Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

Hier ist Raum für alles rund um Bücher: Eindrücke nach dem Lesen, Rezensionen, Fragen, Austausch...

Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

Beitragvon Dana » 25.01.2016, 12:57

Hallo zusammen,

ich lese gerade mit großem Interesse das viel besprochene Buch



Nachdem die Flüchtlingsproblematik als Thema und besonderen Reiz dieses Buches angekündigt wurde, war ich - positiv- überrascht, noch einen für mich interessanten roten Faden zu finden: eine Parallele zu der verlorenen Vergangenheit der DDR-Bürger.

Nach der Hälfte des Buches haben bei mir das Interesse und die Spannung nicht nachgelassen, auch wenn die Schwächen der Konstruktion sichtbar sind. All die kleinen (Lebens)geschichten und die aufgeworfenen Fragen haben es in sich, finde ich.
Ich halte euch auf dem Laufenden :-)

LG,
Dana
Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
Benutzeravatar
Dana
Turboleser
 
Beiträge: 1422
Registriert: 29.01.2008, 08:55

Re: Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

Beitragvon Dana » 27.01.2016, 10:49

Vollständigkeitshalber hier auch andere Meinungen:

TOM (aus den Monatslisten):

Jenny Erpenbecks Roman zur Flüchtlingsproblematik war dann mein erstes Buch von der Longlist zum Buchpreis. Die Autorin schreibt mit viel Engagement und Emphase über die Flüchtlingsproblematik. Für mein Empfinden ist ihr die Wichtigkeit des Stoffes zu sehr in die Feder gerutscht. Über weite Strecken liest sich das Buch eher wie eine Reportage, als Roman ist es m. E. nicht geglückt, wobei ich eines an konkretem Wissen über die Probleme der Bürokratie und der Asylverfahren mitgenommen habe.


DANIELA (aus goodreads):
Bis mindestens zur Hälfte hätte dieses Buch von mir bestenfalls 2 Sterne erhalten, zu sehr habe ich mich über die ungeschickte, lieblose Rahmenhandlung geärgert.
Die Lebensbedingungen der Refugees waren nur Kulisse, als sollten sie für einen politisch korrekten Roman zur Zeit herhalten, der trotzdem schon geradezu veraltet erscheint angesichts der derzeit sehr viel präsenteren Flüchtlingsströme aus Syrien.

Erst als Richard ein persönliches Verhältnis zu einigen Männern aufbaut wird auch der Roman besser. Und jetzt, da ich ihn nach kleiner Pause ausgelesen habe, hat sich meine Meinung nochmal verstärkt. Als Roman finde ich das dieses Buch nach wie vor eher misslungen. Als Diskussionsgrundlage und Zeitdokument dagegen empfinde ich es als sehr wichtig.
Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
Benutzeravatar
Dana
Turboleser
 
Beiträge: 1422
Registriert: 29.01.2008, 08:55

Re: Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

Beitragvon Dana » 15.02.2016, 09:46

Etwa in der Mitte des Buches, konnte ich dann nachvollziehen, warum manche Leser das Buch als Roman misslungen finden: Man hat streckenweise den Eindruck, eher eine Reportage zu lesen, bzw. einen Text, der wichtige Informationen liefern soll ... :(

... und am Ende hat mich das Buch als Ganzes dann doch enttäuscht :( (winke Daniela & Tom zu ;) )

Alles, was am Anfang für mich vielversprechend war (die interessanten Vergleiche zum Leben in der DDR, die verschiedenen Lebensgeschichten, usw) ist unterwegs verpufft und die Geschichte durch ein ziemlich dick aufgetragenes Showdown beendet. Das Bemühen um politische Korrektheit hat in meinen Augen überhand über die Glaubwürdigkeit des Inhalts und den Aufbau des Romans gewonnen.
Und trotzdem: wegen der neuen Ansichten zum Thema „Flüchtlinge“ bereue ich nicht, das Buch gelesen zu haben.

LG,
Dana
Zuletzt geändert von Dana am 15.02.2016, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
Benutzeravatar
Dana
Turboleser
 
Beiträge: 1422
Registriert: 29.01.2008, 08:55

Re: Jenny Erpenbeck - Gehen, ging, gegangen

Beitragvon Daniela » 15.02.2016, 11:20

wie immer perfekt auf den Punkt gebracht, liebe Dana ;-)
Daniela

Die LESELUST - Belletristik & mehr!
http://www.die-leselust.de


Meine Krimiempfehlung:
Oliver Tidy - DOVER
Daniela
Turboleser
 
Beiträge: 6067
Registriert: 05.01.2008, 17:49
Wohnort: Berlin


Zurück zu Literaturgespräche – Leseerlebnisse, Austausch und Rezensionen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 9 Gäste

cron