Was Tom so liest

Welche Bücher hast du im vergangenen Monat gelesen? Und wie bewertet? Hier ist der richtige Platz dafür!

Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 03.03.2016, 16:32

Dana hat geschrieben:Und eine rhetorische Frage an dich: kannst du das Buddenbrooks-HB noch nicht auswendig? :)



Doch, Teile kann ich mitsprechen. :-)

Genauso beim Zauberberg und beim Doktor Faustus. Die höre ich immer wieder mal. 8-)

Wir sehen uns ja schon in zwei Wochen! Ich freu' mich riesig!
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 01.04.2016, 16:09

März 2016

Wolfgang Koeppen, Tauben im Gras (HB)
Jutta Höfel, Aufschwung und Abgrund. Annäherung an Baudelaire
Roland Schimmelpfennig, An einem klaren, eiskalten Januarmorgen…
Heinz Strunk, Der goldene Handschuh
Ivan Gontscharow, Oblomow (HB)
Jo Nesbö, Kakerlaken (HB)
Michail Bulgakow, Die verfluchten Eier
Lion Feuchtwanger, die Geschwister Opppermann (HB)
Piotr Pazinski, Die Pension
Jo Nesbö, Das fünfte Zeichen (HB)
Szczepan Twardoch, Drach*****
Patrick Roth, Magdalena am Grab
Uwe Kolbe, Die Lüge (HB)

Im März habe ich noch zwei Romane von der Shortlist zum Leipziger Buchpreis gelesen (Schimmelpfennig und Strunk). Besonders beeindruckt hat mich aber Szczepan Twardochs großartiger Schlesien-Roman 'Drach'. Uwe Kolbes Roman 'Die Lüge' - eine Vater und Sohn-Geschichte aus der DDR hat mich nicht nachhaltig beeindruckt. Das Buch habe ich als Hörbuch gehört. Sehr schön hingegen war die Hörspiel-Bearbeitung von Gontscharows Roman 'Oblomow', die es als Hörspiel-Dreiteiler zum Download gab. Eine kleine Entdeckung war Piotr Pazinskis Novelle 'Die Pension', in der ein Mann in eine jüdische Pension in Polen zurückkehrt, in der er als Kind häufig in den Ferien war. Ein sehr schönes, atmosphärisch dichter Text.
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 01.05.2016, 10:52

April 2016

Emanuel Bergmann, Der Trick
Szczepan Twardoch, Morphin
Hermann Hesse, Peter Camenzind
Ray Bradbury, Fahrenheit 451 (HB)
Novalis, Hymnen an die Nacht
Joseph Roth, Reisen in die Ukraine und nach Russland
Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel (HB)
Georg Büchner, Woyzeck (HB)
Juli Zeh, Unterleuten
Henry James, The Aspern Papers
Bertolt Brecht, Mutter Courage und ihre Kinder

Emmanuel Bergmanns 'Trick' hat mir großen Spaß gemacht. Ein witziges, temporeiches Buch mit ernsten Untertönen. Einfach sehr gute Unterhaltung!

'Morphin' von Twardoch habe ich nun zum großen Teil zum zweiten Mal gelesen, nachdem ich den Autor bei einem Interview gehört habe und mir durch das anschließende Gespräch mit den Interviewpartnern neue Aspekte zum Roman entdeckt worden sind. Ein sehr guter Roman, wobei ich sagen würde, dass 'Drach' noch einmal eine Stufe besser ist.

Joseph Roths Reportagen aus der Ukraine und Russland sind großartig und zum Teil auch erscheckend aktuell.

Sehr zu empfehlen ist auch Juli Zehs Roman 'Unterleuten'. Die über 600 Seiten habe ich in wenigen Tagen gelesen, das ist mir schon lange nicht mehr so passiert. Ein intelligenter page-turner aus der Tiefe der deutschen Provinz.
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 16.06.2016, 08:03

Hier fehlt ja noch der Mai: 8-)

Heinrich von Kleist, Das Erdbeben in Chili (HB)
Friedrich von la Motte-Fouqué, Undine (HB)
J. W. von Goethe, Faust I (HB)
Ulrich Schmid, Technologien der Seele
Fjodor Dostojewski, Der ewige Gatte (HB)
Sören Kierkegaard, Das Tagebuch eines Verführers (HB)
Walter Kappacher, Der Fliegenpalast (HB)
Thomas Harlan, Veit (HB)
Michail Bulgakow, Hundeherz (HB)
Joanna Bator, Dunkel, fast Nacht
Sven Hillenkamp, Negative Moderne

War etwas hörbuchlastig... Ich bin nicht so viel zum Lesen gekommen wegen zahlreicher Reisen.

Ulrich Schmids 'Technologien der Seele' ist ein brillantes Buch über die gegenwärtige Kultur und Kulturpolitik in Russland. Wie wird mittels Literatur, Kino, Fernsehen und Massenmedien versucht, eine neue russische Identität aufzubauen, eine Mentalität geformt, die sich aus Imperialismus, Nationalismus und Chauvinismus zusammensetzt? Wie übernimmt das Putin-Regime hier Mechanismen aus der stalinistischen und kommunistischen Zeit, um die Wahrnehmung der Bevölkerung zu formen? Ulrich Schmids Buch ist ohne jede Polemik, bietet ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Mediengruppen und ist ungeheuer hilfreich, wenn man begreifen will, was heute in Russland passiert und warum die Menschen so denken, wie sie denken.

Joanna Bators Roman 'Dunkel, fast Nacht' spielt wieder in Schlesien, genauer in Walbrzych (Waldenburg). Die junge Protagonistin kehrt in ihr Elternhaus zurück, um über den mysteriösen Tod mehrerer Kinder in der Region zu recherchieren. Dabei begegnet sie aber vor allem den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit, was in diesem Fall tatsächlich recht wörtlich zu nehmen ist. Mir hat das Buch insgesamt ganz gut gefallen, aber mir fehlte doch etwas die schnodderige Frechheit von 'Sandberg' und 'Wolkenfern'.

Besonders gefallen hat mir aber Sven Hillenkamps neues Buch 'Negative Moderne'. Das Buch ist der Folgeband zur 'Unmöglichkeit der Liebe'. In diesem zweiten Band versucht der Sozialphilosoph die inneren Befindlichkeiten des Menschen in der Moderne, dem in der Welt der unendlichen Möglichkeiten das Gefühl für die eigene Zeit, den eigenen Wert und die Beziehungen zu anderen Menschen abhanden kommt. Das Buch ist - besonders im ersten Kapitel - etwas schwierig zu lesen, aber belohnt mit sehr tiefen Einsichten und echten Erkenntnissen, die vielem entgegenstehen, was uns die moderne Psychologie gerne glauben machen will.
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Dana » 21.06.2016, 10:53

Tomke hat geschrieben:
Dana hat geschrieben:Und eine rhetorische Frage an dich: kannst du das Buddenbrooks-HB noch nicht auswendig? :)


Lieber Tom,

du darfst 1 Mal raten was ich gerade höre :-) Herrlich!

LG,
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Bücher sind wie Freunde: Man braucht nur wenige, aber gute.

Ich lese gerade:

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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 23.06.2016, 05:33

Dana hat geschrieben:Lieber Tom,

du darfst 1 Mal raten was ich gerade höre :-) Herrlich!

LG,
Dana


:D :D

"Ich bin keine Gans mehr"
...
"Und Mutter liegt nebenan..."

Besonders Tony ist einfach ganz toll!
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 01.07.2016, 07:45

JUNI 2016

Theodor Fontane, Der Stechlin (HB)
Emmanuel Carrère, Das Reich Gottes
Hans Pleschinski, Der Holzvulkan
Albert Camus, Die Pest (HB)
Friedrich Dürrenmatt, Das Versprechen (HB)
Panait Istrate, Kyra Kyralina
Christian Adam, Der Traum vom Jahre Null
Boris Reitschuster, Putins verdeckter Krieg
Peter Wohlleben, Der Wald
Hermann Hesse, Narziss und Goldmund (HB)

Wieder ein paar schöne Hörbücher. Den Stechlin kenne ich ja schon gut, Narziss und Goldmund habe ich vor ungefähr 30 Jahren das erste Mal gelesen und jetzt mal wieder als Hörbuch gehört. Das Buch hat klare Schwächen und ist steckenweise an der Grenze zum Kitsch, aber es gibt auch ganz gute Passagen. Also eine Teil-Rehabilitation von mir, aber es gehört nicht zu den starken Büchern von Hessse.

Emmanuel Carreres Buch wurde von der Kritik sehr gelobt, mich hat es weniger beeindruckt. Es bietet wenig Neues zum Thema, lässt auch weite Teile der neuen Forschung komplett außer acht und ist ein einem Ton geschrieben, der mir nicht sehr gut gefallen hat. Ich gehörte wohl einfach nicht in die Zielgruppe...

Den rumänischen Autor Panait Istrate kannte ich noch gar nicht. Sein kleiner Roman ist jetzt in einer schönen Ausgabe bei Wagenbach erschienen. Hier ist ein sehr schöner Autor neu zu entdecken!

Christian Adams Buch zur Literatur nach dem 2. Weltkrieg war sehr interessant zu lesen, weil er nicht nur auf die Autoren und Bücher schaut, die man heute so kennt, sondern auch auf die Massenliteratur, den Literaturbetrieb, die Politik und Verleger. In seinen politischen Einordnungen der besprochenen Bücher war ich nicht immer mit ihm einverstanden, da fand ich ihn etwas zu einseitig. Aber insgesamt ein sehr interessantes Buch.

Und dann noch ein Buch von Boris Reitschuster über Putin und die gegenwärtige russische Politik. Auch wenn man Reitschuster vielleicht nicht in allem zustimmen kann: in seinem Buch bietet er eine schlüssige Interpretation der Persönlichkeit Putins an, die mir einleuchtet und wirklich hilft, viele Vorgänge der letzten Jahre und Monate zu verstehen. Zudem ist sein Buch ordentlich recherchiert und mit vielen Quellenbelegen versehen. Auf Amazon wurde meine Kritik zu dem Buch auch sofort diensteifrig von einer Schreiberin aus einer der russischen Trollfabriken zerrissen. Sehr witzig!
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 31.08.2016, 07:25

JULI UND AUGUST 2016

Jo Nesbö, Der Headhunter (HB)
Marta Kijowska, Krakau. Streifzüge durch eine Dichterstadt
Sasa Stanisic, Fallensteller

Thomas Mann, Die Bekenntnisse des Hochstapler Felix Krull (HB)
Adam Zagajewski, Ich schwebe über Krakau
Robert Harris, Verschwörung (HB)
Roberto Simanowski, Facebookgesellschaft
Andreas Maier, Der Kreis
Byung-Chul Han, Die Austreibung des Anderen
Geza Vermes, Christian Beginnings
Goethe, Dichtung und Wahrheit Teil I&II (HB)
Byung-Chul Han, Müdigkeitsgesellschaft
Leonie Ossowski, Wolfsbeeren
Byung-Chul Han, Die Errettung des Schönen
Goethe, Dichtung und Wahrheit Teil III & IV (HB)
Stephan Slupetzky, Der letzte große Trost
Christoph Hein, Glückskind mit Vater
Reinhard Kaiser-Mühlecker, Fremde Seele, dunkler Wald
Byung-Chul Han, Psychopolitik
Akos Doma, Der Weg der Wünsche

Im Juli habe ich wegen meines Urlaubs und eines Sprachkurses sehr wenig gelesen, dafür im August ein bisschen was nachgeholt.

Besonders gefreut habe ich mich über die Fortsetzung von Andreas Maiers Projekt 'Ortsumgehung' mit dem Band 'Der Kreis'. Leider wieder zur kurz und innerhalb eines Tage gelesen...

Eine Entdeckung waren für mich die Bücher von Byung-Chul Han. Ein Sozialphilosoph, der klar, dicht und verständlich schreibt und zudem noch kurze Bücher, die man in einer überschaubaren Zeit bewältigen kann. Seine Texte sind kluge Analysen unserer Zeit. Für mich sehr wertvoll.

Ähnlich wertvoll, allerdings etwas komplexer war das Buch von Simanowski über die Facebook-Gesellschaft. Auch darin fand ich viele sehr gute und hilfreiche Gedanken, ohne dass es eine platte Polemik gegen die sozialen Medien wäre.

Christoph Heins Buch 'Glückskind mit Vater' war eher eine Enttäuschung. Den Erzähler kannte ich von früheren Büchern als souverän und klug. In diesem Buch hat er seine Talente sehr unter den Scheffel gestellt. Nicht empfehlenswert.

Sehr gut gefallen hat mir hingegen Stephan Slupetzky mit seinem Roman. Gekonnt erzählt mit interessanten Wendungen bis zum Schluss. Ebenso gut gefällt mir das Buch von Akos Doma, Der Weg der Wünsche. Dies war mein zweites Buch von der Longlist zum Buchpreis. Das erste Buch von der Longlist, das ich gelesen habe, war Reinhard Kaiser-Mühleckers 'Fremde Seele, dunkler Wald', das mich aber nicht überzeugen konnte. Sprachlich zwar sehr schön, als Roman aber für mich eher langweilig.
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Dana » 31.08.2016, 13:27

Lieber Tom,

Tomke hat geschrieben:Besonders gefreut habe ich mich über die Fortsetzung von Andreas Maiers Projekt 'Ortsumgehung' mit dem Band 'Der Kreis'. Leider wieder zur kurz und innerhalb eines Tage gelesen...


Ach schön, dass du es schon gelesen hast. Ich werde es mir diese Tage noch besorgen. Eine Freundin meinte, es wäre vielleicht das beste Buch aus der Reihe. Meinst du das auch?

Tomke hat geschrieben:Ebenso gut gefällt mir das Buch von Akos Doma, Der Weg der Wünsche. Dies war mein zweites Buch von der Longlist zum Buchpreis. Das erste Buch von der Longlist, das ich gelesen habe, war Reinhard Kaiser-Mühleckers 'Fremde Seele, dunkler Wald', das mich aber nicht überzeugen konnte. Sprachlich zwar sehr schön, als Roman aber für mich eher langweilig.


Ich habe mich schon gewundert, dass du dich dazu noch nicht gemeldet hast :-)

Die beiden gehören auch zu meinen Favoriten, wobei Kaiser-Mühlecker fand ich von der Leseprobe her deutlich besser. Schade, dass es dir nicht gefallen hat.

Ich bin fast durch mit den Leseproben und melde mich dann, aber eins kann ich schon sagen: ein starkes Jahr!

LG,
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Ich lese gerade:

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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 31.08.2016, 14:52

Dana hat geschrieben:Ach schön, dass du es schon gelesen hast. Ich werde es mir diese Tage noch besorgen. Eine Freundin meinte, es wäre vielleicht das beste Buch aus der Reihe. Meinst du das auch?


Hm, es liegt ja immer ein Jahr zwischen der Lektüre der einzelnen Bände und die Teile haben jeweils ein anderes Thema. In 'Die Straße' ging es um Sexualität, in 'Der Ort' um die Ich-Findung, jetzt geht es um die Sozialisierung. Ich würde sagen, es war besser als 'Der Ort', aber nicht ganz so gut wie 'Die Straße'. 8-)

Die beiden gehören auch zu meinen Favoriten, wobei Kaiser-Mühlecker fand ich von der Leseprobe her deutlich besser. Schade, dass es dir nicht gefallen hat.


Ja, es ist gut geschrieben und schafft auch intensive Szenen, aber er macht mit seinem Personal nichts. Sie bleiben für mich irgendwie stehen. Alles sehr düster und depressiv...

Ich bin fast durch mit den Leseproben und melde mich dann, aber eins kann ich schon sagen: ein starkes Jahr!

Ich tue mich mit der Liste diesmal sehr schwer. Ich finde die Themen so wenig ansprechend. Außer dem Pfingstwunder von S. Lewitscharoff interessiert mich eigentlich keines der anderen Bücher.

Was wirst Du denn noch lesen? Bestimmt Peter Stamm? ;) 8-)
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Dana » 01.09.2016, 08:42

Lieber Tom,

ich hoffe, es ist auch in deinem Sinne, dass ich unser Gespräch über den DBP ins Diskussionsforum verschoben habe.

LG,
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Tomke » 03.10.2016, 20:02

SEPTEMBER 2016

Wlodzimierz Odojewski, Verdrehte Zeit
Frank Witzel, Erfindung der Rote Armee Fraktion (HB)
Hans Platzgumer, Am Rand
Denton Welch, Die Freuden der Jugend
Sandor Marai, Die Glut (HB)
Ian Kershaw, Höllensturz
Christian Kracht, Die Toten
Julia Kissina, Elephantinas Moskauer Jahre
William Shakespeare, König Lear
Andreas Maier, Ich. Frankfurter Poetikvorlesungen*****

Im Oktober habe ich einige sehr schöne Bücher gelesen:

Wlodzimierz Odojewski kannte ich bisher nicht. Sein kleiner Roman 'Verdrehte Zeit' ist ein stilistisch und thematisch hochkomplexes, aber zugleich sehr gelungenes Buch über Zeit und Schuld. So würde Gaito Gasdanov geschrieben haben, wenn er so gut wäre, wie die Kritik gesagt hat. Odojewski ist wesentlich besser.

Der Roman von Hans Platzgumer stand auf der Longlist zum Buchpreis und hat mich sehr überzeugt. Leider hat er es nicht bis auf die Shortlist geschafft...

Ian Kershaws Buch 'Höllensturz' hat Stärken und Schwächen. Was er im Hinblick auf den WWI durch seine Perspektive gewinnt, verliert er im Hinblick auf WWII. Ein Fortschritt und ein Rückschritt zugleich, leider.

Das Buch von Christian Kracht erschien mir wie das affektierte, überzuckerte Werk eines Modeschriftstellers. Lohnt sich m. E. nicht. Danach kam mir das verrückt-genialische Buch von Julia Kissina gerade recht. Ein schöner Roman, sehr ungewöhnlich, eine interessante junge Stimme.

Ganz hingerissen war ich aber von Maiers Frankfurter Poetikvorlesungen. Unbegreiflich, dass ich die bis dahin noch gar nicht kannte. Für die Leser der 'Ortsumgehung' eine wichtige und großartige Hintergrundlektüre, in der Maier sich so persönlich zeigt, wie sonst nirgends.
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon penguin » 06.02.2017, 16:41

Tom, wo bleiben deine Leseberichte und -vorschläge?
Ich lese gerade: Vier Häuser und eine Sehnsucht von Eshkol Nevo
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Re: Was Tom so liest

Beitragvon Bruna » 07.02.2017, 07:07

Das hab ich mich auch schon gefragt, aber ich glaube es liegt daran, dass hier einfach nichts mehr los ist :( - leider!
Tom, wir vermissen deine Berichte!
servus aus Wien,
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derzeitige lektüre:: Thomas Bernhard 'Autobiografie'


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