Claudias Lesemonate

Welche Bücher hast du im vergangenen Monat gelesen? Und wie bewertet? Hier ist der richtige Platz dafür!

Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 01.05.2009, 15:07

Im April habe ich gelesen:

Qiu XIAOLONG: „Rote Ratten“ ***
Obwohl es sich formal um einen Krimi handelt, steht für mich die Spannung hier eher im Hintergrund. Viel wichtiger finde ich Qius Beschreibungen des neuen China und der Gerichte, die er zu sich nimmt!

Melitta BREZNIK: „Nordlicht“ ***(*)
Besprechung s. separater Thread.
Die Sprache ist sehr poetisch, gefällt mir bei dieser Autorin besonders gut.

Steve AUGARDE: „Winter Wood“ ***
Dritter und abschließender Teil der Various Trilogie.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängerbänden schwächer, aber trotzdem ein guter Abschluß der Fantasy Saga.

Fred VARGAS: „Im Zeichen des Widders“ **(*)
Von der Geschichte her ok, die Zeichnungen haben meinen Lesefluss eher behindert. Ich fand sie auch in der Ausführung nicht berauschend.

T.C. BOYLE: „América“ ****
América und Candido sind illegal von Mexiko in die USA eingewandert. Sie leben sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Dazu gesellen sich auch noch Pech und Unvermögen. Sie kommen auf dem Weg in ein geregeltes Dasein einfach nicht voran.
Dem gegenüber porträtiert Boyle die weiße Mittelstandsfamilie Mossbacher, die in einem bewachten Reichen-Vorort von Los Angeles lebt.
In alternierenden Kapiteln beschreibt Boyle die Lebensumstände beider Paare/Familien, deren Lebenswege sich ein ums andere Mal kreuzen.
Der Stil pendelt zwischen krasser Satire und Sozialreportage.
Mir hat es sehr gut gefallen. Ein weiteres tolles Buch von Boyle.

Ders.: „Guten Flug. Zwei Erzählungen“ ***
Kleines Büchlein für unterwegs. Sehr nett und unterhaltsam.

Ders. „Windsbraut“ Erzählung ***
Dito.

Nora EPHRON: „Der Hals lügt nie“ ***
Nette Sonntagnachmittagslektüre. Nichts aufregendes, ich habe mich mit diesen Reportagen
über das Leben in New York oder über das Älter werden jedoch bestens unterhalten.

Marilynne ROBINSON: „Gilead“ ****(*)
John Ames fühlt den Tod nahen. Er schreibt seinem Sohn einen Brief, in der Hoffnung, ihm für sein weiteres Leben einiges mitgeben zu können, wenn er schon tot ist.

Der Roman ähnelt einem religiösen Traktat. Ich tat mich anfangs schwer damit, da ich ein schnelleres Tempo gewohnt bin und auch bevorzuge. Ich habe mich dann darauf eingelassen, innerlich einen Gang zurückgeschaltet und bin total begeistert! Ein tolles Buch.
Es hat mir Einblicke in die tiefe Religiosität gegeben, die in Amerika so fest verwurzelt ist. Am Rande geht es auch um den amerikanischen Bürgerkrieg und die Abschaffung der Sklaverei, beides Bereiche, die tiefe Wunden in der amerikanischen Seele hinterlassen haben. Der Roman spielt 1956, die USA befinden sich wieder in einem anderen Krieg (Korea).

Ich freue mich jetzt auf HOME, dass jetzt auf englisch auch als TB vorliegt.


Tobias HILL: „The Hidden“ **
Der Roman fing richtig gut an. Je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat es mich genervt.
Die Charaktere waren Stereotypen, die Geschichte wies zu viele Löcher auf. Am Ende war ich arg enttäuscht.


Susan HILL: „The Beacon“ ***** (TOP 2009)
Hills Novelle erzählt vom Unvorhergesehenen, das in eine Familie einbricht. Das Leben von seinen drei Geschwistern wird auf den Kopf gestellt, als Frank ein Buch über seine Kindheit auf der Farm „The Beacon“ veröffentlicht. Keines der drei Geschwister kann Franks Beschuldigungen erinnern, doch sie haben erschütternde Folgen zu tragen. Die Nachbarn im Dorf wenden sich von ihnen ab, die spärlichen Kontakte brechen vollends weg.

Was dieses schmale Büchlein für mich so besonders macht, ist die klare, karge Sprache der Autorin. Die Handlung pendelt zwischen Rückblicken in die Vergangenheit und dem Geschehen der Gegenwart. Alles bleibt ein wenig zweideutig und in der Schwebe.

Die Autorin ist für mich eine echte Entdeckung. Ich hoffe bei meinem nächsten Besuch in London in andere ihrer Bücher hineinlesen zu können.
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 30.05.2009, 08:32

... und im Mai waren es die folgenden Bücher:

Viktorija Tokarjewa: "Eine Liebe fürs ganze Leben" **
Fred Vargas: "Der verbotene Ort" ***
Marcel Beyer: "Kaltenburg" ****
Dodie Smith: "I capture the castle" ***** (Top 2009)
Sibylle Knauss: "Eden" ***
Henry James: "Die Aspern-Schriften" **
Jane Urquhart: "Die gläserne Karte" ***(*)
Lissa Evans: "Their finest hour and a half" ****
Anne Chaplet: "Schrei nach Stille" ***

Grüße,
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 06.07.2009, 16:58

Im Juni habe ich folgendes gelesen:

A.S. Byatt: "The Children's Book" ****
Philip Hensher: "The Northern Clemency" ****
Willy Vlautin: "Northline" ***
Walter Kappacher: "Der Fliegenpalast" **
Julian Fellowes: "Past Imperfect" ****

LG,
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 04.08.2009, 10:57

Die Juli-Ausbeute war diesmal nicht so berauschend:

Isabel Colegate: "The shooting Party" ***
Der Roman spielt während weniger Tage auf einem englischen Landsitz am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Man trifft sich, um gemeinsam auf die Jagd zu gehen, zu essen und zu plaudern. Natürlich spielen auch die Verhältnisse der einzelnen untereinander eine große Rolle...

Ich lese zur Zeit sehr gern Romane, die sich mit gesellschaftlichen Umbrüchen beschäftigen.
Colegate gelingt es, eine untergehende Gesellschaft (hier: den Landadel) mit seinen Konflikten anschaulich darzustellen. Leider habe ich etwas den englischen Humor vermisst.


Henning Mankell: "Die italienischen Schuhe" ***
Ein älterer Mann lebt allein auf einer kleinen Insel im Schärengürtel vor Stockholm.
Vor vielen Jahren ist ihm als Arzt ein Kunstfehler unterlaufen, der dazu führte, dass er sich von allen Bekannten und Freunden zurückzog.
Mankell schildert im Laufe des Romans, wie er nach und nach wieder mühsam lernt, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Teilweise fand ich den Roman mit Themen zu überfrachtet. Der Teil jedoch, der sich mit der Einsamkeit des Arztes beschäftigte, gefiel mir sehr gut.


Robert Harris: "Ghost"
***
Ein Autor ist eingeladen, die Biografie des ehemaligen englischen Prime Ministers (kaum verschleiert: Tony Blair) zu schreiben, der sich auf einen Landsitz eines reichen Amerikaners zurückgezogen hat. Sein Vorgänger in diesem Job kam auf recht mysteriöse Weise ums Leben.
Der Autor versucht anhand des bereits existierenden Manuskripts einige Geheimnisse des ex PM aufzuklären.

Ganz nette Unterhaltung für zwischendurch. Nichts tiefsinniges, aber der Erzähler war sympathisch. Ich habe es gern gelesen.

Charles Elton: "Mr. Toppit" **
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And out of the Darkwood Mr Toppit comes, and he comes not for you, or for me, but for all of us... When the author of The Hayseed Chronicles, Arthur Hayman, is mown down by a concrete truck in Soho, his legacy passes to his widow, Martha, and her children - the fragile Rachel, and Luke, reluctantly immortalised as Luke Hayseed, the central character of his father's books. But others want their share, particularly Laurie, who has a mysterious agenda of her own that changes all their lives. For buried deep in the books lie secrets which threaten to be revealed as the family begins to crumble under the heavy burden of their inheritance. Spanning several decades, from the heyday of the British film industry after the war to the cut-throat world of show business in Los Angeles, Mr Toppit is a riveting tale of the unexpected effects of sudden fame and fortune. Not since Jonathan Coe's What a Carve Up! has a novel managed to capture a family and a society to such wonderfully funny and painful effect.

Mir fällt es hier schwer, den Inhalt des Romans zusammenzufassen. Eigentlich hatte ich erwartet, eine unheimliche Geschichte, mit eben jenem Mr Toppit im Mittelpunkt zu lesen.
Meine Erwartungshaltung war eine ganz andere. Das liegt natürlich nicht am Autor ...

Alles in allem hat es mich nicht vom Hocker gehauen.

Henning Mankell: "Der Chinese" *
Das Ärgernis des Monats! Dabei fing das Buch richtig spannend an: In einem kleinen Dorf im hohen Norden Schwedens werden bis auf zwei alle Bewohner grausam getötet. Die Polizei startet eine groß angelegte Untersuchung.
Leider verliert sich Mankell dann in diversen Erzählsträngen, die im Amerika des 19. Jahrhunderts angesiedelt sind (Eisenbahnbau im Westen), im boomenden, wirschaftlich aufstrebenden China sowie in Afrika/Zimbabwe des Robert Mugabe. Vor allem letzterer hat mich einfach nur genervt.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Autor seine Geschichte einfach so ins Leere laufen lässt. Der Krimiplot wird imho völlig verschenkt. Ich hätte zum Beispiel sehr gern mehr über die Ermittlerin vor Ort erfahren. Ihre Geschichte wird nur kurz umrissen, daraus ließe sich wesentlich mehr machen!
Ich hatte das Gefühl, eine Mogelpackung vor der Nase zu haben. Nicht so ganz Krimi, dafür viel Politisches. Mankell hat den Plot m.E. als Aufhänger für seine Kritik an den Verhältnissen in Afrika eingesetzt. Das ist natürlich legitim. Allerdings wünsche ich mir dann, dass das eindeutig auf dem Buchumschlag benannt wird. Dann kann ich mich als Leserin entscheiden, ob ich es lesen möchte oder nicht!
Das war jetzt erst mal mein letzter Mankell. Die Wallander-Serie hat mir gut gefallen, aber das war’s jetzt für mich.


Sarah Waters: "Little Stranger" ****
Das Highlight des Monats. Vordergründig eine Geistergeschichte, gelingt es Waters, auf spannende und fesselnde Weise, den Verfall einer Familie und die sozialen Umwälzungen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges darzustellen.

Faraday, ein junger Arzt, wird nach Hundreds Hall gerufen, dem Familiensitz der Ayres’.
Lucy, eine junge Hausangestellte klagt über Schmerzen im Leib. Schnell wird dem Arzt jedoch klar, dass Lucy simuliert. Sie fürchtet sich vor seltsamen Geräuschen in dem stillen großen Haus. Nach und nach lernt Faraday die anderen Familienmitglieder kennen. Mrs Ayres, ihre Tochter Caroline und den Sohn Roderick. Letzter ist verletzt an Leib und Seele aus dem Krieg heimgekehrt.
Die Ayres’, die sehr isoliert auf dem Land leben, beschließen, eine Party zu geben, auf der sich ein folgenschwerer Unfall ereignet...

Sarah Waters schreibt sehr subtil, vieles bleibt in der Schwebe, was dem Genre durchaus angemessen ist, mir als Leserin jedoch einigen Frust bereitete! Vieles wird angedeutet, nicth alles wird erklärt. Es bleibt viel Raum zum spekulieren und nachdenken. Das machte den Roman für mich zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis!
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 07.09.2009, 14:41

Der August hatte rundum tolle Bücher zu bieten:

H.M. Enzensberger: "Hammerstein oder Der Eigensinn" ****
Teilweise fiktionale Biografie von Kurt von Hammerstein, einem der ranghöchsten Generäle der Weimarer Republik. Nach Hitlers Amtsantritt 1933 zieht er sich aus allen Ämtern zurück.
Seine Kinder jedoch – vor allem die drei Töchter – engagieren sich im Widerstand.
Sehr lesenswertes Buch über einen unbeugsamen Mann und seine Familie. Hat mir gezeigt, dass Widerstand gegen die Nazis sehr wohl möglich war.

Theater der Zeit- Backstage: Matthes
Für Fans des Schauspielers. Ein langes Interview mit UM über seine Kindheit in Berlin, die Anfänge seiner Karriere und seine schauspielerische Laufbahn. Ich kenne Matthes von einigen Hörbüchern her und hatte seine Stimme beim Lesen immer im Ohr. Dazu gibt es eine Menge Fotos.

Curtis Sittenfeld: "American Wife" ****
s. separate Besprechung
http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=3357

Michael Köhlmeier: "Abendland" ****(*)
s. separate Besprechung
http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=120

Anna-Katharina Hahn: "Kürzere Tage" ****
Hahn schildert in ihrem ersten Roman das Leben von einigen Menschen in einer gut situierten Wohnstraße in Stuttgart. Das besondere an diesem Roman war für mich Hahns knappe und überaus präzise Sprache. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, mich in einem Film zu bewegen, so treffend waren ihre portraitierten Personen. Dabei spart sie nicht an Sarkasmus.
Ein gesellschaftliches Sittenbild aus der deutschen Großstadt.

Sebastian Faulks: "A week in December" ***(*)
Lt. Klappentext hat Faulks den Roman zur Situation des UK am Beginn des 21 Jahrhunderts geschrieben. Das ist für mich eindeutig zu hoch gegriffen. Trotzdem habe ich mich sehr gut unterhalten, da Faulks diverse Milieus sehr anschaulich beschreibt. Das Manko des Romans liegt imho darin, dass er zuviel Personal einführt. Engleby vom gleichen Autor hat mir wesentlich besser gefallen.

LG,
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Tomke » 07.09.2009, 15:24

Claudia hat geschrieben:
Anna-Katharina Hahn: "Kürzere Tage" ****
Hahn schildert in ihrem ersten Roman das Leben von einigen Menschen in einer gut situierten Wohnstraße in Stuttgart. Das besondere an diesem Roman war für mich Hahns knappe und überaus präzise Sprache. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, mich in einem Film zu bewegen, so treffend waren ihre portraitierten Personen. Dabei spart sie nicht an Sarkasmus.
Ein gesellschaftliches Sittenbild aus der deutschen Großstadt.


Dieses Buch habe ich heute morgen zu lesen begonnen. Da ich mehrere Jahre in Stuttgart gewohnt habe, bin ich auf die Milieuschilderungen sehr gespannt...

Hans Magnus Enzensbergers Buch hat mir übrigens auch sehr gut gefallen!

Viele Grüße
Tom
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 07.10.2009, 08:55

Bereits im Juli habe ich
Kathrin Schmidt: "Du stirbst nicht" *****
gelesen, ich verweise auf Tinius' ausgezeichnete Kritik in seinem blog, der ich mich nur anschließen kann.
Schmidt hat für ihren Roman den "Preis der SWR Bestenliste", der mit 10.000 Euro dotiert ist, gewonnen.
http://readingease.wordpress.com/2009/08/01/kathrin-schmidt-du-stirbst-nicht/
http://www.boersenblatt.net/340571/

Im September habe ich die folgenden Romane gelesen:

Eliot Pattison: "Der Tibetische Verräter" ***

Lars Gusafsson: "Frau Sorgedahls schöne weiße Arme" ****

Martin Walker: "Bruno, Chef de Police" ***

Deirdre Madden: "Molly Fox' Birthday" ****

William Boyd: "Ordinary Thunderstorms" ****

Dick & Felix Francis: "Abgebrüht" **

Colum McCann: "Die große Welt" ***(*)
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 31.10.2009, 05:07

Im Oktober habe ich die folgenden Bücher gelesen:

Gerard Donovan: "Winter in Maine" *
Hier habe ich mich zum Buch geäußert: http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=3789

Hilary Mantel: "Wolf Hall" ****(*)
Der Roman gewann den diesjährigen Booker Price - Er schildert in epischer Breite den Aufstieg von Thomas Cromwell vom Sohn eines Schmieds zum mächtigsten Mann am Hof Henry VIII.
Es wird eine Fortsetzung geben *freu*.

Norbert Scheuer: "Überm Rauschen" ***
Ein stilles Buch über ein Brüderpaar in einem Eifeldorf. Für mich leider manchmal ZU still.

Susan Hill: "Howards End is on the landing" *****
Die Autorin nimmt sich vor, ein Jahr lang auf neue Buchanschaffungen zu verzichten (Ausnahme: Rezensionsexemplare und Bücher, die sie für ihre Arbeit benötigt), um bereits gelesenes wiederzuentdecken bzw. die vielen ungelesenen Bücher endlich einmal in die Hand zu nehmen und zu lesen. Hill schreibt ihre Gedanken zu ihren Lieblingsautoren nieder, zu Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die sie persönlich kennenlernen durfte.
Ein persönliches Buch, das mich sehr beeindruckt hat und das mir viele Autoren aufzeigte, die ich gern noch entdecken möchte.

Viele Grüße,
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 01.12.2009, 14:51

Im November habe ich die folgenden Bücher gelesen:

Jung Chang: "Wilde Schwäne" ****
Diese Autobiographie war für mich der Einstieg in das Thema „Moderne Geschichte Chinas“. Mir hat es so gut gefallen, da die Autorin ihre Erfahrungen (und die ihrer Familie) ohne Melodrama und Larmoyanz erzählt. Eine Empfehlung!


David Foster Wallace: "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" ***
Das war mein erstes Buch von DFW. Er beschreibt seine Erlebnisse auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff, die er im Auftrag eines amerikanischen Magazins journalistisch begleiten durfte.Es ist ein schmales Bändchen, bei dem ich beim Lesen öfters lachen musste, mir aber genauso oft das Lachen im Halse stecken blieb.

Frank Schätzing: "Limit" *
Mein Flop des Jahres! Bin mit großen Erwartungen an den Roman herangegangen. Vielleicht mit zu großen. Die Geschichte war viel zu langatmig und verworren. Die Charaktere eindimensionale Pappchargen der simpelsten Machart. Ich hatte den Eindruck, Schätzing hat sie nur erfunden, um sie sogleich lustvoll hinmeucheln zu können. Die über hundert (!!) Personen sind bis auf ein, zwei Ausnahmen ununterscheidbar.
Ich hätte es mal besser beim „Schwarm“ belassen sollen.

Hakan Nesser: "Mensch ohne Hund" ***
Der erste Band der „Gunnar Barbarotti“ Serie und für mich das erste Buch, das ich von Nesser in die Hand genommen habe. Hat mir sehr gut gefallen. Der Krimi kommt angenehm unblutig daher und doch wird eine psychologisch spannende und glaubwürdige Handlung präsentiert. Werde die Reihe gern weiterverfolgen.

Stephan Thome: "Grenzgang“ ****
Stand auf der shortlist des Deutschen Buchpreises 2009. Es handelt sich um eine Art modernen Heimatroman, bei dem zwei einsame und zum Teil gescheiterte Menschen im Mittelpunkt stehen.
Kerstin und Thomas stammen aus dem gleichen Ort, sind sich beim alle sieben Jahre stattfindenden volksfest Grenzgang schon ab und zu über den Weg gelaufen. Ihre Lebenswege trennen sich, als Thomas zum Studieren nach Berlin zieht. Gefallen hat mir, wie Thome seine Figuren schildert: glaubwürdig und psychologisch kraftvoll. Die inneren Empfindungen der Figuren werden den Geschehnissen auf dem dreitägigen Volksfest gegenüber gestellt und gespiegelt.
Allerdings war das Buch mit ca. 450 Seiten für meinen Geschmack zu lang.

Tracy Chevalier: "Remarkable Creatures" *****
Ich scheine ein faible für romane zu entwickeln, bei denen Ausgrabungen im Mittelpunkt stehen. 
Im vergangenen Jahr war es „The Dig“ von John Preston, der sich mit den Ausgrabungen von Sutton Hoo beschäftigte.
Bei Chevalier jedoch stehen mit Mary Anning und Elizabeth Philpot zwei Frauen im Zentrum, die sich in Lyme Regis dem Finden und Ausgraben von Fossilien verschrieben haben, bei Anning sind es z.B. Ammoniten, Philpots Spezialität sind fossile Fische.
Wobei Mary Anning die wesentlich erfolgreichere von beiden war. Beide Frauen sind jedoch historische iguren.
Auf der homepage der Autorin kann man sich Fotos der gefundenen Fossilien anschauen:
http://www.tchevalier.com/remarkablecreatures/fossilgallery/index.html
Wobei ich besonders den Plesiosaurus erstaunlich finde, den Anning ausgegraben hat!
Ich möchte unbedingt mehr von Chevalier lesen, wobei ich „Girl with a pearl earring“ bislang nur als Film kenne.

Volker Zastrow: "Die Vier. Eine Intrige" (Sachbuch) ****
Im vergangenen Jahr haben vier Abgeordnete des Hessischen Landtags das Land über einige Tage in Atem gehalten, da sie sich weigerten, Andrea Ypsilanti mit Hilfe der „Linken“ zur Ministerpräsidentin zu wählen. Es gab vor rund einem Jahr einen richtigen Skandal weit über Hessen hinaus, bei dem es nicht nur um die Beweggründe der vier Abgeordneten ging, sondern auch um den Niedergang der SPD als Volkspartei, um Politikverdrossenheit etc.
Zastrow gelingt es, diese Geschichte spannend und anschaulich zu erzählen.
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Barbara » 01.12.2009, 19:02

Lieber Claudia,

erst einmal: Schön wieder von Dir zu lesen!!!

Und dann freut es mich besonders zu lesen, dass du trotz der stressigen Zeit, Muße zum Lesen und dadurch sicherlich auch zum Entspannen finden konntest.

Schön, dass Dir "Wilde Schwäne" ebenfalls sehr gut gefallen haben.
"Das Lesen eines Buches ist die Zwiesprache mit der eigenen Seele!"
B.H.

Liebe Grüße
Barbara
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 02.01.2010, 17:55

Im Dezember habe ich gelesen:

Joshilyn Jackson: "Das Mädchen im Pool" ***
Annette Pehnt: "Haus der Schildkröten" ****
Winifred Watson: "Miss Pettigrew lives for a day" ***
Penelope Lively: "Consequences" ****
Linda Grant: "The thoughtful dresser!" **

Besonders Penelope Lively ist für mich eine Entdeckung: MOON TIGER kannte ich schon. Und nun "Consequences" - Eine Geschichte dreier Frauen (Großmutter, Tochter, Enkelin) in der Zeit von kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart, ihre Handlungen und deren Konsequenzen.
Ich werde weitere Bücher der Autorin lesen!

Noch etwas Statistik zum Jahresabschluß:

81 Bücher gelesen

davon 33 von Frauen geschrieben 40,74%
und 48 von Männern geschrieben 59,26%
davon 10 Krimis 8,10%
davon 22 Highlights 27,16%
davon 6 Flops 7,40%

LG,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 01.02.2010, 18:05

Ich habe im Januar fast die gesamte backlist von Penelope Lively gelesen, mit durchaus gemischten Gefühlen.
Im großen und ganzen jedoch ist sie für mich eine wichtige Schriftstellerin. Sie beschäftigt sich in ihren Romanen u.a. mit dem Älterwerden, dem Erinnern und der Stellung der Frau in der Gesellschaft allgemein. Themen, die mich zur Zeit stark ansprechen.

Gelesen habe ich im Januar folgendes:

David Vann: Legend of a suicide
Penelope Lively: Spiderweb
Nils Minkmar: Mit dem Kopf durch die Welt
Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome
Penelope Lively: The Photograph
Helen Garner: "Das Haus an der Bunker Street"
Penelope Lively: Der Wilde Garten
Penelope Lively: Ein Schritt vom Wege
Penelope Lively: Kleopatras Schwester
Penelope Lively: London im Kopf

Herausragend war jedoch der Roman von David Vann. Eine echte Entdeckung für mich. Eine Vater-Sohn Geschichte in kurzen Texten, mit einer Dichte und Intensität erzählt, die mir schier den Atem raubte!

Eine Entdeckung auch Linus Reichlin. Weniger des Plots seines Krimis wegen (der mich teilweise richtig genervt hat), sondern der Charaktere wegen. Ganz großartig. Der zweite Band ist vorbestellt.

LG,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 06.03.2010, 16:21

Im Februar habe ich die folgenden Bücher gelesen, wobei BRODECKS BERICHT das absolute Highlight war:

Philippe Claudel: Brodecks Bericht *****
Herta Müller: Atemschaukel ***(*)
Penelope Lively: Hinter dem Weizenfeld **
Elliot Perlman: Drei Dollar ***
Elizabeth Kostova: The Swan Thieves **
Ali Shaw: The Girl with Glass Feet ***(*)
Susan Sellers: Vanessa and Virginia **(*)

Alles in Allem ein durchwachsener Lesemonat. Eine Enttäuschung war in gewisser Hinsicht "The Swan Thieves" von Elizabeth KOSTOVA. Viel zu lang, zu zäh, zu langweilig... :(

Viele Grüße,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 11.04.2010, 17:34

Ich habe im MÄRZ die folgenden Bücher gelesen:

Ann Cleeves: Totenblüte ***
Ein netter Krimi, mit einer starken Hauptdarstellerin. Daniela, Du hattest Recht: Vera Stanhope
hat mich tatsächlich an Barbara Havers erinnert!

Jennifer Johnston: The Illusionist ****
Ein großartiger Roman um eine aufstrebende junge Frau, die sich Hals über Kopf in einen Illusionisten verliebt und von ihm
mehr und mehr emotional erniedrigt wird.

Philip Roth: Die Demütigung ***
Roth' große Themen wie Altern, Vergänglichkeit und Tod werden in diesem schmalen Roman für mich diesmal nicht überzeugend
dargestellt.

Andreas Maier: Onkel J. Heimatkunde ***
Kolumnen, die Maier in einer österreichischen Literaturzeitschrift veröffentlicht hat. Gefiel mir gut, habe mich auch gut unterhalten, freue mich aber wieder auf einen Roman von ihm!

Stephen King: Die Arena ***
Mein erster Roman von King, der mich insofern positiv überraschte, da er durchaus glaubwürdige Charaktere zu erschaffen wusste.
Spannende Lektüre, deren 1200 Seiten ich flugs gelesen habe.

William Trevor: Liebe und Sommer *****
Dieser Autor ist für mich eine wahre Entdeckung! Ich möchte noch mehr von ihm lesen.
Hier im Forum wurde ja schon "Die Geschichte der Lucy Gault" erwähnt.
"Liebe und Sommer" ist ein sanftes Buch, jedoch genau beobachtet und in einer leichten, wunderschönen Sprache erzählt, die in mir starke Gefühle hochkommen ließ.
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 11.05.2010, 17:24

Im April habe ich die folgenden Bücher gelesen:

Penelope Lively: Family Album **
Ein Familienroman, der mir zu betulich war. Lively hat wesentlich bessere Romane geschrieben.

Gabriel Weston: Direct Red. A Surgeon's Story ****
Eine Chirurgin erzählt von ihrem Berufsalltag. Sehr gut erzählt, spannend zu lesen. Bin dankbar für diesen Einblick in ein schwieriges Berufsfeld.

Giles Foden: Turbulence ***
Ein Roman, in dem das Wetter bzw. die Wettervorhersage im Mittelpunkt stehen. 1944 - Die Alliierten bereiten die Landung in der Normandie vor. Spielt das Wetter mit, wird der Himmel klar sein? Spannend, sehr schöne Geschichte.

Mary Swan: The Boys in the Trees **
Kananda, zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Die Heath' haben bereits drei Kinder durch Diphterie verloren. In der neuen Heimat bauen sie sich ein neues Leben auf, bis der Vater ein unfassbares Verbrechen begeht...
Leider gelingt es Mary Swan nicht, die vielen Erzählperspektiven stimmig durchzuhalten. Zu vieles bleibt in der Schwebe, so dass der plot und die Geschichte darunter leiden. Schade, ich hatte das Gefühl, dass hier mehr möglich gewesen wäre.

Martin Walker: Grand Cru ***
Solider Krimi, von einem Engländer geschrieben, der in Frankreich lebt. Land und Leute stehen für mich eher im Mittelpunkt als der plot, der mir diesmal jedoch sogar noch etwas besser gefiel als der erste Fall mit Bruno, dem Dorfpolizisten. Die Figuren sind mit viel Sympathie gezeichnet. Ich freue mich ,wenn die Reihe fortgesetzt wird.

Jan Seghers: Die Akte Rosenherz ***
Dieser Fall rund um Marthaler gefiel mir wieder richtig gut! Ich fand die Geschichte spannend und gut erzählt. Auch hier gilt für mich wie bei Martin Walker: Das Personal, die Landschaft stehen im Mittelpunkt.
In diesem Fall sogar Heimvorteil für mich! :D

Liebe Grüße,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 09.06.2010, 17:31

Puh, der Mai ging so schnell vorbei, und ein Drittel vom Juni ist auch schon wieder rum.

Meine Leseausbeute im vergangenen Monat war nicht so besonders.

Penelope Fitzgerald: Das Engelstor ***
L.P. Hartley: The Go-Between ****(*)
Elizabeth George: This Body of Death ***
William Trevor: Die Geschichte der Lucy Gault ***

So ziemliches Mittelmaß, mit der Ausnahme von "The Go-Between", was mir wirklich sehr sehr gut gefiel.

Herzliche Grüße,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 31.08.2010, 17:24

Mann Mann Mann :o Ich habe seit drei Monaten hier nichts mehr eingestellt.
Wird sofort nachgeholt:

Juni
Jennifer Johnston: Truth or Fiction ***
David Gilmour: Unser allerbestes Jahr ***
Penelope Lively: Teasures of Time ***
Josh Bazell: Schneller als der Tod ***(*)
Henning Mankell: Der Feind im Schatten ****

Juli
Rebecca Goldstein: 36 Argumente für die Existenz Gottes (habe das letzte Drittel nicht gelesen wg. Umzugsstress)
Kathryn Stockett: The Help *****
Harper Lee: To kill a Mockingbird *****
Minette Walters: Der Außenseiter ***

August
Paul Auster: Unsichtbar ***
Lionel Shriver: So much for that ****
Simon Lelic: Rupture ***
Diana Wynne Jones: Enchanted Glass ***
Michael Köhlmeier: Madalyn ****
Hans Joachim Schädlich: Kokoschkins Reise ****('*)

Mit in den September nehme ich "Started early, took my dog" von Kate Atkinson.

Herzliche Grüße,
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Valentine » 01.09.2010, 07:57

Holst Du den Goldstein-Rest noch nach? Wie fandest Du das Buch denn, soweit Du gelesen hattest?
Medicine, law, banking - these are necessary to sustain life.
But poetry, romance, love, beauty - these are what we stay alive for.

(Dead Poets Society)
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Valentine
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Goldstein - 36 Argumente...

Beitragvon Claudia » 01.09.2010, 10:17

Liebe Valentine,

Hallo Valentine,

ja, ich möchte den letzten Teil auch noch (irgendwann mal) lesen.
Im Moment jedoch habe ich andere Leseprojekte, die vorrangig sind, z.B. die longlist des Deutschen Buchpreises oder des Booker prizes.

Ich fand die Romanhandlung von „36 Argumente...“ etwas schlicht, obwohl ich es gern gelesen habe. Die Geschichte des kleinen Wunderkindes, das dann seine Chancen als Wissenschaftler zu Gunsten der Karriere (?) eines Rabbi aufgab, hatte etwas Märchenhaftes,
das mir manchmal auf die Nerven ging.

Ich fand das alles etwas zu plakativ für meinen Geschmack. Frau Goldstein hatte ihre Agenda, die sie abgearbeitet hat. Ich fand den Roman auch nicht besonders „humorvoll“ – oder ich habe die falsche Art von Humor! :?


*******SPOILER***************



Die Liebesgeschichte zwischen Cass und Lucinda gefiel mir am Anfang, allerdings war ich doch etwas erschrocken, wie schnell Lucinda ihren Freund abserviert hat (und aus welchen Gründen!) Obwohl ich andererseits die Diskussion, welcher Fachbereich der intellektuell „höherstehende“ sei, doch ziemlich interessant fand.

Viele Grüße,
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 07.10.2010, 14:06

Im September habe ich die folgenden Bücher gelesen:

Kate Atkinson: Started early, took my dog ***
Michael Kleeberg: Das Amerikanische Hospital ****
Colm Tóibín: Brooklyn ****(*)
Andreas Maier: Das Zimmer ***
Jonathan Franzen: Freiheit ***(*)
Kristof Magnusson: Das war ich nicht **

Viele Grüße,
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 05.11.2010, 10:47

Im Oktober habe ich die folgenden Bücher gelesen, wobei ich die von Mary Beard und von Michael Dirda über einen längeren Zeitraum gelesen und erst im Okt. beendet habe:

Ian McEwan: Solar *
Ich kann mich den überwiegend positiven Rezensionen in der Tagespresse leider überhaupt nicht anschließen. Es ist kein Buch über den Klimawandel, wie es überall angepriesen wurde, sondern eines über einen schwächlichen, verlogenen und versoffenen Charakter, vor dem es mich gelinde gesagt geschüttelt hat. Und unter „humorvoll“ verstehe ich auch was ganz anderes...

Sofi Oksanen: Fegefeuer *****
Ausführliche Besprechung im Forum. Für mich bislang das beste Buch dieses Jahres.

Michael Dirda: Readings ***
Kleine Essays, in denen der ehemalige Leiter der Washington Post Book Review seine literarischen Vorlieben und Begegnungen schildert. Perfekt für unterwegs!

Alexander von Schönburg: Alles, was Sie schon immer über Könige wissen wollten **
Ein Buch aus der Krabbelkiste, hauptsächlich wegen des witzigen Umschlags gekauft. Nette Geschichten aus dem Nähkästchen, jede Menge royales name dropping ohne jeglichen literarischen Nährwert.

Philip Roth: Nemesis ****(*)
Auch im Forum ausführlich vorgestellt. Für mich der beste Roth seit „Jedermann“.

Mary Beard: It's a Don's life ***
Gesammelte Kolumnen der Cambridge Professorin aus der Londoner „Times“.
Ebenfalls perfekt für die Handtasche. Ich möchte jetzt unbedingt ihr Buch über Pompeii lesen.

Arno Geiger: Alles über Sally ****
Für mich eine neue Erfahrung: Ich konnte mich so richtig in diesen Familienroman fallen lassen, obwohl ich keinen der Charaktere sympathisch fand oder mich in irgend einer Weise mit einem identifizieren mochte. Eine Familien- und Ehegeschichte, die mir ausnehmend gut gefiel.

Adam Haslett: Union Atlantic ***
Die Lebenswege einer alten und couragierten Dame, eines orientierungslosen Teenagers und eines skrupellosen Bankmanagers kreuzen sich in einem kleinen Ort in Neuengland. Das Buch zur Finanzkrise, hellsichtigerweise bereits DAVOR veröffentlicht.
Leichte Lektüre, es wird wohl nicht viel davon bei mir hängenbleiben.

Doron Rabinovici: Andernorts *
Für mich leider nicht das richtige Buch. Ich fand den Roman furchtbar geschwätzig. Mir gingen diese Spielchen um Identität einfach nur auf die Nerven.

VG,
Herzliche Grüße, Claudia.
Claudia
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Barbara » 05.11.2010, 12:53

Wow, liebe Claudia,
jetzt weiß ich auch, warum Du so selten hier warst.
"Das Lesen eines Buches ist die Zwiesprache mit der eigenen Seele!"
B.H.

Liebe Grüße
Barbara
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Claudia » 04.01.2012, 18:51

Ich stelle hier mal in einem Rutsch die Bücher ein, die ich 2011 gelesen habe.


Joan Aiken: Nightfall - Fürchte die Nacht
Martin Walker: Schwarze Diamanten (3. Fall von Bruno, CdP)
Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil
Siri Hustvedt: The summer without men
Elif Batuman: The Possessed: Adventures with Russian Books and the people..
Susan Hill: A kind man
Lorrie Moore: A gate at the stairs
Louise Welsh: Das Alphabet der Knochen
Anna-Katharina Fröhlich: Kream Korner
10 Tessa Hadley: The London Train
Diane Meier: The season of second chances
Linus Reichlin: Der Assistent der Sterne
Wallace Stegner: Die Nacht des Kiebitz
Muriel Spark: The Prime of Miss Jean Brodie
Allegra Goodman: The Cook Book Collector
William Fiennes: The Music Room
Karin Alvtegen: Schatten
Jane Miller: Crazy Age
Iain Pears: Stone's Fall
20 Michael Wallner: Kälps Himmelfahrt
Donna Tartt: Der kleine Freund
Susan Hill: The small hand
Sabrina Janesch: Katzenberge
Nicholson Baker: Der Anthologist
Michela Murgia: Accabadora
Alison Lurie: Paare
Julian Barnes: The sense of an ending
Heinrich Steinfest: Die weinenden Löwen
Catherine O'Flynn: The news where you are
30 Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts
Fay Weldon: Kehua!
Volker Harry Altwasser: Letzte Fischer
Bill Bryson: At Home
Klaus Modick. Sunset
Rita Mae Brown: Mit Speck fängt man Mäuse
Annette Pehnt. Hier kommt Michelle. Eine Campusroman. Bd. 1
Rita Mae Brown: Fette Beute
Rita Mae Brown: Dem Fuchs auf den Fersen
40 Diana Athill: Stet. An editor's life.
Peggy Mädler: Die Legende vom Glück des Menschen
Stephen King: 11.22.63 (Kindle)
Penelope Lively: How it all began
Qiu Xiaolong: Blut und rote Seide
Winifred Holtby: South Riding (Kindle)
Larry Watson: Montana 1948: A Novel (Kindle)
Thomas Kielinger: Elizabeth II. Das Leben der Königin (Kindle)

Wer gern mehr zu einem der Bücher wissen möchte, bitte melden.

Viele Grüße,
Claudia
Herzliche Grüße, Claudia.
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Carola » 05.01.2012, 21:36

Hallo Claudia,

Dich gibt`s ja noch - freu! :D

Von Deiner langen Liste habe ich nur zwei Bücher ausgelesen:
Julian Barnes - den ich leider nicht kapiert habe :o
Peggy Mädler "Die Legende vom Glück der Menschen", welches mir gefallen, aber dennoch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Sabrina Janesch "Die Katzenberge" habe ich nach 80 Seiten erstmal weggelegt. Nicht weil es mir nicht gefallen hätte, im Gegenteil, ich habe es sehr, sehr gerne gelesen, aber bei mir war zu der Zeit irgendwie so viel los, dass ich nicht dranbleiben konnte. Ich werde das Buch aber auf jeden Fall noch einmal von vorne richtig durchlesen, denn der Stil hat mir gut gefallen und die Geschichte interessiert mich sowieso, denn alle meine Großeltern kamen zwar nicht aus Schlesien, aber aus dem Sudentenland. Wie fandst Du es?

Viele Grüße
Carola
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Re: Claudias Lesemonate

Beitragvon Daniela » 07.01.2012, 13:56

Michael Wallner: Kälps Himmelfahrt
Michela Murgia: Accabadora
Volker Harry Altwasser: Letzte Fischer
Qiu Xiaolong: Blut und rote Seide

Wer gern mehr zu einem der Bücher wissen möchte, bitte melden.

[/quote]

Hier! Da wüsste ich gerne, wie es dir damit ging ;-)
Daniela

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Meine Krimiempfehlung:
Oliver Tidy - DOVER
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