TOP und FLOP 2015

Hier ist Raum für alles rund um Bücher: Eindrücke nach dem Lesen, Rezensionen, Fragen, Austausch...

Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Bruna » 22.04.2015, 08:05

http://kurier.at/kultur/literatur/zweite-chance-fuer-das-buch-das-obama-kaufte/124.354.755

Dana ich bin durch diesen kurzen Artikel in einer österr. Zeitung auf diesen Roman aufmerksam geworden. Ich glaube dieser Roman würde dir gefallen, Dana! :)

Hier noch einige Eindrücke von mir. Doerr schreibt oft ziemlich nüchtern, ist objektiv ohne Klischees und über die 'Guten' und die 'Bösen' zu urteilen. Oft gehen die Geschehnisse aber auch ziemlich unter die Haut und machen das Grauen der Zeit an einzelnen Schicksalen noch mehr deutlich. Mich haben nur die sehr kurzen Kapiteln manchmal etwas verwirrt (aber man gewöhnt sich daran)- sie springen zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her und zwischen den Geschichten von Marie-Laure und Werner. Der Zeitrahmen liegt zwischen 1934 und 2014. Beide sind zu Beginn noch Kinder.

Die blinde Marie-Laure lebt mit ihrem Vater in Paris. Er verwaltet alle Schlüssel des naturhistorischen Museums, in dem auch ein sehr wertvoller Diamant (der in der Geschichte auch eine wichtige Rolle spielt und die Begehrlichkeiten der Nazis weckt) verwahrt ist. Als die Deutschen in Paris einmarschieren gehen Marie-Laure und ihr Vater zu einen Verwandten nach Saint-Malo.
Werner lebt mit seiner Schwester in einem Waisenhaus auf dem Gelände der Zeche Zollverein außerhalb von Essen. Werner ist technikbegeistert und bastelt aus Resten ein Radio. Seine Begabung spricht sich herum und die Leute in seiner Umgebung bringen ihm mit der Zeit ihre kaputten Geräte zur Reparatur. So wird auch ein einflussreicher Mann auf Werner aufmerksam und er bekommt die Chance eine Schule/Erziehungsanstalt der Nazis zu besuchen. Damit bleibt ihm ein Leben als Bergwerksarbeiter erspart. Allerdings gehört ab diesem Zeitpunkt auch sein Leben nicht mehr ihm selbst (wie ein Freund von Werner sagt). Während des Krieges kommt Werner nach Saint-Malo, wo sich sein Weg mit dem von Marie-Laure auch kurz kreuzt.

Sehr beeindruckt hat mich auch Frederick (Werners Freund aus dieser Schule) und auch Etienne (Großonkel von Marie-Laure)
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 29.04.2015, 10:52

TOP

Reiner Stach, Kafka. Die frühen Jahre.

Eine hammertolle Biographie, extrem souverän gestaltet, sprachlich geformt, immer nahe an der Sache, aber doch so frei, dass man das Gefühl hat, man läse einen frei komponierten literarischen Text. Große Kunst. Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, weiterlesen zu können. Zum Glück gibt es ja noch zwei weitere Bände... :lol:
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Atalante » 29.04.2015, 11:13

Tomke hat geschrieben:hammertoll(e) :lol:


eher jammervoll ist die folgende fiktionale Ausgeburt. :mrgreen:

Atalantes Historien
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Dana » 30.04.2015, 10:37

Und wieder ein TOP-Buch, das ich euren Empfehlungen verdanke (winke Tom zu):



Es ist ein kluges, sehr poetisches Buch über die Verheerungen der Kommunisten in der Sowjetunion, diesmal nicht aus der Perspektive der Opfer, sondern der Hinterbliebenen, der "Noch Nicht Geschädigten". Es ist für mich ein Buch, das haften bleiben wird und um mich nicht zu abrupt von dem Thema zu verabschieden, werde ich zunächst ein paar Gedichte von Anna Achmatowa lesen. Über die Verbindung der beiden Autorinnen habe ich durch dieses Buch erfahren:



LG,
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Ich lese gerade:

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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 11.06.2015, 10:15

Ein neuer FLOP zeichnet sich ab:

Irvin Yalom, Das Spinoza-Problem

Nachdem mir frühere Romane von Yalom (Und Nietzsche weinte, Die rote Couch, Die Schopenhauer-Kur) gut gefallen haben, ärgert mich dieser Roman mit jeder Seite mehr.

Yalom verknüpft gerne psychoanalytische, historische und gegenwärtige Themen. In der Schopenhauer-Kur funktionierte das ganz gut. In historischen Rückblenden wurde das Leben Schopenhauers referiert. In der Romanhandlung gabe es dann einen Mann, der im Rahmen einer Gruppentherapie als Wiedergänger Schophenhauers auftrat und mit dessen Lehren sozusagen am wirklichen Leben Schiffbruch erlitt. Das war witzig und ganz unterhaltsam. Vor allem aber schrieb der Autor von Themen, die er kannte. Die Handlung war weitgehend auf die Therapiegruppe beschränkt und spielte in der Gegenwart. Die historische Ebene wurde referierend erzählt.

Im 'Spinoza-Problem' wagt der Autor aber, zwei historische Ebenen zu erzählen: Das Amsterdam des 16. Jahrhunderts und Deutschland im frühen 20. Jahrhundert. Den Hauptfiguren Baruch Spinoza und Alfred Rosenberg stellt der Autor jeweils Nebenfiguren an die Seite, mit denen sie in Gesprächen ihre jeweilige Weltsicht erläutern. Das ist sowas von hölzern, langweilig und missglückt... Der Autor packt alles, was er eigentlich erläuternd referieren möchte in diese Dialoge, die daher völlig leblos und konstruiert wirken. Zudem trifft er den Ton der Zeit nicht. Daneben gibt es auch historische Fehler (so trinkt Spinoza um 1655 dauernd zuhause Kaffee, was er damals bestimmt nicht getan hat - Kaffee wurde in Europa gerade erst entdeckt und nur in besonders lizensierten Schankhäusern ausgeschenkt etc.). Ich glaube kaum, dass ich das Buch bis zum Ende durchhalte...
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Elizabeth » 21.06.2015, 09:28

Top:
haben wir für den Lesekreis gelesen und hat mir ausnehmend gut gefallen, die Biographie von Frederic Morton. Besonders aufgefallen ist mir die tolle Gliederung, jedes Kapitel war so ca 7 Jahre später, also immer eine Zeitspanne dazwischen. Doch durch die Erzählart war man gleich wieder drinnen bzw. ging dann hervor , was dazwischen alles passiert ist:



Ebenfalls Top, wenn auch das Ende mich nicht so ganz glücklich gemacht hat. Aber ich war jetzt wieder mal dermaßen gefesselt von diesem Buch wie schon lange nicht mehr. Jede freie Minute wollte ich nur mehr lesen, lesen, lesen! Wurde auch verfilmt, es gibt auch noch Teil 2 und 3, aber inhaltlich jedes abgeschlossen

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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Bruna » 23.06.2015, 17:17

Ich hab auch wieder zwei TOPs zu vermelden - beide von Truman Capote.
Vor allem KALTBLÜTIG ist ein Meisterwerk!
Auch der Film CAPOTE mit dem wunderbaren Philip Seymour Hoffman ist sehr empfehlenswert. In diesem Film geht es darum, wie Truman Capote gemeinsam mit seiner Freundin Harper Lee den Mord an der Familie Clutter recherchiert, mit den Tätern spricht und das Buch darüber schreibt. Mit KALTBLÜTIG hat Capote das neue Genre non-fiction novel begründet.

Jetzt lese ich u.a. Die Capote Biografie von Gerald Clarke.



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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Bertram » 12.07.2015, 20:19

Tomke hat geschrieben:Ein neuer FLOP zeichnet sich ab:

Irvin Yalom, Das Spinoza-Problem

Im 'Spinoza-Problem' wagt der Autor aber, zwei historische Ebenen zu erzählen: Das Amsterdam des 16. Jahrhunderts und Deutschland im frühen 20. Jahrhundert. Den Hauptfiguren Baruch Spinoza und Alfred Rosenberg stellt der Autor jeweils Nebenfiguren an die Seite, mit denen sie in Gesprächen ihre jeweilige Weltsicht erläutern. Das ist sowas von hölzern, langweilig und missglückt... Der Autor packt alles, was er eigentlich erläuternd referieren möchte in diese Dialoge, die daher völlig leblos und konstruiert wirken. Zudem trifft er den Ton der Zeit nicht. Daneben gibt es auch historische Fehler (so trinkt Spinoza um 1655 dauernd zuhause Kaffee, was er damals bestimmt nicht getan hat - Kaffee wurde in Europa gerade erst entdeckt und nur in besonders lizensierten Schankhäusern ausgeschenkt etc.). Ich glaube kaum, dass ich das Buch bis zum Ende durchhalte...


Und, hast du bis zum Ende durchgehalen?
Ich schon, und ich gebe dir zwar größtenteils recht, literarisch funktioniert der Roman nicht. Ich bereue trotzdem nicht, ihn gelesen zu haben, weil ich so einen einfachen Zugang zu der Gedankenwelt Spinozas bekam; mich faszinierte sehr, mit welcher Konsequenz er seine Erkenntnisse rein aus dem Denken schöpfte und diese dann auch vertrat und in seinem Leben umsetzte. Alleine dafür hat sich die Mühe schon gelohnt. Die Figur des Alfred Rosenberg fand ich auch sehr interessant und die Vorstellung, einen Naziideologen mit Psychotherapie zu heilen zu versuchen fand ich in seinem Scheitern auch schon wieder reizvoll.
Da der Roman gut recherchiert ist, konnte ich doch einiges mitnehmen.

LG
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 13.07.2015, 07:42

Nein, Bertram. Den Rest habe ich dann nur noch quergelesen. :-)
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 13.07.2015, 07:51

Für mich ein TOP 2015:


John Boyne, A History of Loneliness.

An das Buch bin ich mit größten Vorbehalten herangegangen, da ich The Boy in the Striped Pyjamas ziemlich schlecht fand. Da ich den neuen Roman aber geschenkt bekam mit dem Hinweis, die Schenkenden hielten es für eine interessante Innennansicht der irischen katholischen Kirche, habe ich mich dann doch an dieses Buch gewagt. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Erzählt wird die Geschichte des kath. Priesters Ordran Yates, der in den siebziger Jahren nach dem Selbstmord seines Vaters von einer religiös überspannten Mutter in Richtung Priesterseminar gedrängt wird. Odran arrangiert sich - er will Gutes tun und nimmt seine Berufung zum Priesteramt an, obwohl sie zunächst gar nicht aus ihm selbst heraus kommt. Er wird Priester und versucht sein Bestes zu geben - allerdings bleibt er konfliktscheu, ein wenig naiv und blind gegenüber Vielem, was um ihn herum vorgeht. Er sieht Dinge und sieht sie zugleich nicht, weil er nicht sehen will.

Nach dreißig Jahren steht er dann vor den Trümmern dessen, was einstmals 'seine Welt' war. Freunde und Amtsbrüder entpuppen sich als Straftäter. Vorgesetzte als Vertuscher und Komplizen. Die Gesellschaft, die die Priester einstmals achtete und auf Händen trug, bespuckt und beschimpft sie nun auf offener Straße. Er kann sich nicht einmal mehr einem Kind nähern, ohne sofort unter Pädophilieverdacht gestellt zu werden. Treffen mit Jugendlichen seiner Gemeinde können nur noch unter Aufsicht stattfinden.

Odran findet sich nicht mehr zurecht. Und langsam beginnt er zu begreifen, dass er nicht nur Opfer dieser ungerechten Entwicklung ist, sondern dass er durch sein Verschweigen und Wegsehen mit dazu beigetragen hat, dass es soweit kommen konnte. Und er muss auch erkennen, dass die Ereignisse viel mehr mit ihm und seiner Familie zu tun haben, als er dachte.

Ein sehr bewegendes Buch, dass Einseitigkeiten und Klischees weitgehend vermeidet. Sehr zu empfehlen. Im Herbst erscheint eine dt. Übersetzung.
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Bruna » 09.09.2015, 11:36

Ein TOP 2015 (mehr zum Buch im eigenen Ordner)

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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Claudia » 24.11.2015, 07:43

Leider ein FLOP für mich:
Andreas MAIERs "Der Ort"



Bis Seite 72 habe ich durchgehalten, dann kommt das Kapitel, das sich um die UNTERHOSE dreht. Ja genau. :shock:
...Dies hier, was vor mir lag, war zwar unzweifelhaft eine Unterhose für Kinder oder für Jugendliche, aber dennoch wurde ich nachdenklich. Woher kam diese Unterhose? Wie war sie in meinem Schrank gelandet? Wie ging dieser Umlauf an Unterhosen überhaupt vonstattem? ...
So geht es noch seitenlang weiter.
Es wird alles en Detail ausbuchstabiert, aber nichts wird dem Leser gezeigt (Show - don't tell).

Maier hat mich hier leider verloren und das war's wohl für mich mit seiner Ortsumgehung.
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 25.11.2015, 06:43

Liebe Claudia,

dieser Band ist sicherlich etwas sperriger als die vorherigen Bände der Serie. Ich habe das für mich daran festgemacht, dass er hier die Ich-Werdung eines jugendlichen Mannes thematisiert, damit also viel stärker in Bereiche der Selbstwahrnehmung, der Metaphysik, der philosophischen Verortung von Ich und Welt, von Innen und Außen etc. vordringt. Das ist nicht immer so anschaulich und so griffig wie in den früheren Büchern, mitunter eben auch absurd oder bizarr wie seine Meditation über die Unterhose. Aber so sind Jungs in der Pubertät nun mal. ;) Trotzdem habe ich es gerne gelesen und freue mich auf die nächste Reise in die Maiersche Wetterau... 8-)
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Claudia » 26.11.2015, 15:19

Hallo Tom,

ich find den Maier eigentlich auch richtig gut.
Er ist ein moderner Heimatdichter, und das im besten Sinne.
Sein „Wäldchestag“ hat mir damals richtig gut gefallen.

Mittlerweile lese ich allerdings bevorzugt Romane, die mir eine gute Geschichte erzählen. Das mache ich sowohl am Stoff und den Charakteren, aber auch an der Sprache und den Dialogen fest. Das fehlt mir hier beim „Ort“ einfach.
Ich mag mir auch nicht die Zeit nehmen, um über die kreisenden Gedanken von pubertierenden Jungen zu lesen. Ist einfach nicht mein Ding. 8-)
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Dana » 04.12.2015, 13:47

Mein TOP der TOPs in diesem Jahr, der bestimmt nicht mehr getopped werden kann:

Die Stunde zwischen Frau uns Gitarre von Clemens J. Setz

Es ist ein unheimlich vielschichtiger Roman, sprachlich und inhaltlich glänzend, ein Buch, das an allen Ecken Überraschungen verbirgt :-) Ich habe ihn sehr genossen und ist damit mein privater Gewinner des Deutschen Buchpreises 2015 :-)

LG,
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Ich lese gerade:

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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Bruna » 09.12.2015, 05:54

Dana, diesen Roman will ich auch unbedingt mal lesen :)
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Anja » 15.12.2015, 09:27

Nach diesem Satz in Otis von Jochen Distelmeyer habe ich resigniert, auf Seite 56 von 282 dann aufgegeben. Auch wenn in einigen Rezensionen steht, dass der Roman nach etwa 100 Seiten Fahrt aufnimmt, meine kulturelle Leidensfähigkeit reicht dafür nicht aus.

Die von Ole konstantierte, nach dem Attentat einsetzende Sprach- und Bildlosigkeit der vormals dominanten Kulturindustrien und Traumfabriken, mit denen sich das Land bis dahin seiner selbst vergewissert und über seine in weiten Teilen infrastrukturelle Ostblockhaftigkeit hinweggetäuscht hatte, fiel in eins mit der Abkehr eines enttäuschten und allein gelassenen Publikums, das den Glauben an die großen Erzählungen verloren hatte. (Seite 36)


Es geht dann so ähnlich weiter:
(...), in die das narrative Know-How abgewandert war und deren labyrinthisch-komplexen und für neu befundenen Erzählstrukturen zu Qualitätsmerkmalen verklärt wurden. (Seite 37)
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Kioki » 18.12.2015, 00:36

Liebe Dana, ich habe deine Meinung zu "Die Stunde zwischen Frau und Gitarre" zum Anlass genommen, mir das Buch in der Bücherei vorzubestellen. Bin gespannt, zumal mir sowohl "Indigo" als auch das Mahlstädter Kind gut gefallen haben, wenn auch auf zum Teil widerwillige Art.
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Claudia » 31.12.2015, 11:05

Zwei Entdeckungen dieses Jahr, an denen ich enorm viel Freude beim Lesen hatte:
Linwood BARCLAY und Attica LOCKE.

Meine TOPS:
T.C. Boyle: Hart auf Hart
John Williams: Butcher's Crossing
Ulrich Raulff: Wiedersehen mit den Siebzigern
Tana French: The Secret Place
Attica Locke: Black Water Rising (Mein Buch des Jahres! :idea:)
Ralf Rothmann: Im Frühling sterben
Sarah Hall: The Wolf Border
Elizabeth Egan: A Window Opens
Linwood Barclay: Never look away
Kate Atkinson: Glorreiche Zeiten

Meine FLOPS:
Louis Begley: Zeig Dich, Mörder
Ursula Ackrill: Zeiden, im Januar
Harper Lee: Geh hin, stelle einen Wächter (Wäre besser unentdeckt geblieben!)
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Tomke » 02.01.2016, 10:37

Claudia hat geschrieben:Ulrich Raulff: Wiedersehen mit den Siebzigern
Ralf Rothmann: Im Frühling sterben

Meine FLOPS:
Ursula Ackrill: Zeiden, im Januar


Liebe Claudia,

bei den drei oben genannten Büchern kann ich das gut nachvollziehen. Der Raulff hat mir schon wegen der Kapitel über Marburg gut gefallen.

LG
Tom
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Re: TOP und FLOP 2015

Beitragvon Elizabeth » 02.01.2016, 20:14

muss noch ein Top-Buch für 2015 nachtragen: Unterwerfung von Michel Houllebecq.
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