender.
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Daniela » 29.04.2015, 11:00

Wie oben schon beschrieben, habe ich die beiden Bände jetzt auch gelesen.

Ich hatte die Fliehkräfte ja schon lange hier liegen und mich - vor allem, da mir der Grenzgang ausgesprochen gut gefallen hatte - schon darauf gefreut, aber irgendwie... habe ich dann trotzdem lange gezögert und eher zu anderen Büchern gegriffen.

Ich habe mich mit den Fliehkräften dann auch insgesamt nicht so wirklich anfreunden können. Es gab wunderbare Stellen und Dialoge, aber im Großen und Ganzen war mir dieser Hainbach einfach nicht nahe gekommen, vor allem der ganze Universitätsbetrieb hat mich nicht zu fesseln vermocht.

Gegenspiel wollte ich dann schon gar nicht mehr lesen, aber da hier ja die ermutigenden Worte an Dana kamen, und es bei der Onleihe verfügbar war, habe ich dann doch zugegriffen ;-)

Das war auch gut so. Zu Beginn hat mich irritiert, dieselben Dialoge wörtlich nochmal zu lesen.... aber gut, ist ja auch dasselbe Paar, dieselbe Szene. Insgesamt fand ich auch diesen zweiten Band der Reihe besser. Es gab auch mehr Themen, die mich angesprochen haben - von der Wochenbettdepression bis hin zu den Beziehungsthemen. Aber so ganz überzeugen konnte mich auch dieses Buch nicht. Irgendwie war für mich damit auch sehr nachvollziehbar, warum er den deutschen Buchpreis für die Fliehkräfte nicht bekommen hatte- es fehlte dabei für mich noch eine ganze Menge, und es würde mich sehr wundern, wenn das Gegenspiel überhaupt auf die Longlist käme.

Ich habe die Lektüre aber auch nicht bereut.

Hat einer von euch den letzten Literaturclub gesehen? Da wurde das Buch auch besprochen - und kam nicht sonderlich gut weg...
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Re: Stephan Thome - Fliehkräfte

Beitragvon Daniela » 29.04.2015, 11:04

So, und jetzt habe ich auch eure alten Beiträge dazu nochmal gelesen und kann nur sagen, dass Salini meinen Eindruck vom Roman schon perfekt vorweggenommen hat ;-)
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