Florian Illies - 1913 Der Sommer des Jahrhunderts

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Florian Illies - 1913 Der Sommer des Jahrhunderts

Beitragvon Dana » 15.02.2016, 10:19



Ein gewinnbringendes Buch, das mir im nach hinein mehr gefällt als während des Lesens :-)

Beim Lesen habe ich mich immer mal wieder gefragt ob ich die endlosen Briefe von Kafka an Felice lesen muss, ob ich wirklich so Vieles über die Beziehung zwischen Kokoschka & Alma Mahler-Werfel wissen muss, was es mit all den Namen, die nur nebenbei erwähnt werden auf sich hat usw. Teilweise hatte ich den Eindruck, eine Sammlung von Anekdoten aus dem Kunstmilieu des Jahres 1913 zu lesen. Es hat mir auch eine „Aussage“ des Buches gefehlt, und auch ein Register, das mir beim Suchen bestimmter Namen / Begriffen im Buch helfen sollte.

Mit einem Abstand von ein paar Wochen und nach einer interessanten Diskussion im Lesekreis kann ich dem Buch viel mehr abgewinnen.

Ich sehe das Buch als eine Momentaufnahme des kulturellen Lebens im Jahr 1913 und freue mich über die neuen Erkenntnisse, die ich gewonnen habe: Ich kenne Schönbergs Gurre-Lieder, kenne die Entstehungsgeschichte / Hintergrundgeschichte von Kokoschkas „Windsbraut“, weiß mehr über „Die Brücke“ und „Der blaue Reiter“, usw. usf.

Die Sprache ist auch sehr schön, das Buch lässt sich sehr gut lesen und dem Autor gelingen manchmal wirklich sehr schöne, knappe, pointierte (Künstler)Porträts.
Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

A. L. Kennedy: Der letzte Schrei
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