Preis der Leipziger Buchmesse 2016

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Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Beitragvon Dana » 12.02.2016, 10:46

Hallo zusammen,

es gab Jahre, in denen wir vor der Ankündigung der Liste fleißig spekuliert haben, das schaffen wir nicht mehr, aber über die nominierten Bücher zu diskutieren, finde ich es immer noch spannend.

Hier ist schon mal die Liste:

Belletristik

Marion Poschmann: Geliehene Landschaften. Lehrgedichte und Elegien
(Suhrkamp Verlag)

Roland Schimmelpfennig: An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
(S. Fischer Verlag)

Nis-Momme Stockmann: Der Fuchs
(Rowohlt Verlag)

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh
(Rowohlt Verlag)

Guntram Vesper: Frohburg
(Schöffling & Co.)


Sachbuch / Essayistik

Jürgen Goldstein: Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt
(Matthes & Seitz Berlin)

Christoph Ribbat: Im Restaurant. Eine Geschichte aus dem Bauch der Moderne
(Suhrkamp Verlag)

Ulrich Raulff: Das letzte Jahrhundert der Pferde. Eine Geschichte der Trennung
(Verlag C. H. Beck)

Werner Busch: Adolph Menzel. Auf der Suche nach der Wirklichkeit.
(Verlag C. H. Beck)

Hans Joachim Schellnhuber: Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff
(C.Bertelsmann)


Übersetzung

Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes (Üb. Claudia Hamm)
(Verlag Matthes & Seitz Berlin )


Richard Ford: Frank (Üb. Frank Heibert)
(Hanser Berlin)

Bora Ćosić: Die Tutoren(Üb. Brigitte Döbert)
(Schöffling & Co.)

Michail Ossorgin: Eine Straße in Moskau (Üb. Ursula Keller)
(Die Andere Bibliothek)

Joan Sales: Flüchtiger Glanz (Üb. Kirsten Brandt)
(Carl Hanser Verlag)
Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
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Re: Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Beitragvon Daniela » 18.02.2016, 07:12

Ich freue mich auch nach wie vor jedes Jahr auf die Veröffentlichung der Liste - und kann in diesem Jahr wie auch schon im letzten so gar nichts mit ihr anfangen. Mich spricht eigentlich keines der Bücher ad hoc an...

Tom, du liest doch den Fuchs - wie ist er denn so?
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Re: Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Beitragvon Tomke » 18.02.2016, 07:45

Daniela hat geschrieben:Tom, du liest doch den Fuchs - wie ist er denn so?

Frag' nicht. Ich habe 250 Seiten tapfer durchgehalten, dann war meine Geduld zuende.
Der Stil des Autors hat mir gar nicht gefallen. Viel zu ambitioniert, zu überladen, zu unklar in der Stilebene, metaphernverliebt. Der Autor scheint auch von einem unglaublichen Mitteilungsdrang besessen zu sein. Ich meine, wenn man schildert, wie ein 10-jähriger in der Kleinstadtbibliothek Bücher ausleiht, muss dann der Leser auch noch mit Meinungen über die Nachkriegsliteratur und Heinrich Böll belehrt werden? Überhaupt - die Hauptfigur Finn ist zum Beginn der Handlung 10 Jahre alt. Die Gedanken, Dialoge, überhaupt die Handlung passt dazu gar nicht. Hier wird m. E. viel zu viel in das Kind hineinprojziert. Und bei ganzen Absätzen oder Kapiteln habe ich mich gefragt: Warum erzählt der Autor mir das? Eine Frage, die der Lektor dem Buch offenbar nicht gestellt hat, denn sonst wäre es so nicht veröffentlicht worden. 8-)

Das hat mich von Beginn an gestört, jedoch meinte ich, dem Buch noch eine Chance geben zu sollen, vielleicht trug ja die Handlung? Aber das wurde dann immer abstruser, mit ganzen Kapiteln mit Ausflügen in die Mythologie, die Esoterik und Sci-Fi. Längere Abschnitte des Buches werden auf mehreren Ebenen erzählt - angezeigt durch Längsstreifen auf den Buchseiten. Aber einen wirklichen Erkenntnisgewinn bringt das auch nicht.

Vielleicht findet sich noch jemand, der dieses Buch versteht, dem es sich erschließt. Für mich war es verschwurbelter Murks.
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Re: Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Beitragvon Daniela » 18.02.2016, 08:38

Gut, das Thema ist bei mir dann schon mal komplett abgehakt. Je älter ich werde, umso weniger Freude habe ich am Verschwurbelten ;-)
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Re: Preis der Leipziger Buchmesse 2016

Beitragvon Tomke » 06.03.2016, 11:11

Ich habe jetzt alle Romane der Belletristik-Liste gelesen bzw. teilweise gelesen.

Danach ist für mich klar, wem ich den Preis geben würde: Guntram Vesper für seinen Roman 'Frohburg'. Das ist für mich stilistisch, thematisch und insgesamt literarisch ein sehr beeindruckendes und überzeugendes Werk.

Der Roman "Der Goldnene Handschuh" ist auch beeindruckend, thematisch allerdings wirklich extrem und daher nur mit starkem Magen zu lesen. An einigen Stellen dachte ich, mir wird gleich übel. Gleichwohl kann ich sagen, dass ich die Könnerschaft Heinz Strunks durchaus erkennen konnte und den Roman für ein gutes Buch halte.

Ebenfalls gefallen hat mir der Roman von Roland Schimmelpfennig, der sehr schön erzählt ist und den ich so gut wie in einem Rutsch gelesen habe.

Überhaupt keinen Zugang habe ich zu Nis-Momme Stockmanns Buch "Der Fuchs" gefunden, das ich für einen ziemlich missglückten Versuch halte, irgendwas modern-abgedrehtes zu schreiben. Weg damit!
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