Deutscher Buchpreis 2014

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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Bruna » 07.10.2014, 14:31

Atalante hat geschrieben:Auf Deinen Kommentar zu meinem Schlink-Kommentar warte ich ja noch, Daniela. ;) Haben wir dessen Roman eigentlich hier im Forum schon angesprochen?


Atalante, ich glaube hier im Forum wurder der neue Schlink-Roman noch nicht besprochen. Ich konnte aus deiner Rezension nicht ganz herauslesen, ob dich DIE FRAU AUF DER TREPPE begeistert hat ;)
Ich überlege ob ich diesen Roman lesen soll - wäre mein erster Schlink (DER VORLESER hat mich einfach nie interessiert).
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Tomke » 08.10.2014, 07:23

Daniela hat geschrieben:Kruso also. Hm. Naja, wenn das Buch wirklich so sehr herausragt.... dann nehme ich das mal so hin. Ich muss es erst lesen (hab es in der Onleihe schon vorbestellt).
Aber schon wieder DDR? Muss man, um den Buchpreis zu gewinnen, wirklich unbedingt entweder über DDR oder 2. Weltkrieg oder am besten beides zusammen schreiben?


Liebe Daniela,

die Antwort scheint eindeutig 'Ja' zu lauten. Mit der dramatischen deutschen Geschichte kannst man scheinbar immer punkten. Allerdings würde ich das bei Kruso doch ein wenig einschränken. Denn im Gegensatz zu Uwe Tellkamp, der wirklich einen DDR-Roman geschrieben hat, bildet die DDR nur die Folie, auf der Lutz Seiler seinen Roman erzählt. Die Insel Hiddensee und die Gruppe von Menschen, die dort stranden und die er beschreibt, haben nur noch wenig mit der DDR, so wie man sie anderswo her kennt, zu tun. Bezeichnend dafür ist ja auch, dass Ed vom eigentlichen Ende der DDR nur bruchstückhaft etwas mitbekommt, indem er 'Viola' lauscht. An den entscheidenden Tagen ist 'Viola' aber durch ein in ihr gelandetes Bierglas beschädigt, sodass sie schweigt. So hätte Ed fast noch den Mauerfall verpasst. :lol:

Also: DDR schon, aber doch auf eine sehr besondere, gebrochene Weise.
Das ging mir mit dem Buch genauso. Am Schluss habe ich es nur noch quergelesen. Schade, denn ich mag den Köhlmeier sonst sehr.
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Atalante » 08.10.2014, 11:11

Bruna hat geschrieben:Atalante, ich glaube hier im Forum wurder der neue Schlink-Roman noch nicht besprochen. Ich konnte aus deiner Rezension nicht ganz herauslesen, ob dich DIE FRAU AUF DER TREPPE begeistert hat ;)
Ich überlege ob ich diesen Roman lesen soll - wäre mein erster Schlink (DER VORLESER hat mich einfach nie interessiert).


Zwischen den Zeilen, liebe Bruna, außerdem ist er in meiner besten Kategorie gelandet. Das muss genügen. ;)

Wenn Du ein Buch über Alter, Erinnerung und Schuld lesen möchtest, nur zu. Gut gefallen haben mir Schlinks Erzählungen, weniger der "Der Vorleser".
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Daniela » 10.10.2014, 07:17

Liebe Atalante,
mit dem Schlink, den DU beschreibst, hätte ich mich glaube ich eher anfreunden können als mit dem, den ich gelesen habe ;-)) Sehr schöne Kritik!! Du hast es besser umgesetzt als der Autor...
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Atalante » 10.10.2014, 09:39

Danke, Daniela. Hier bestätigt sich mal wieder, daß jeder sein eigenes Buch liest. Das Thema steht bei diesem Roman im Vordergrund, die Figuren dienen dazu es voran zu treiben.
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon penguin » 28.10.2015, 21:03

Ich weiß nicht, ob es einen eigenen Faden zu "Vor dem Fest" von Sasa Stanisic gibt:
,

ich habe zumindest keinen gefunden, stimme aber Daniela und Atalante zu: das Buch hat mich einfach nicht interessiert, obwohl ich Tomke recht geben muss, dass es sicher ein ganz eigenes, ganz hervorragendes und auch sehr poetisches Buch ist.

Ich zitiere aber mal einen Absatz von Seite 238, der mich angesprochen hat:
Frau Reiff ist aus Düsseldorf, und das ist natürlich sehr weit weg, geographisch, aber auch sonst. Sie ist keine von uns. Wir unterscheiden wohl zwischen Zugezogenen und Alteingesessenen, wie auch sonst überall unterschieden wird, nur dass wir das nicht heimlich tun. Der Zugezogene muss sich beteiligen, muss sich engagieren und behaupten, allerdings nicht mit zu viel Elan, weil das macht uns wieder skeptisch. Kümmern muss er sich, und nicht nur günstig und schön für sich leben wollen.
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon penguin » 02.03.2016, 08:39

Hat jemand von euch "Kastelau" tatsächlich gelesen?
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Re: Deutscher Buchpreis 2014

Beitragvon Tomke » 02.03.2016, 11:06

Nein. Ich hatte es zwar anfangs auf der Liste, dann aber waren andere Bücher interessanter und ich habe auch wenig gehört, das mich dann noch einmal überzeugt hätte, es mit dem Buch zu versuchen. So landete es schließlich doch nicht auf meinem SUB.
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