mohas Leselisten

Welche Bücher hast du im vergangenen Monat gelesen? Und wie bewertet? Hier ist der richtige Platz dafür!

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Beitragvon moha » 31.05.2009, 16:40

Hier meine Leseliste für den Mai:

1.) Jane Austen: Mansfield Park *****

Mein Buch des Monats (lange Lesenächte waren das :-)), wie immer bei Austen hintergründig und amüsant und mitreißend noch dazu, nicht ganz so spritzig wie Stolz und Vorurteil, dafür aber vielschichtiger und mit ernsterem Hintergrund. Mir hat's insgesamt sogar besser gefallen als Stolz und Vorurteil, besser auch als Emma.

Die ausführliche Rezension gibt's hier.

2.) Doris Lessing: Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund **(*)

3.) Kerstin E. Finkelstein: Eingewandert. Deutschlands "Parallelgesellschaften" ***

Informativer Einleitungsteil mit einem (auch historischen) Überblick über Zuwanderung in Deutschland, den Rest, der aus den persönlichen Geschichten von Zuwanderern aus aller Herren Länder besteht, fand ich nur mäßig interessant.

4.) Alan Bennett: Die souveräne Leserin ****

Amüsante Geschichte um die Queen, die das Lesen für sich entdeckt. Für mich zwei schöne Stunden Lesezeit.

5.) Ian McEwan: Am Strand ***

Eine souverän (vielleicht zu souverän?) erzählte Geschichte, für meinen Geschmack auch sprachlich einen Tick zu glatt: Ich habe mich ständig dabei erwischt über die Seiten zu huschen, anstatt konzentriert zu lesen. In den eingeschobenen Rückblenden gab es dagegen tolle Beschreibungen, mit einem anderen McEwan werde ich es also sicher nochmal probieren.

6.) Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind **(*)

Den allgemeinen Lobeshymnen kann ich mich leider nicht anschließen, ganz nett fand ich's, mehr aber auch nicht. Ausführlicher kritisiert habe ich hier. (Ich hoffe, meine Kritik war nicht zu harsch, manchmal schieße ich übers Ziel hinaus.) :oops:
Zuletzt geändert von moha am 03.07.2009, 11:43, insgesamt 1-mal geändert.
liest gerade:
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon tinius » 31.05.2009, 17:02

Das scheint eine neue Krankheit bei sogenannten Sachbüchern zu sein : Fallgeschichten oder persönliches Erleben ersetzen die allgemeine Darstellung und Analyse eines Themas. Das ist mir letzthin auch aufgestoßen, als ich mir einige Bände zum Thema Pflege / Pflegenotstand in Deutschland zulegte. Grauslich.

moha hat geschrieben:Hier meine Leseliste für den Mai:

3.) Kerstin E. Finkelstein: Eingewandert. Deutschlands "Parallelgesellschaften" ***

Informativer Einleitungsteil mit einem (auch historischen) Überblick über Zuwanderung in Deutschland, den Rest, der aus den persönlichen Geschichten von Zuwanderern aus aller Herren Länder besteht, fand ich nur mäßig interessant.

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Re: mohas Leselisten

Beitragvon Barbara » 02.06.2009, 06:52

Liebe moha,
moha hat geschrieben:1.) Jane Austen: Mansfield Park *****

Mein Buch des Monats (lange Lesenächte waren das :-)), wie immer bei Austen hintergründig und amüsant und mitreißend noch dazu, nicht ganz so spritzig wie Stolz und Vorurteil, dafür aber vielschichtiger und mit ernsterem Hintergrund. Mir hat's insgesamt sogar besser gefallen als Stolz und Vorurteil, besser auch als Emma.
Die ausführliche Rezension gibt's hier.


Vielleicht hast Du gesehen, dass ich mittlerweile auch stolze Besitzerin von "Mansfield Park" bin. Deine Rezi hat mich ja damals in meinem Wunsch dieses Buch zu lesen schon bestärkt. Auch ich fand "Stolz und Vorurteil" nicht schlecht, aber auch nicht sooooo toll. Genau so erging es mir mit "Verstand und Gefühl".
Nun lege ich meine Hoffnungen in "Mansfield Park" und "Emma".
"Das Lesen eines Buches ist die Zwiesprache mit der eigenen Seele!"
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 02.06.2009, 10:19

tinius hat geschrieben:Das scheint eine neue Krankheit bei sogenannten Sachbüchern zu sein : Fallgeschichten oder persönliches Erleben ersetzen die allgemeine Darstellung und Analyse eines Themas. Das ist mir letzthin auch aufgestoßen, als ich mir einige Bände zum Thema Pflege / Pflegenotstand in Deutschland zulegte. Grauslich.

moha hat geschrieben:Hier meine Leseliste für den Mai:

3.) Kerstin E. Finkelstein: Eingewandert. Deutschlands "Parallelgesellschaften" ***

Informativer Einleitungsteil mit einem (auch historischen) Überblick über Zuwanderung in Deutschland, den Rest, der aus den persönlichen Geschichten von Zuwanderern aus aller Herren Länder besteht, fand ich nur mäßig interessant.



Ach, wusste ich gar nicht, dass das ein neues Phänomen bei den Sachbüchern ist.
Wenn es nur ein paar Fallgeschichten sind, finde ich es ok, nur hier besteht drei Viertel des Buches aus diesen persönlichen Stories - heißt, über die im Titel aufgeworfene Frage erfährt man natürlich nichts Fundiertes.

Barbara hat geschrieben:Liebe moha,
moha hat geschrieben:1.) Jane Austen: Mansfield Park *****

Mein Buch des Monats (lange Lesenächte waren das :-)), wie immer bei Austen hintergründig und amüsant und mitreißend noch dazu, nicht ganz so spritzig wie Stolz und Vorurteil, dafür aber vielschichtiger und mit ernsterem Hintergrund. Mir hat's insgesamt sogar besser gefallen als Stolz und Vorurteil, besser auch als Emma.
Die ausführliche Rezension gibt's hier.


Vielleicht hast Du gesehen, dass ich mittlerweile auch stolze Besitzerin von "Mansfield Park" bin. Deine Rezi hat mich ja damals in meinem Wunsch dieses Buch zu lesen schon bestärkt. Auch ich fand "Stolz und Vorurteil" nicht schlecht, aber auch nicht sooooo toll. Genau so erging es mir mit "Verstand und Gefühl".
Nun lege ich meine Hoffnungen in "Mansfield Park" und "Emma".


Liebe Barbara,
dann bin ich ja schon sehr gespannt, wie Dein Eindruck von diesem Buch sein wird. Ich habe zwar fünf Sterne vergeben, einfach weil ich das Lesen unglaublich genossen habe, aber es bleiben schon auch die Vorbehalte, über die wir ja gesprochen haben.
Wenn du grundsätzliche Probleme mit Stolz und Vorurteil hattest, weiß ich nicht, ob die sich bei Mansfield Park und Emma in Luft auflösen. ;) Der Akzent bei Mansfield Park liegt anders, aber es ist schon ein typischer Austen.

Bei Austen ist es bei mir ganz seltsam, mich stört ihre Happy-End-Schiene (und alles was damit zusammenhängt), aber ich freue mich schon jetzt darauf, den nächsten Roman von ihr zu lesen.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon Barbara » 02.06.2009, 12:20

Liebe moha,

moha hat geschrieben:dann bin ich ja schon sehr gespannt, wie Dein Eindruck von diesem Buch sein wird. Ich habe zwar fünf Sterne vergeben, einfach weil ich das Lesen unglaublich genossen habe, aber es bleiben schon auch die Vorbehalte, über die wir ja gesprochen haben.
Wenn du grundsätzliche Probleme mit Stolz und Vorurteil hattest, weiß ich nicht, ob die sich bei Mansfield Park und Emma in Luft auflösen. Der Akzent bei Mansfield Park liegt anders, aber es ist schon ein typischer Austen.
Bei Austen ist es bei mir ganz seltsam, mich stört ihre Happy-End-Schiene (und alles was damit zusammenhängt), aber ich freue mich schon jetzt darauf, den nächsten Roman von ihr zu lesen.


Grundsätzlich schätze ich Jane Austen, ich fand nur, dass Sie in den beiden von mir genannten Büchern zu einseitig schrieb und beide Bücher auf mich sehr austauschbar wirkten. Mir fehlte auch die Bissigkeit und eine etwas offensichtlichere Ironie.

Aber, allein, dass Mansfield Park einen anderen Akzent setzt, höre ich gerne. Auch ich bin gespannt. Ich werde in jedem Fall hier berichten.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 03.07.2009, 11:33

Meine Leseliste für Juni, ein Monat mit drei sehr schönen Büchern:

Antonia S.Byatt - Besessen ****

Patricia Highsmith - Carol. Roman einer ungewöhnlichen Liebe ****(*)
Dieses Buch war ein sehr angenehmer Kontrast zu Besessen, sprachlich schlank und ganz schlicht, aber zwischen den Zeilen spielt sich so viel ab. Wie Highsmith es schafft nur über die Beschreibung der äußeren Ereignisse die Zerbrechlichkeit, Stärke und Einsamkeit ihrer Figuren darzustellen, hat mich sehr beeindruckt.
In seiner Atmosphäre erinnert der Roman an amerikanische Road movies oder Filme wie Lost in translation. Ein Buch, bei dem ich mir gut vorstellen kann, es ein zweites Mal zu lesen.

Arno Geiger - Es geht uns gut ****(*)

Fred Vargas - Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord ***
Ein richtiger Fred-Vargas-Fan werde ich wohl nicht mehr: Ich mag ihre Figuren, ihre Art zu erzählen, aber bei der Auflösung der Fälle habe ich immer das Gefühl, in einen schlechten Fernsehkrimi geraten zu sein.
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Beitragvon moha » 01.08.2009, 15:15

Theodor Storm: Der Schimmelreiter *****
Ich musste den Schimmelreiter nicht wie so viele in der Schule lesen, sondern habe ihn erst jetzt im Rahmen einer Leserunde gelesen - und das wirklich mit großer Begeisterung: Spannend, ein bisschen gruselig, unglaublich gut erzählt ist diese Geschichte; die Figuren sind fein gezeichnet, glaubwürdig und bieten großes Identifikationspotential: der begabte, stolze, ehrgeizige Hauke Haien, seine Frau Elke als eigenständige, starke Frauengestalt; dazu schöne Naturbeschreibungen, viel Lokalkolorit, außerdem so viele Themen, die in dieser Novelle behandelt werden: die dörflichen Machtverhältnisse, der Gegensatz Tradition vs. Fortschritt, Pfingstlerbewegung vs. Glaubensskepsis, Aberglaube vs. Aufklärertum. Und am Schluss hält Storm die Novelle souverän in der Schwebe und schlägt sich nicht eindeutig auf die Seite der Aufklärer.
Sicher nicht mein letzter Storm!

Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur ***
Kästners Gaunerkomödie kommt schwer in die Gänge, gegen Ende wird's dann ganz amüsant.

Arno Geiger: Anna nicht vergessen ***
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Beitragvon moha » 07.09.2009, 12:32

Carl Sagan: Contact ****

Tim Krabbé: Das goldene Ei ***
Kurze Geschichte um einen Mann, dessen Frau an einer Tankstelle spurlos verschwindet. Solide ist das Wort, das mir dazu einfällt.

Agatha Christie: Murder in Mesopotamia ***(*)
Ein typischer Agatha Christie, angenehm zu lesen, außerdem vor interessantem Hintergrund: dem Irak der 30er Jahre. Die Auflösung allerdings fand ich nicht gerade überzeugend.

Alan Lightman: Und immer wieder die Zeit. Einstein’s Dreams ****
Klappentext hat geschrieben:Albert Einstein träumt. Von der Zeit, wovon sonst. Dreißig Mal nickt er ein, und jedes Mal erscheint vor seinem geistigen Auge eine neue Vision jenes sonderbaren Phänomens, in das unsere Existenz gebettet ist.

Dieses schmale Buch ist nur durch einen Zufall auf meinem SUB gelandet (war eine Zugabe zu einer Buchbestellung), aber hat mir sehr gut gefallen. "Dreißig kleine, federleichte Gedankenspiele ... ein wunderschöner, anrührender und saukomischer Erstling", hat der Stern damals darüber geschrieben. Saukomisch fand ich's nun nicht, aber der Rest stimmt.

Jürgen Neffe: Darwin. Das Abenteuer des Lebens ***
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Beitragvon moha » 01.10.2009, 09:43

Margriet de Moor: Erst grau dann weiß dann blau ****(*)
Die Geschichte einer Frau, die für zwei Jahre aus ihrem normalen Leben verschwindet und ein anderes lebt. Kein Roman für zwischendurch, aber ein intensives Leseerlebnis, sprachlich dicht, präzise, poetisch.

Andrej Kurkow: Picknick auf dem Eis ***(*)
Tragikomische Geschichte um Viktor, der plötzlich einen Job als Nachrufschreiber hat, und Mischa, seinen Pinguin. Eine nette Story, gar nicht mal so skurril, wie man angesichts des Pinguins meinen könnte, Schauplatz ist die Ukraine der 90er. Nachdem man dann alle Personen in Viktors Leben kennengelernt hat, plätschert der Roman so vor sich hin, die Fortsetzung werde ich mir deshalb wohl eher sparen.

Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott ****
(Antwort im Thread kommt noch, ich komme einfach gerade nicht zum Nachlesen und Antworten ...)

Sergej Lukianenko: Wächter der Nacht ***
Interessante Fantasywelt, schön düstere Stimmung, die Umsetzung fand ich dann eher enttäuschend: Der Plot zerfällt in drei Teile, die einzelnen Teile mit endlosen Wendungen und wenig überzeugender Auflösung, außerdem hängt der Held ständig seinen immer gleichen Gedanken nach. Auch hier bleibt es für mich beim ersten Teil der Reihe.

Nagib Machfus: Der letzte Tag des Präsidenten ****
Ein ganz kurzes Portrait einer Familie zur Zeit Sadats: Der Großvater hält die Wohnung in Ordnung, die Eltern arbeiten rund um die Uhr in mehreren Jobs, um über die Runden zu kommen, und Sohn Alwan zerbricht sich mit seiner Verlobten Randa vergeblich den Kopf, wie Heirat und gemeinsame Wohnung finanziert werden können. Die Situation der beiden wird immer aussichtsloser, das Attentat auf Sadat bringt das Fass schließlich zum Überlaufen. Mein bester Machfus bisher: glaubhafte Figuren, Machfus spart nicht mit teils ganz bitterem Humor.

Hanif Kureishi: Gabriels Gabe ****
Gabriel, fünfzehn, in London lebend, erzieht eher seine Eltern, als dass sie ihn erziehen, vor allem seinen Vater, einen erfolglosen Musiker, der seinen wilden Jahren in den 70ern nachtrauert und von Gabriels Mutter vor die Tür gesetzt wurde. Eigentlich ist diese Geschichte stellenweise eher tragisch, aber Kureishi erzählt sie in einem ganz leichten, witzigen Ton und stattet seinen jugendlichen Helden außerdem mit einer großen künstlerischen Begabung aus, die ihm durchs Erwachsenwerden hilft. Schöne Unterhaltung.
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Beitragvon moha » 01.11.2009, 17:20


Andrej Kurkow: Pinguine frieren nicht ***(*)
Jetzt habe ich die Fortsetzung von Picknick auf dem Eis doch noch gelesen – die erste Hälfte gefiel mir besser als der Vorgänger, der zweite Teil zog sich dann doch wieder zu lange hin.


Mary Ann Shaffer: Deine Juliet **(*)
Nicht mein Fall – zu Anfang gefiel es mir noch ganz gut (erinnerte mich an Helene Hanff), aber die Figuren sind so flach, ich konnte sie bis zum Schluss nicht auseinander halten. Wo Felicitas von Lovenberg in diesem Buch "plastische Charakterzeichnungen" gefunden hat, würde ich ja gerne wissen. Da bekommt jede Figur ein Etikett aufgepappt und das war's. Für mich ein absolut ärgerliches Buch, auch wie wenig bzw. was aus dem historischen Hintergrund gemacht wurde (deutsche Besatzung der Kanalinseln im 2. Weltkrieg).


Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht ****(*)
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Beitragvon moha » 01.12.2009, 15:14

Arnaldur Indridason: Todeshauch ****

Ein eher ruhiger Krimi, der gerade deswegen unter die Haut geht. Der Wechsel zwischen den Ermittlungen in der Gegenwart und der eigentlichen Krimihandlung in der Vergangenheit hat mir gut gefallen, las sich spannend.

Irène Némirovsky: Der Ball ***

Mehr eine Erzählung als ein Roman (90 locker gesetzte Seiten), während einer kurzen Zugfahrt gelesen und auch genauso schnell wieder vergessen.

Alberto Moravia: Die Gleichgültigen ***

Danach habe ich zufällig ein ganz ähnlich gelagertes Buch gelesen: Ein großbürgerlicher Haushalt, diesmal im Rom der 20er Jahre, auch hier tun sich hinter den glänzenden Fassaden Abgründe auf, und eine starke Mutter-Tochter-Konkurrenz gibt es ebenfalls.
Das Personal: Eine neurotische, zwanghaft eifersüchtige Frau, ihre zwei erwachsenen Kinder Michele und Carla, ihr langjähriger Geliebter Leo, der ein Verhältnis mit Carla beginnt. Fast alle, zumindest die beiden Kinder ersticken fast an ihrem Lebensüberdruss, ihrer Langeweile, ihrer Gleichgültigkeit allem gegenüber. Beide wollen sie ausbrechen aus ihrem öden, ereignislosen Leben - und diese Trägheit, die klaustrophobische Enge in dieser Familie spiegeln sich im Erzählten wider: es gibt kaum (äußere) Handlung, nur Gespräche, gemeinsame Abendessen, innere Monologe, die eben von Ausweglosigkeit, Trägheit und Selbstzweifeln bestimmt sind. Für mich deshalb ein sehr zähes Buch, zwar immer wieder durchsetzt mit glänzenden Beschreibungen, aber über dreihundert Seiten Stillstand und Trübsinn haben sich beim Lesen auf mich übertragen - dementsprechend habe ich mich auch durch dieses Buch geschleppt. Moravias Einfangen von Stimmungen, seine genauen Beobachtungen könnte ich mir eher in kürzerer Form vorstellen - seine Römischen Erzählungen probiere ich vielleicht irgendwann doch noch.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 01.01.2010, 15:46

Per Olov Enquist - Ein anderes Leben *****


Herbert Rosendorfer - Das Messingherz ***


Martin Suter - Ein perfekter Freund ***

Die große Suter-Begeisterung ist bei mir nicht mehr ausgebrochen, meiner Meinung nach ein solider Krimi.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 02.02.2010, 21:21

Bei mir hat es im Januar zu nur einem beendeten Buch gereicht, mir fehlt im Moment Lesezeit, einige Bücher habe ich auch mit in den Februar genommen.

Anna Enquist: Letzte Reise ****(*)

Ein schöner historischer Roman, in dessen Welt man richtig eintauchen kann.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 07.03.2010, 13:39

Immer noch wenig Lesezeit. Im Februar hat's für zwei Bücher gereicht:

Sami Michael: Eine Handvoll Nebel ***

Ein Roman, der anhand des jüdischen Kommunisten Ramzi die politischen Verwerfungen im Irak der 40er Jahre beschreibt. Michael erzählt manchmal etwas sprunghaft, so dass ich ab und zu Probleme hatte zu folgen, auf treffende Szenen folgen andere, die ich als "übererklärt" empfand. Was im Irak dieser Jahre vor sich ging, besonders in der jüdischen Bevölkerung, wird aber sehr gut eingefangen. Für mich deshalb lesenswert, auch wenn mich der Plot nicht wirklich überzeugen konnte.

Zeruya Shalev: Liebesleben ***(*)

Mehr hier.

Mit in den März nehme ich Jane Eyre - gefällt mir sehr gut, wird sicher auch bald beendet.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 05.04.2010, 18:35

Charlotte Bronte: Jane Eyre ***(*)

http://forum.die-leselust.de/viewtopic.php?f=5&t=4096

Sinan Antoon: Irakische Rhapsodie ****


Friedrich Glauser: Der Tee der drei alten Damen **(*)


Yael Hedaya: Liebe pur ****

Hier mein Eindruck.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 02.05.2010, 14:14

Im April gelesen:



Marilynne Robinson: Gilead ***
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 03.06.2010, 14:06

Zwei wirklich schöne Bücher haben mich durch den Mai begleitet:


David Lodge: Changing Places *****


Alan Bennett: A Life Like Other People's ****
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 03.09.2010, 11:26

Ich muss noch den Juli nachreichen, die Barbetta und der Cabré haben mir sehr gefallen ... Zum Lesen komme ich leider viel zu wenig ...

Juli
Maria Cecilia Barbetta: Änderungsschneiderei Los Milagros ****


Julia Franck: Die Mittagsfrau ***


August
Abgebrochen: Roots

Jaume Cabré: Die Stimmen des Flusses ****(*)

Hier mein Eindruck.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 03.11.2010, 22:03

September
Carl Zuckmayer: Der Seelenbräu ****
Sonallah Ibrahim: The Committee ***


Oktober
Doron Rabinovici: Andernorts ***
Mehr hier.

Michael Kleeberg: Das amerikanische Hospital ***

Theodor Fontane: Unwiederbringlich ***(*)
Ein typischer, heißt wunderbar zu lesender, Fontane, vielleicht ein paar Seiten zu viel, aber evt. kam mir das nur so vor, weil ich ihn mit mehreren längeren Unterbrechungen gelesen habe. (Und ständig hatte ich das "dahin dahin" aus dem Kleeberg im Kopf - interessant, wie sich Bücher manchmal ergänzen.)
Das Ende hat mich dann richtig kalt erwischt, natürlich gibt es unzählige Andeutungen (und der Titel usw.), aber dass es so ausgeht ... Eigentlich zu dieser grauen Jahreszeit, noch dazu in einem zugigen Zugabteil (haha) sitzend, keine empfehlenswerte Lektüre.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon Daniela » 04.11.2010, 11:29

Also Fontane nicht im trüben Herbst, dafür Dostojewski, und Fontane dann im milden Frühling, wo Unwiderbringliches besser auszuhalten ist? Trotzdem hast du mir Lust gemacht, wieder mal einen Fontane zu lesen... hm... wir haben nächste Woche Abstimmung über eine Klassikerrunde in der Lesegruppe. Ich glaube, ich nehme Fontane mit ;-)

LG,
Daniela

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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 05.11.2010, 12:30

Joa, ist vielleicht besser in deiner Reihenfolge, obwohl Dostojewski ja auch sehr düster ist, oder? (Ich hab nur die ersten 100 Seiten von Verbrechen und Strafe geschafft, meine Dostojewski-Erfahrung ist also begrenzt. ;) )

Berichte dann mal, ob ihr euch in eurer Leserunde für einen Fontane entschieden habt! Ich hab mir mit dem "Mansur oder der Duft des Abendlandes" erst mal was Heitereres ausgesucht.
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon Barbara » 05.11.2010, 13:01

Oh, interessant, da Dosotjewskis "Schuld und Sühne" nach Tolstois "Auferstehung" auf meiner Winterleseliste steht. Na, dann bin ich gespannt. Aber mit den Russen bin ich bis jetzt immer gut klar gekommen.

Wobei ich lieber Die Brüder Karamasow gelesen hätte, dieses aber nicht habe bzw, es nicht als Manesse habe. Das gibt es nicht mehr. Leider!!!
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 12.12.2010, 15:49

Meine zwei Novemberbücher:

Wolf Haas - Wie die Tiere ***
Sind seine anderen Bücher besser oder kann ich Haas für mich abhaken, wenn ich dieses eher so lala fand? Ich fand diesen Brenner-Slang eher nervig ...

Nicol Ljubic: Meeresstille ***
Es fing vielversprechend an; Ljubic erreichte mich zumindest auf der emotionalen Ebene, was Kleeberg und vor allem Rabinovici ja nicht geschafft hatten. Meine Einwände gegen das Buch sind dann auch eher inhaltlicher Natur: Robert sucht die ganze Zeit das Böse in Anas Vater, fragt sich, wie ein Mensch seine Nachbarn anzünden kann, was ihn dazu treibt.
Ich will gar nicht abstreiten, dass das legitime Fragen sind, aber mich interessiert im Zusammenhang mit solchen ethnischen Konflikten immer auch die gesellschaftliche Komponente, die Ljubic nur ganz kurz antippt (als er über irgendein nationalistisches Manifest serbischer Intellektueller schreibt, wenn ich mich richtig erinnere). Wie funktionieren diese Radikalisierungsprozesse, wieso betrachten sich Leute, die jahrelang friedlich Zaun an Zaun gelebt haben, plötzlich als Feinde, wer radikalisiert wen? Wann kippt die Situation? Diese großen Fragen runterzubrechen auf eine Familie, eine Person, das hätte ich spannend gefunden. So fand ich den Roman etwas dünn und die Auseinandersetzung mit den Balkankriegen unbefriedigend.

Ich hätte dann nächstesmal gerne das Erzählerische von Ljubic kombiniert mit der Scharfsinnigkeit von Rabinovici. :lol:
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 15.05.2011, 14:42

Huch, ich sollte auch mal meine Liste aktualisieren:

Ella Danz: Osterfeuer **(*)
Reinhard Kleist: Castro ***(*)
Toni Morrison: Jazz ***
Annemarie Schimmel: Morgenland und Abendland. Mein west-östliches Leben ***
Nicola Förg: Tod auf der Piste **
James Salter: In der Wand ****
Jonathan Safran Foer: Tiere essen ***
Aravind Adiga: Der weisse Tiger **(*)
Martin Suter: Der Koch ****
Elizabeth Strout: Olive Kitteridge ****(*)
Christoph Peters: Mitsukos Restaurant **(*)
David Lodge: Nice Work ****
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Re: mohas Leselisten

Beitragvon moha » 15.10.2011, 16:57

Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein ***
Truman Capote: Breakfast at Tiffany's ***
Theodor Fontane: Irrungen, Wirrungen ****
Naguib Mahfouz: Palace Walk ***
Gerard Donovan: Winter in Maine ***(*)
Norbert Scheuer: Überm Rauschen **
David Lodge: Thinks ***
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