Bruna liest

Welche Bücher hast du im vergangenen Monat gelesen? Und wie bewertet? Hier ist der richtige Platz dafür!

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 02.05.2016, 14:06

Dana, ich bIn neugierig was du dazu sagen wirst :)
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 02.05.2016, 14:09

MAI 2016

Emily Walton - "Der Sommer in dem F. Scott Fitzgerald beinahe eine Kellner zersägte" 4*

Joel Dicker - "Die Geschichte der Baltimores" 4*
Die Baltimores sind der erfolgreiche, der strahlende Zweig der Familie Goldman. In Montclair leben die anderen Goldmans, die weniger erfolgreichen, die anscheinend von Glück vergessenen Goldmans. Erzählt wird die Geschichte von einem Montclair. Vom gar nicht erfolglosen Schriftsteller Marcus Goldman. In Rückblenden erzählt er vom Leben der Familien, vor allem aber von der Goldman-Gang, den drei Goldman Cousins und den sich anbahnenden Dramen und Katastrophen. Immer wieder springt Joël Dicker zwischen Rückblenden und der Gegenwart hin und her und hält so die Spannung bis zum Ende aufrecht. Ab und zu könnte das Ganze etwas weniger ausführlich sein, insgesamt ist Dicker aber mit dieser Familiengeschichte ein spannender Pageturner gelungen.

Benedict Cors - "Strandgut" und "Küstenstrich" 3+*
Eine gute und aktuelle französische Krimiserie um den Personenschützer Nicolas Guerlain.
Zuletzt geändert von Bruna am 06.07.2016, 09:08, insgesamt 1-mal geändert.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 06.07.2016, 09:08

JUNI 2016

Im Juni intensiv mit Thomas Glavinic beschäftigt (Referat). "Das größere Wunder" für den Literaturkreis wieder gelesen.
- Das Leben der Wünsche
- Das bin doch ich
-Zwischen Alptraum und Glück - Thomas Glavinic Vermessung der Gegenwart
-Meine Schreibmaschine und ich

Petra Hartlieb -"Meine wundervolle Buchhandlung"
Natürlich ist Petra Hartlieb zu ihrem Erfolg mit den inzwischen zwei Buchhandlungen zu gratulieren - aber dieses Buch ist einfach nur banal und in vielem auch unglaubwürdig. Ihr ständiges verbissenes Gezetere gegen Amazon (nicht nur in diesem Buch) ist auch nervig. Muss man nicht lesen.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 02.08.2016, 18:34

JULI 2016

Richard Russo "Diese gottverdammten Träume" (Empire Falls) / DuMont 752 Seiten

Abgesehen von einigen zähen Abschnitten ein großartiger Roman. Wunderbarer Prolog und Epilog und dazwischen eine ausufernde Geschichte vom Verfall der Stadt Empire Falls. Genial gezeichnete Charaktere vom korrupten Polizisten über einen senilen Pfarrer bis zum ewig zaudernden Diner-Betreiber und zur machtbesessenen und manipulativen Alten, der die halbe Stadt gehört.
Eine Leseempfehlung, aber man braucht Durchhaltevermögen (ich selbst habe ungefähr zur Halbzeit eine Pause von einigen Tagen eingelegt).

Für diesen Roman hat Richard Russo 2002 den Pulitzer Preis bekommen - erst jetzt wurde er ins Deutsche übersetzt.

Joseph McVeigh "Ingeborg Bachmanns Wien"

Wirklich überzeugt hat mich McVeigh mit diesem Buch nicht. Trocken - und er hat immer wieder Ereignisse im Zusammenhang mit neuen Berichten wiederholt, was bei mir Langeweile zur Folge hatte. Auf alle Fälle rundet McVeigh mit diesem Buch das Bild der Bachmann ab. Interessant war, über ihre Tätigkeiten während der Wiener Zeit für den Rundfunk Rot-Weiß-Rot und für den Amerikanischen Nachrichtendienst zu lesen. Diese und andere Jobs wurden Ingeborg Bachmann meist von Freunden und Bekannten vermittelt. Wie viele Studierende war auch IB zu dieser Zeit ziemlich mittellos und wußte oft nicht wie sie ihre Lebenskosten zusammen bekommen soll. In die Wiener Zeit fällt auch ihre Beziehung zu Hans Weigel, der sie gefördert hat. Sie hat ihn geliebt, er hat eine andere geheiratet. Kein Einzelfall im Leben der Ingeborg Bachmann.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 03.09.2016, 09:26

AUGUST 2016

Peter Stamm Weit über das Land
Sabine Gruber Daldossi oder Das Leben des Augenblicks
Peter Stephan Jungk Die Dunkelkammer der Edith Tudor-Hart

Ich habe im August nur drei Bücher gelesen, diese sind aber alle TOP! Jedes dieser Bücher kann ich sehr empfehlen. Müsste ich Sie bewerten wäre allerdings Peter Stamm auf Platz drei.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 03.10.2016, 12:37

SEPTEMBER
Die feine Nase der Lilli Steinbeck - Heinrich Steinfest
Erster Band der Serie. Originell, amüsant und gut zu lesen.

Zwischen Ohlsdorf und Chaville - Die Dichter und ihr Geselle von Jochen Jung
Thomas Bernhard, der immer wieder Erholung in Abbazia (Opatija) suchte, bestellte seinen Lektor von Residenz Verlag auch zu sich ans Meer, wenn er einen weiteren Band seiner Erinnerungen fertig hatte. Und der Lektor setze sich in den Zug und kam.

Jochen Jung, Lektor und Verleger, schreibt über Erlebnisse und Begegnungen mit einigen seiner AutorInnen u. DichterInnen u.a. über Thomas Bernhard, H.C. Artmann, Peter Handke, Ursula Krechel, Arnold Stadler...
Ein Buch mit netten, oft auch amüsanten Lektor-Schriftsteller-Geschichten.

Meine geniale Freundin von Elena Ferrante
Band 1 des vierteiligen Romans um die Freundinnen Lila und Elena.
Anfangs etwas zäh, entwickelt die Geschichte doch einen Sog.
Sehr interessant finde ich das Leben der Menschen in den ärmeren Vierteln in Neapel. Wie die Handwerker und ihre Familien agieren und wie unterschiedlich auch mit den Kindern umgegangen wird. Bin nun sehr Neugier wie es weitergehen wird.

Der Kinogeher von Walker Percy
Dieser hochgelobte Roman könnte mich leider nicht begeistern.

Jane Austens Geheimnis von Charlie Lovett
Eine kleine Schmonzette über Jane Austen. Nett und auch spannend, muss man aber nicht gelesen haben.

Vernunft und Gefühl von Jane Austen, wiedergelesen und wieder sehr genossen.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 03.11.2016, 13:14

OKTOBER 2016

Im Namen der Venus / Der Teufel im Glas
Zwei sehr österreichische, sehr wienerische Kriminalromane von Natalie Mesensky
Sehr interessante und spannende Geschichten um die Archäologin Anna Gross, die immer wieder Major Kandler bei der Klärung von Kriminalfällen unterstützt. Ich persönlich finde den zweite Band der Serie besser und interessanter (u.a. geht es hier auch um die Geschehnisse Am Spiegelgrund während der NS-Zeit). Band eins ist aber für das Verständnis der Personen wichtig.

Das menschliche Gleichgewicht von Margit Schreiner
Zwei befreundete Ehepaare wollen wie jedes Jahr vier Wochen auf einer einsamen kroatischen Insel verbringen. Am Tag vor der Abreise steht unerwartet Sarah mit ihrem Hund Habibi vor der Tür der Erzählerin und bittet bleiben zu dürfen. Nach eingehender Beratung sind die Freunde bereit, Sarah und Habibi auf die Insel mitzunehmen, denn einen Menschen mit Sarahs Schicksal kann man nicht einfach vor die Tür setzen. Sarahs Eltern wurden in Israel, wohin sie vor einigen Jahren aus Deutschland übersiedelt sind, ermordet. Auch ihr Halbbruder Daniel ist tot.
Auf der Insel gibt Sarah ihr Tagebuch der Erzählerin zu lesen und so erfahren wir vom Schicksal ihrer Familie.
Mit klarer, schnörkelloser Sprache erzählt Margit Schreiner abwechselnd vom Aufenthalt auf dieser kargen Insel und durch Sarahs Tagebuch, von deren Leben nach dem Tod der Eltern, vom Aufenthalt in der Psychiatrie und von ihren Brüdern. Etwas weniger Naturbeschreibungen hätten dem Roman keineswegs geschadet.

Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff
Schöne Geschichte. Kirchhoff's Stil ist einfach sehr gut und er erzählt sehr genau.

Malcontenta von Felix Kucher
Der Roman wird über drei Zeitebenen erzählt.
2012 kommt Said mit einem Schlepperboot nach Lampedusa. Seine Flucht aus Libyen, die Zustände in Flüchtlingslagern, seine weitere Flucht bis in die Nähe von Venedig wird sehr eindringlich beschrieben.
Ab 1913 wird die Geschichte von Albert 'Bertie' Clinton Landsberg erzählt. Ein junger Mann, der nicht weiß was er mit seinem Leben anfangen soll. Er lebt in Paris, Brasilien und schließlich Italien, wo er gemeinsam mit Freunden die Palladio Villa Malcontenta (Villa Foscari) am Brenta Kanal kauft. Bertie will sich hier nach all den Parties einen Ort der Ruhe und des Gesprächs erschaffen. Er bezeichnet es als sein Projekt der Lebenskunst.
16. Jhd. - Giovanni Battista Franco. Nach verschiedenen Stationen landet auch er in der Villa Foscari und wird mit der Ausgestaltung der Villa beauftragt.

Felix Kucher springt zwischen den Leben der Protagonisten oft recht flott hin und her, wodurch ich anfangs etwas Probleme hatte in die Geschichte reinzukommen. Das hat sich aber bald gelegt und so habe ich das Buch doch mit großem Interesse gelesen. Ich dachte zunächst auch, Kucher übertreibt es mit dem Namedropping. Alle mögliche (reale)Prominenz tritt hier auf. Als ich nach Beendigung des Romans ein bisserl recherchiert habe, war ich doch sehr erstaunt wieviele reale Personen es in diesem Roman gibt. Mal abgesehen von Battista ist auch Bertie Landsberg eine reale Person und er hat tatsächlich in der Villa Foscari gelebt. Auch seine Freunde Paul Rodocanachi und Catherine d'Erlanger gab es wirklich.
Alles in allem kann ich sagen - ein beachtliches Debüt.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 01.12.2016, 14:48

NOVEMBER 2016

Im November habe ich in viele Bücher reingelesen aber nur zwei beendet:

Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an
Unity Mitford - Eine Biografie
von Michaela Karl
Sicher interessant für alle Fans der Mitford Frauen. Michaela Karl hat hier wieder ein fesselndes und gut recherchiertes Buch vorgelegt. Mir war nicht bewusst wie nah Unity Mitford Hitler gestanden hat. In ihrer Naivität und Dümmlichkeit war sie dem Führer ganz und gar (und ohne jegliche kritische Reflexionen) verfallen.

Der leuchtend blaue Faden von Anne Tyler
Mein erster Roman von Anne Tyler. Nett aber wirklich überzeugt hat mich das Buch nicht.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon penguin » 02.12.2016, 10:05

ja, Der leuchtend blaue Faden von Anne Tyler ist eines ihrer schwächeren Bücher. Ich habe neun weitere von ihr in meinem Regal, versuch doch mal Breathing Lessons (Atemübungen) oder The Accidental Tourist (Die Reisen des Mr. Leary).
Ich lese gerade: Si tu passes la rivière von Geneviève Damas
penguin
Turboleser
 
Beiträge: 532
Registriert: 29.01.2008, 07:19

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 02.12.2016, 16:32

Danke für die Tipps, penguin. Werde ich mir mal anschauen.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 30.12.2016, 09:21

DEZEMBER
Das Nest von Cynthia D'Aprix Sweeney
Eine nette, sehr amerikanische Familiengeschichte. Das Ende brachte dann aber doch ein wenig zu viel happy end.

Nora Webster von Colm Toibin
Nach all den Rezensionen zu NORA WEBSTER war ich sehr skeptisch, ob das ein Buch für mich sein würde. Die Bedenken, die ich vor der Lektüre hatte, haben sich (leider) bestätigt. Weder die Geschichte, noch die Figur der Nora Webster finde ich interessant. Ich fand das Verhalten der Nora Webster, den Umgang mit den Kindern in dieser Geschichte oft sehr nervig.
Von mir also keine Empfehlung.

Cox oder Der Lauf der Zeit von Christoph Ransmayr
Einen Großteil des Buches habe ich wie gebannt gelesen. Vor allem die Geschichte über den Kaiser Qiánlóng, seine uneingeschränkte Macht mit all ihren Grausamkeiten hat mich fasziniert. Gegen Ende hat es sich für mein Gefühl etwas gezogen. Bei den sehr detailreichen Beschreibungen der Arbeit an der zeitlosen Uhr musste ich mich sehr anstrengen konzentriert zu bleiben. Insgesamt ein schönes, poetisches (Märchen)Buch.
Das alles übertreffende Meisterwerk kann ich jedoch darin nicht sehen.
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 30.01.2017, 21:16

JÄNNER 2017
Gerhard Roth 'Grundriss eines Rätsels'
Ein grandioser, geheimnisvoller Roman.

Das Leben des Schriftstellers Philipp Artner bestimmt auch nach dessen Tod das Dasein aller Protagonisten dieses Romans. Ein junger Archiv-Mitarbeiter, der sich um Artner's Nachlass kümmern soll, identifiziert sich immer mehr mit diesem - stülpt sich dessen Leben über. Dazu gehören auch Affären mit den beiden Frauen Artner's - mit dessen Geliebten und mit der Ehefrau.
Die Protagonisten begegnen einander in Wien, in der Südsteiermark, in Japan und in Venedig. Und eine Kriminalgeschichte ist, wie oft bei Gerhard Roth, auch in die Handlung dieses Romans eingewoben.


Elena Ferrante 'Die Geschichte eines neuen Namens'
Dieser zweite Band von Ferrantes Roman Zyklus beginnt sehr vielversprechend.
Spannend und direkt erzählt sie vom Beginn der Ehe von Lila und Stefano. Zeigt die Macht der Männer und die Ausweglosigkeit, die Unterdrückung und Misshandlung der Frauen auf. Allerdings werden viele der Probleme im Rione nicht direkt angesprochen, sind nur zwischen den Zeilen auszumachen. Man weiß zwar wer zur Mafia gehört, doch die Camorra wird nur ein einziges Mal im Roman beim Namen genannt. Vieles bleibt oberflächlich.

Leider hält die Autorin ihren Stil vom Beginn des Romans nicht durch. Zwischendrin wird es etwas trivial und langatmig. Erst im letzten Drittel zeigt Elena Ferrante wieder ihre Stärke. Da wo sie erzählt und weniger (oft sehr banale) Dialoge einsetzt.

Insgesamt also ein gutes Buch mit Schwächen.


Kurt Hofmann 'Aus Gesprächen mit Thomas Bernhard'
Zwischen 1981 und 1988 konnte der ORF Redakteur Kurt Hofmann mit Thomas Bernhard Gespräche führen. Um Thomas Bernhard gerecht zu werden, hat Hofmann in diesem Buch die Gespräche als Monologe dargestellt. Nur das letzte Gespräch vor Bernhard's Tod wird vollständig im Dialog dargestellt.
Eine wunderbare und sehr persönliche Ergänzung zum Werk von Thomas Bernhard.

Krista Fleischmann (Hrsg.) 'Thomas Bernhard- Eine Erinnerung' (Interviews zur Person)
Zum 1. Todestag von Thomas Bernhard entstand eine Fernsehdokumentation - Gespräche mit Freunden. Krista Fleischmann hat als Ergänzung zu ihren Videofilmen (Interviews mit TB) diese Gespräche ungekürzt in diesem Band zusammengefasst.
Neben der allseits bekannten "schwierigen Person", tritt in diesen Gesprächen auch der charmante, humorvolle und liebenswürdige Thomas Bernhard hervor.

Joachim Hoell Thomas Bernhard- Ein Portrait
Sehr gutes Kurzportrait

Zwei nette Krimis für zwischendurch:
M.C.Beaton

Hamish Macbeth fischt im Trüben: Kriminalroman (Schottland-Krimis, Band 1)

M.C. Beaton 'Agatha Raisin und der Tote im Wasser' (Band 7)
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Re: Bruna liest

Beitragvon Bruna » 27.08.2017, 15:33

August 2017
'Geschichte der getrennten Wege'
Soeben habe ich Band drei der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante beendet und der hat Schwächen und viele, viele Längen.
So bravourös, wie Ursula März in der neuen ZEIT schreibt, finde ich diesen Teil der vierbändigen Geschichte um die Freundinnen Elena und Lila nicht. Elena erweist sich als schwache Frau, die zunächst versucht es alles recht zu machen und sich anzupassen (um nicht zu sagen sich anzubiedern). Nach der Hochzeit übersiedelt sie mit Pietro nach Florenz und da beginnt ein seitenlanges und ständiges Gezeter und Gejammer. Ständig nörgelt sie an ihrem Mann (der sich zugegebenermaßen nicht gerade als 'Traummann' entpuppt) herum. Gibt ihm die Schuld an ihrer eigenen Untätigkeit. Obwohl unglücklich nimmt sie einfach alles so wie es gerade kommt.
Vor allem diese Abschnitte haben mich furchtbar genervt. Natürlich gibt es auch in diesem Band wieder spannende und interessante Sequenzen - vor allem was das Leben und die Entwicklung von Lila betrifft.

Insgesamt ist für mich 'Die Geschichte der getrennten Wege' der schwächste, ja der schlechteste Band und fällt vor allem im Vergleich zu 'Die Geschichte eines neuen Namens' (Band 2) sehr ab. Auch der sich abzeichnende Showdown auf den letzten Seiten kann diesen Gesamteindruck nicht retten.

Den Henry James Fans kann ich den zuletzt bei Manesse in einer sehr schönen Ausgabe erschienenen Roman
,Die Kostbarkeiten von Poynton’ sehr empfehlen.
Sein Witz und seine Boshaftigkeiten sind einfach köstlich Auch die Entwicklung der Charaktere - ein Genuss. Vor allem wie sich Fleda Vetch entwickelt gefällt mir ausgesprochen gut. Ich mag auch wie die Romane meist ausgehen - nichts von den Austen Happy Ends (obwohl ich ja auch Jane Austen's Romane liebe). Es bleibt sozusagen kein Stein auf dem anderen.

Ein absolutes Lesehighlight und uneingeschränkt zu empfehlen ist von Richard Flanagan 'Der schmale Pfad durchs Hinterland'.
Mich hat dieser Roman zutiefst beeindruckt und ich werde diese Geschichte sicher nie wieder vergessen. Allerdings braucht man auch gute Nerven!

Flanagan verbindet Lebens- und Liebesgeschichte von Dorrigo Evans, einen tasmanischen Chirurgen, mit den Geschehnissen während dessen Kriegsgefangenschaft in einem japanischen Lager. Tausende alliierte Soldaten und asiatische Zwangsarbeiter waren unter grausamsten Bedingungen gezwungen die sog. Death Railway (eine Bahnlinienverbindung zwischen Thailand und Burma) im Dschungel zu errichten. Und tausende sind dabei umgekommen. Bei diesem Teil des Romans wird den LeserInnen viel abverlangt. Flanagan erspart uns nichts von den Grausamkeiten, denen die Lagerinsassen ausgesetzt waren. Und doch ist es auch eine Geschichte voll Liebe und Menschlichkeit.
Richard Flanagan hat aufs genaueste recherchiert und er erzählt in diesem Roman die Geschichte seines Vater, der selbst im WK II in Japanischer Kriegsgefangenschaft war. Der Vater war einer von wenigen australischen Überlebenden.
Richard Flanagan wurde für 'Der schmale Pfad durchs Hinterland' 2014 mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet.
Eine absolute Leseempfehlung!
servus aus Wien,
Bruna

derzeitige lektüre:: Hilde Spiel


zuletzt beendet:
Benutzeravatar
Bruna
Turboleser
 
Beiträge: 820
Registriert: 01.07.2008, 08:34
Wohnort: Wien

Vorherige

Zurück zu Monatsleselisten



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron