2015 - ich lese gerade

Hier ist Raum für alles rund um Bücher: Eindrücke nach dem Lesen, Rezensionen, Fragen, Austausch...

2015 - ich lese gerade

Beitragvon Dana » 05.02.2015, 13:35

Neues Jahr, neues (Lese)Glück :)

Momentan schwelge ich in Gabriel Garcia Marquez Welt, angeregt durch die Lektüre seiner Erzählungen mit einem Lesekreis.



In der Diskussion wurde erwähnt, dass diese Erzählungen eine Vorbereitungsstufe für sein Meisterwerk "100 Jahre Einsamkeit" gewesen sind und viele Figuren und Ideen in der Welt von Macondo wieder zu finden sind. Ausserdem sind manche Erzählungen wirklich so stark, dass man danach unmöglich aufhören kann, Marquez zu lesen.

So bin ich nun in Macondo gelandet und lese voller Begeisterung ein Buch, dass ich vor 10 Jahren nach einem Drittel unterbrochen hatte:



Ein sehr guter Begleiter dabei ist:



Ich habe vor, mich in diesem Jahr mehr mit Marquez zu beschäftigen ... mal sehen was daraus wird :-)

LG,
Dana
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Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bertram » 05.02.2015, 21:47

Dana hat geschrieben:So bin ich nun in Macondo gelandet und lese voller Begeisterung ein Buch, dass ich vor 10 Jahren nach einem Drittel unterbrochen hatte:


Ich habe Hundert Jahre Einsamkeit auch so etwa vor 10 Jahren abgebrochen - hat bei mir nicht funktioniert.
Vielleicht wäre es jetzt auch an der Zeit für einen zweiten Versuch!?
Was liest du denn heute so anders als vor 10 Jahren?
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bertram » 05.02.2015, 21:55

Nach Brennerowa und Tschick komme ich noch nicht los von flapsiger Sprache und krudem Plot
und lese:
Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
von Halligrimur Helgason,
mein erstes Buch eines isländischen Autors



Sehr unterhaltsam - ob noch mehr drin ist, wird sich noch herausstellen.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 06.02.2015, 10:35

Bertram hat geschrieben:
Dana hat geschrieben:So bin ich nun in Macondo gelandet und lese voller Begeisterung ein Buch, dass ich vor 10 Jahren nach einem Drittel unterbrochen hatte:


Ich habe Hundert Jahre Einsamkeit auch so etwa vor 10 Jahren abgebrochen - hat bei mir nicht funktioniert.
Vielleicht wäre es jetzt auch an der Zeit für einen zweiten Versuch!?
Was liest du denn heute so anders als vor 10 Jahren?


Bertram, das ging mir genauso. Ich habe vor nicht zu langer Zeit einen Ausschnitt des Buches im Radio gehört und war sehr angetan. Also dachte ich, ich sollte das Buch doch auch mal lesen (seinerzeit hatte ich es nicht gelesen). Ich bin aber nicht sehr weit damit gekommen. Die Erzählweise des Autors hat bei mir gar nicht verfangen. Da habe ich es dann wieder beiseitegelegt.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bertram » 06.02.2015, 20:54

Tomke hat geschrieben: Die Erzählweise des Autors hat bei mir gar nicht verfangen. Da habe ich es dann wieder beiseitegelegt.

Für mich ist jetzt eher nicht der richtige Zeitpunkt, aber ich werde es noch einmal versuchen.
Andere Bücher von ihm haben mir durchaus gefallen. (Die Liebe in Zeiten der Cholera, Der Oberst hat niemand der ihm schreibt)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bruna » 10.02.2015, 21:10

Ich habe "Hundert Jahre Einsamkeit" vor vielen Jahren gerne gelesen. Heute wäre dieser phantastische Realismus wohl eher nichts mehr für mich. Ich habe auch etliche andere Werke von GGM gelesen, die mir jedoch kaum bis gar nicht im Gedächtnis geblieben sind.

Weil mich "Das grüne Zelt" von Ljudmila Ulitzkaja derzeit ein wenig nervt (nachdem ich rd. 70% gelesen habe) lese ich jetzt (wieder) die Virginia Woolf Biografie von Quentin Bell.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Anja » 16.02.2015, 12:37

La via von Fabrizia Ramondino habe ich schon letztes Jahr angefangen, bin aber nicht so richtig reingekommen. Ich kenne sonst nichts von ihr, vielleicht war es einfach das falsche Buch oder es interessiert mich nicht genug.

Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf war da (für mich) viel besser zugänglich, dazu haben hier ja auch schon andere gepostet. Die anderen Bücher von ihm kenne ich nicht, aber dieses hat mich schon länger angeguckt in der Bibliothek, ich hatte immer mal wieder kleine Abschnitte gelesen.

#1000 Tode, das ebook aus dem Frohmann Verlag, lese ich im Moment. Daniela hatte ja im Blog von Version 1 geschrieben, inzwischen ist die 3. von 4 Fassungen erschienen - mit jetzt 350 Texten.
Zuerst hab ich noch mit einer pdf-Datei rumgeeiert, dann aber festgestellt, dass epub mit ibooks (Apple) bzw. Adobe add on (für Windows) viel bequemer ist. Ich gehöre hier vermutlich zu den letzten ohne ebook-Reader. ;)
Jedenfalls: Es sind tolle Texte dabei, ganz unterschiedliche, ganz kurze und auch welche, die ich viel zu lang finde. Ich möchte das nicht in einem Rutsch runterlesen. Die kurze Form gefällt mir durchaus, das ist nicht das Problem. Aber da kommt dann doch der Eindruck auf, ich würde zu viel verpassen.
http://frohmannverlag.tumblr.com/post/103971172641
http://www.die-leselust.de/blog/2014/12/07/christiane-frohmann-hrsg-tausend-tode-schreiben/#more-1018
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bertram » 16.02.2015, 21:18

Ich lese gerade:

Peter Bieri: Eine Art zu leben


Keine Belletristik - aber Sachbuch trifft es für mich auch nicht,
weil Biere so genau und behutsam mit Sprache umgeht
und sich so dem Begriff "Würde" annähert.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon bluegrey28 » 21.02.2015, 17:46

Ich habe in dem noch jungen Lesejahr eigentlich nur Treffer gelandet, diesen möchte ich Euch ans Herz legen:



Ulrike Edschmid beschreibt auf 150 Seiten einen sehr wichtigen Abschnitt ihres Lebens, den sie gemeinsam mit Philip S., einem Studenten aus wohlhabendem und sehr gut situiertem Schweizer Haus, verbringt. Mitte der 60-er bis Anfang der 70-er Jahre leben sie gemeinsam in Berlin und sind dem Umfeld zuzurechnen, das mit der RAF sympathisierte bzw. auch unterstützte. Sie erzählt das mit dem Abstand vieler Jahre in einer sehr klaren und prägnanten Sprache, vollkommen schörkellos, aber trotzdem zu Herzen gehend. Sie schafft irgendwann den Absprung, er radikalisiert sich und geht in den Untergrund.

Mir hat das mal einen Aspekt aufgezeigt, den ich so noch nie groß betrachtet habe. Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ich war damals noch zu klein, um das alles richtig einordnen zu können und bin ja auch in der DDR aufgewachsen. Vor vielen Jahren habe ich mal einen Film über Gudrun Ensslin gesehen, der ihre Herkunft und ihr Umfeld beleuchtet hat, da habe ich am Ende irgendwie nachvollziehen können, warum sie so geworden ist. Ähnlich ist das mit diesem Buch.

Wertvoll war ein Buch immer dann für mich, wenn ich schaue, was ich noch zu dem Thema finde oder auch mal bestimmte Sachen im Internet recherchiere. So wie bei diesem Buch.

Und jetzt brauche ich erst mal was zum Seitenfressen - einen Krimi :lol:
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 23.02.2015, 17:30

Ich habe gerade beendet:

Sibylle Berg, Der Tag, als meine Frau einen Mann fand. Witzig und nicht ohne Klugheit erzählt.

Karen Köhler, Wir haben Raketen geangelt (Erzählungen). Bei diesem Buch stimme ich gerne in den Chor derer ein, die das Loblied singen. Die Erzählungen sind wirklich sehr gut. Eine Autorin, die ich mir merken werde.

Jetzt ein Klassiker: Joseph Roth, Hiob. Auch wundervoll erzählt.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Bruna » 24.02.2015, 19:03

Ich habe gerade beendet:

Ian McEwan "Kindeswohl"
Bin froh damit fertig zu sein. Ich kann so gar nicht in all die Lobeshymnen einstimmen.
Die Gerichtsfälle haben mich überhaupt nicht interessiert und auch die Ehegeschichte fand ich eher langweilig. Ich finde die Geschichte auch sehr oberflächlich und ohne Spannung - irgendwo habe ich gelesen "blutleer". Das trifft es gut.
Ich denke, ich bin ein für alle Mal fertig mit diesem Autor. Schon "Honig" war für mich eine echte Enttäuschung.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 25.02.2015, 08:31

Bruna hat geschrieben:Die Gerichtsfälle haben mich überhaupt nicht interessiert und auch die Ehegeschichte fand ich eher langweilig. Ich finde die Geschichte auch sehr oberflächlich und ohne Spannung - irgendwo habe ich gelesen "blutleer". Das trifft es gut.


'Honig' fand ich auch enttäuschend. Diesen Roman jetzt aber gar nicht. Ich fand ihn eben gerade nicht oberflächlich, sondern sehr nuanciert und mit sehr viel Tiefgang erzählt, der allerdings nicht dick aufgetragen wird.

Die ethischen Fragen, die in den Prozessen der Richterin thematisiert werden, fand ich sehr interessant. Vor allem widerstand McEwan der Versuchung, die Familie der Zeugen Jehovas einfach nur als irregeleitete Dumme hinzustellen. Er schildert sie sehr differenziert. Und er legt in seiner Darstellung m. E. auch ein Kernelement des religiösen Fundamentalismus offen. Die Eltern des Jungen setzen alles daran, sich den Regeln ihrer Gemeinschaft konform zu verhalten. Aber natürlich wollen sie, dass ihr Junge überlebt. Nachdem der Richterspruch gefallen ist, weinen sie - nicht aus Enttäuschung, sondern aus Freude darüber, dass der Junge leben wird, sie aber die Verantwortung nicht übernehmen müssen für die Entscheidung, dass die Bluttransfusion vorgenommen wird. Diese Angst vor der Verantwortung und der eigenen Entscheidung, die trifft m. E. sehr genau, wie religiöse Fundamentalisten ticken. Da hat McEwan mich sehr wohl überzeugt.

Ähnlich ist es auch mit der Ehegeschichte. Auch da gibt es kein einfaches Schwarzweißdenken. Die Reaktionen der beiden Partner sind nachvollziehbar. Die langsame Wiederannäherung nach dem Tabubruch wird unaufdringlich aber realistisch erzählt. Und zu all dem kommt auch noch das Motiv der Musik, das sich sehr gekonnt eingewoben durch den Roman zieht.

Für mich ein ganz ganz reifes und geglücktes Buch.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 25.02.2015, 08:32

bluegrey28 hat geschrieben:Ulrike Edschmid beschreibt auf 150 Seiten einen sehr wichtigen Abschnitt ihres Lebens, den sie gemeinsam mit Philip S., einem Studenten aus wohlhabendem und sehr gut situiertem Schweizer Haus, verbringt. Mitte der 60-er bis Anfang der 70-er Jahre leben sie gemeinsam in Berlin und sind dem Umfeld zuzurechnen, das mit der RAF sympathisierte bzw. auch unterstützte. Sie erzählt das mit dem Abstand vieler Jahre in einer sehr klaren und prägnanten Sprache, vollkommen schörkellos, aber trotzdem zu Herzen gehend. Sie schafft irgendwann den Absprung, er radikalisiert sich und geht in den Untergrund.

Mir hat das mal einen Aspekt aufgezeigt, den ich so noch nie groß betrachtet habe. Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ich war damals noch zu klein, um das alles richtig einordnen zu können und bin ja auch in der DDR aufgewachsen. Vor vielen Jahren habe ich mal einen Film über Gudrun Ensslin gesehen, der ihre Herkunft und ihr Umfeld beleuchtet hat, da habe ich am Ende irgendwie nachvollziehen können, warum sie so geworden ist. Ähnlich ist das mit diesem Buch.

Wertvoll war ein Buch immer dann für mich, wenn ich schaue, was ich noch zu dem Thema finde oder auch mal bestimmte Sachen im Internet recherchiere. So wie bei diesem Buch.

Und jetzt brauche ich erst mal was zum Seitenfressen - einen Krimi :lol:


Herzlichen Dank für den Hinweis. Ich habe das Buch gestern aus der Bücherei mitgenommen. 8-)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 26.02.2015, 08:52

Joseph Roths 'Hiob' hat mich unheimlich ergriffen. So schön, so traurig, so berührend. Und unglaublich gekonnt erzählt. Mit diesem Autor muss ich weitermachen!

Jetzt aber habe ich mit Houellebecqs 'Unterwerfung' begonne. Auf den ersten Seiten wird gleich das Thema gesetzt: Einsamkeit, Entfremdung, Lebensekel, Perspektivlosigkeit. Stilistisch finde ich es nicht besonders gut. Doesn't look like I'm in for a treat... ;)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Daniela » 26.02.2015, 09:08

Was "Kindeswohl" angeht, kann ich Tom nur in allen Punkten zustimmen. Wir hatten zu dem Buch auch eine sehr lebhafte und eindrückliche Diskussion in meinem Lesekreis. Auch da gab es nicht nur Lob, sondern auch Gegenstimmen, die eher deine Lesart vertraten ;-)

LG, Daniela

@Tom: Ah, da bringst du mich auf etwas! Den Roth habe ich auch schon so lange hier stehen, ich sollte ihn endlich mal lesen...
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon bluegrey28 » 27.02.2015, 16:52

@ Tom, freut mich, dass Du es mal mit Frau Edschmid versuchen möchtest. Deine Meinung würde mich interessieren. Ich habe übrigens auch gerade mit dem Houellebecq angefangen. Habe bisher noch nichts von ihm gelesen. Nach einem zähen Einstieg bin ich jetzt drin und - ehrlich - mich gruselt es beim Lesen. Stilistisch kann ich wenig sagen, da ich keinen Vergleich zu anderen Büchern von ihm habe. Ansonsten - sehr französisch eben ;)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Atalante » 27.02.2015, 17:11

Warum gruselt es Dich denn, bluegrey? Für mich ist "Unterwerfung" eine sehr amüsante Gesellschaftssatire.

Sehr französisch? Wenn man vom Handlungsort absieht, eigentlich nicht. Sein Fähnlein nach dem Wind zu drehen ist nicht unbedingt auf Vertreter dieser Nation beschränkt. ;)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Atalante » 27.02.2015, 17:14

Gerade beendet: "Wald" von Doris Knecht, nette Lektüre, aber ich hätte mehr erwartet, zum Beispiel mehr Wald, ;)

Wird aber garantiert verfilmt mit Veronika Ferres, oder so. :lol:

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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 28.02.2015, 08:26

Atalante hat geschrieben:Gerade beendet: "Wald" von Doris Knecht, nette Lektüre, aber ich hätte mehr erwartet, zum Beispiel mehr Wald, ;)



Das Buch ist aber doch noch gar nicht erschienen?
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 28.02.2015, 08:31

Atalante hat geschrieben:Warum gruselt es Dich denn, bluegrey? Für mich ist "Unterwerfung" eine sehr amüsante Gesellschaftssatire.


Ja, als Satire muss man es wohl ganz sicher lesen, wobei ich nicht sagen kann, dass es mich wirklich amüsiert. Ich finde es eigentlich insgesamt recht schwach. Es gibt lange Passagen zu politischen Konstellationen, die ich weitgehend langweilig finde und die auch nicht besonders gekonnt eingebaut sind. Dann längere Exkurse zu Huysmans, die ich auch nicht besonders brilliant finde. Die eigentliche Handlung des Romans ist vergleichsweise platt und nicht besonders plausibel. Einzig nachvollziehbar finde ich die geschilderte verbreitete Passivität und den Opportunismus.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Tomke » 02.03.2015, 13:48

Mit Houellebecq bin ich nun durch und habe für eine Leserunde Elizabeth Gaskells 'North and South' begonnen. Bisher sehr schön.

Daneben höre ich - passend zu Jospeh Roth - das Hörbuch von Volker Weidermann, Ostende 1936. Sommer der Freundschaft. Zunächst bin ich ein bisschen irritiert, weil ich eine Novelle erwartet habe, es sich aber um einen längeren literaturgeschichtlichen Essay handelt. Das Thema ist nicht schlecht, aber Herr Weidermann nervt mich zusehends mit seiner aufgesetzten Schönschreiberei. Das ist auf Wirkung gebürstete Journalistenprosa. Bin ehrlich gesagt froh, es nicht als Buch gekauf zu haben. Aber von Joseph Roth will ich jetzt unbedingt mehr lesen.
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Anja » 09.03.2015, 11:38

Tomke hat geschrieben:(...) Karen Köhler, Wir haben Raketen geangelt (Erzählungen). Bei diesem Buch stimme ich gerne in den Chor derer ein, die das Loblied singen. Die Erzählungen sind wirklich sehr gut. Eine Autorin, die ich mir merken werde. (...)


Kioki hat geschrieben:Ich habe Wir haben Raketen geangelt von Karen Köhler gelesen. Ich fand die Geschichten klasse, gänsehautfördernd, genial. Irgendwie hat mich ihre Art zu schreiben an A.L. Kennedy erinnert, die auch oft mit wenigen Worten in den Kern des Geschehens und des Gefühls-Erlebens trifft.
Ein tolles Buch. Sobald es als TB erscheint, kommt es zu mir ins Bücherregal, obwohl ich allerstrengstes Bücheranschaffungsverbot habe. Aber es muß auch Ausnahmen geben....


Ich war letztes Jahr bei einer Lesung von ihr, dort hat sie "Cowboy und Indianer" vorgelesen. Auch mir hat das sehr gut gefallen, aber ich kann nicht beschreiben, warum. An A.L. Kennedy habe ich jedenfalls nicht gedacht, interessant, dass du die beiden vergleichst. All the rage gibt es jetzt als TB und nächste Woche dann auch auf deutsch als "Der letzte Schrei".

Tomke hat geschrieben:Aber von Joseph Rothwill ich jetzt unbedingt mehr lesen.

Tomke, wie wäre es mit Reisereportagen von ihm?
Joseph Roth: Reisen in die Ukraine und nach Russland. Verlag C.H. Beck, München 2015. 14,95 Euro. Neulich habe ich eine Rezension dazu gelesen:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/eindruecke-so-fremd-wie-ein-anderer-stern-1.2345993

-

Seitenwechsel von Nella Larsen habe ich gerade zu Ende gelesen, auch von mir eine Empfehlung!
http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=5470

Jetzt bin ich irgendwie noch unschlüssig, ob ich einen zweiten Versuch mit La via von F. Ramondino mache, "Austerlitz" von Sebald wiederlese (das wäre eine sichere Sache) oder "Der Junge und die Taube von Meir Shalev anfange. Valentine hat das 2007 gelesen und fand es ganz gut:
http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=3301&p=24629&hilit=meir+shalev#p24629

Parallel dazu lese ich "Liebe als Passion von Niklas Luhmann, eher in Etappen.
Anja
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Kioki » 14.03.2015, 14:04

Anja hat geschrieben:An A.L. Kennedy habe ich jedenfalls nicht gedacht, interessant, dass du die beiden vergleichst.


ich weiß gar nicht, ob sie sich inhaltlich oder stilistisch so ähnlich sind.
Den Vergleich zog ich spontan, weil sie beide bei mir ähnliches auslösen. und durch ihre Sprache ein bestimmter Gefühlsbereich in mir angesprochen wird.

Ach, und ich lese gerade englischsprachige Fantasy: Den ersten Band der Königsmörder-Trilogie von Patrick Rothfuss.

The Kingkiller Chronicle, The Name of the Wind
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon Anja » 24.03.2015, 13:43

Das Fußball-Buch von Patrick Küppers habe ich nach zwei Dritteln aufgegeben, dafür läuft es beim zweiten Versuch mit La via von Fabrizia Ramondino deutlich besser, jetzt gefällt mir der Text richtig gut. :)
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Re: 2015 - ich lese gerade

Beitragvon penguin » 29.03.2015, 20:06

Schon seit kurz nach Weihnachten auf meinem SUB, jetzt habe ich endlich angefangen, Gegenspiel von Stephan Thome zu lesen

Ich lese gerade: Si tu passes la rivière von Geneviève Damas
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